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06.03.2013

14:57 Uhr

Verlage

Springer schafft Rekord mit digitalen Medien

Das Verlagshaus Axel Springer will das führende digitale Medienunternehmen werden. Im letzten Jahr waren die Erlöse im Digitalen höher als in jedem anderen Bereich. Im Printgeschäft gibt es allerdings Anpassungen.

Als erste überregionale Zeitung in Deutschland hat „Die Welt“ eine Bezahlschranke im Netz errichtet. Die Zeitung wird von Axel Springer herausgegeben. dpa

Als erste überregionale Zeitung in Deutschland hat „Die Welt“ eine Bezahlschranke im Netz errichtet. Die Zeitung wird von Axel Springer herausgegeben.

BerlinAxel Springer hat dank seines stark wachsenden digitalen Geschäfts und seiner Auslandsaktivitäten im abgelaufenen Jahr ein Rekordergebnis eingefahren. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um 5,8 Prozent auf 628 Millionen Euro zu, wie der Berliner Medienkonzern am Mittwoch mitteilte.

Der Umsatz des „Bild“- und „Welt“-Herausgebers stieg um 3,9 Prozent auf 3,31 Milliarden Euro. Dabei übertrafen die Erlöse der digitalen Medien erstmals die aus jedem anderem Geschäftsbereich. Analysten hatten im Schnitt mit einem Ebitda von 619 Millionen Euro und Erlösen von knapp 3,3 Milliarden Euro gerechnet.

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Allen Prophezeiungen zum Trotz: Die Zeitung stirbt nicht, sie schafft sich digitale Freiräume. Eine Antwort auf die Frage, wie Journalismus für eine neue Generation aussieht, will die neue App "Handelsblatt Live" geben. 

Nach Konzernangaben steigerten die Digitalen Medien ihre Erlöse um 22,0 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro und lösten damit erstmals die inländischen Zeitungen als umsatzstärkster Geschäftsbereich des Konzerns ab.
Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG, erklärte: „Wir wollen den digitalen Umbau des gesamten Unternehmens deutlich forcieren. Wir wollen Innovationen beschleunigen, die Effizienz des eingesetzten Kapitals weiter erhöhen und den tiefgreifenden strukturellen Wandel der Medienbranche gestalten.“

Auch wenn die Printmedien noch lange einen wichtigen Beitrag zum Unternehmenserfolg liefern würden, sei das Ziel klar: „Wir wollen das führende digitale Medienunternehmen werden.“ Im Geschäftsjahr 2013 will Axel Springer daher mehr in die Digitalisierung investieren und die Strukturen im Printgeschäft verändern.

Die Geschichte der Bild-Zeitung

Der Vater der Bild-Zeitung

Axel Springer hatte ein großes Ziel: Er wollte "das größte Zeitungshaus Europas" schaffen - und es gelang ihm. Streitbar war der Verleger der Bild-Zeitung immer, aber besonders Ende der 60er-Jahre. Der Historiker Tim von Armin hat Springers Leben in seiner Biografie "Und dann werde ich das größte Zeitungshaus Europas bauen" (Campus Verlag) festgehalten. Es folgt der spannende Teil über die Einführung der Bild-Zeitung.

Die Vorbilder

Inspiriert wurde Axel Springer von der Hamburger Morgenpost und dem britischen Daily Mirror. Beide zielten auf die Psyche des Ins-Büro-Fahrenden, wie Springer es ausdrückte. Damals war es ungewöhnlich, dass Tageszeitungen auf dem Weg zur ARbeit erworben wurden.

Die Idee

Axel Springer persönlich war die treibende Kraft der Bild-Zeitung. Viele Details der Gründungsphase sind nur spärlich überliefert. Die Idee war von Beginn an eine am Morgen erscheinende, niedrigpreisige Boulevardzeitung. Vorbilder gab es nicht nur im Ausland ...

Die Preis-Strategie

Die Bild-Zeitung sollte der Preisführer unter den deutschen Zeitungen und schon für zehn Pfennig zuhaben sein. Das entspricht dem Bestreben, die Bedürfnisse der breiten Bevölkerung zu erfüllen. Hier sah Springer ein enormes Absatzpotenzial.

Wie es zu nackten Frauen kam

Natürlich gab es das Seite-1-Mädchen (übrigens jüngst in den Innenteil verbannt) damals noch nicht. Aber klar war von Beginn an, dass der Name "Bild"-Zeitung kein Zufall war. Springer war fasziniert von der fortschrittlichen anglo-amerikanischen Presse und der konsequenten Betonung visueller Effekte.

Das Logo

Die vier dicken Buchstaben gibt es noch heute. Entworfen hat das Logo der Werbegrafiker Günther T. Schultz, ein langjähriger Freund Springers. Über den vier Lettern stand "10 Pfg" und darunter Zeitung".

Die Seite Eins

Die erste Seite 1 der Bild-Zeitung sah völlig anders aus als heute. Sie bestand ausschließlich aus Fotos und Unterzeilen. Plus natürlich die dicke Überschrift. Die Fotos waren schwarz-weiß und entsprechend groß. So sollte die Wirkung der Bilder voll zur Geltung kommen.

Kritik daran gab es im Verlagshaus durchaus. Doch Springer setzte sich durch gegenüber der Meinung, dass eine Seite 1 nicht nur aus Bildern bestehen könne.

Die Einführung der Bild-Zeitung

Die Druckkosten-Kalkulation gab es im Oktober 1951. Es folgten viele Gespräche mit führenden Verlagsvertretern. Die erste Ausgabe hielten Leser am 24. Juni 1952. Die erste Auflage lag bei 500.000 Exemplaren. Sie wurden kostenlos in Hamburg verteilt.

Springer nutzt die kurz darauf beginnenden Olympischen Spiele in Helsinki, da gerade zu dieser Zeit das Informationsbedürfnis der Leser besonders hoch war.

Erhebliche Startschwierigkeiten

Ein Erfolgsmodell von Beginn an war die Bild nun wahrlich nicht. Trotz der vielen Bilder auf der Seite 1 und den boulevardesken Inhalten inklusive der Sinnsprüche und der berühmten Kolumne "Hans im Glück" war das Interesse am ersten Verkaufstag (25. Juni 1952) gering. Bis Ende 1952 lag die durchschnittliche verkaufte Auflage bei 165.000 Exemplaren und es war keine Besserung in Sicht.

Die Wende

Axel Springer hielt aber an seinem Vorhaben fest - ließ aber mit sich reden. Umfang und Bedeutung der Textelemente wurden erhöht. Im Januar 1953 sagte Springer: "Wir müssen mehr Text machen." Es folgte ein experimenteller Prozess. (Wenig) Sex und (viel) Crime machten den wesentlichen Teil aus. Bis 1958 wuchs die Zahl der Redakteure von einer Handvoll auf über 100.

Der Durchbruch

Der Erfolg setzte nach rund einem Jahr ein. Neben der redaktionellen Umgestaltung halfen auch Verbesserungen beim Vertrieb. Im September 1953 wurden erstmals über eine Million Exemplare verkauft. Ein Jahr später war die Bild Europas größte Tageszeitung.

Springers Rückzug

Nach dem Durchbruch der Bild zog sich Axel Springer aus dem redaktionellen Tagesgeschäft zurück. Prägende Chefredakteure werden in den kommenden Jahren Rudolf Michael, Peter Boenisch und Günter Prinz.

Großangelegte Entlassungen schloss Döpfner allerdings aus. „Es gibt kein Stellenabbauprogramm“, sagte Döpfner. Springer setzt nach Worten Döpfners im laufenden Jahr weiter auf Investitionen. Mit Hilfe von Partnern könnten mehr als zwei Milliarden Euro ausgegeben werden, sagte Döpfner. Dies sei allerdings nicht jährlich möglich, ergänzte Finanzchef Lothar Lanz.

Kommentare (1)

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Kant

27.03.2013, 14:42 Uhr

Schon eine ganz bittere Zeit, in der wir leben.
Gute Zeitungen und Magazine müssen aus Kostengründen ihre Geschäftstätigkeit einstellen und gehen in die Insolvenz, während dieses Schmierenhetzblatt „BILD“, weiter wächst.
Diese widerlichen Schmierfinken Diekmann und Blome mit ihrem Neid- und Hassmedium, verblöden die Deutschen endgültig.
Man muss sich wirklich fragen, ob man noch länger in diesem Land der Vollidioten, im Land der „Brot und Spiele-Generation“ weiter leben möchte?!
Ich überlege wirklich ernsthaft auszuwandern und zwar für immer. Selbst wenn ich dann weniger verdiene, erwarte ich mir durchaus eine höhere Lebensqualität, als in diesem hasserfüllten, treudoofen Deutschland des Jahres 2013.

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