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25.07.2014

17:09 Uhr

Verlagsbranche

Lensing darf Funke-Zeitungen nicht übernehmen

Das Medienhaus Lensing wollte Lokalausgaben der Funke-Zeitungen übernehmen – Bedenken des Bundeskartellamts zerschlagen nun die Pläne. Betroffen waren die „Westfälische Rundschau“ und die „WAZ“.

Die Funke Mediengruppe in Essen hatte Anfang 2013 die Redaktion der defizitären „Westfälischen Rundschau“ mit 120 Stellen geschlossen. dpa

Die Funke Mediengruppe in Essen hatte Anfang 2013 die Redaktion der defizitären „Westfälischen Rundschau“ mit 120 Stellen geschlossen.

DortmundDie Übernahme von Lokalausgaben der Funke-Zeitungen „Westfälische Rundschau“ („WR“) und „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ („WAZ“) durch das Medienhaus Lensing ist geplatzt. Grund sind Bedenken des Bundeskartellamts. Die Verlage hätten die Anmeldung der geplanten Übernahme zurückgezogen, nachdem die Behörde eine endgültige Untersagung angekündigt hatte, teilte das Bundeskartellamt am Freitag in Bonn mit. Die Voraussetzungen für eine Sanierungsfusion seien nicht erfüllt gewesen. Das Portal newsroom.de hatte als erster berichtet, dass der Antrag zurückgezogen wurde. Die Verlage selbst machten dazu am Freitag keine weiteren Angaben.

Die Übernahme der sieben Lokalausgaben hätte nach Aussage der Kartellbehörde Lensing im auflagenstarken Raum Dortmund auf dem Leser- wie auf dem Anzeigenmarkt zum alleinigen Anbieter gemacht. „Hier drohte ein regionales Zeitungsmonopol. Wir haben zwar eine sogenannte Sanierungsfusion geprüft, aber im Ergebnis verneint“, sagte Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, in einer Mitteilung.

Die größten deutschen Medienkonzerne (Umsatz 2013)

Platz 10 – Funke Mediengruppe

Umsatz: 1,2 Milliarden Euro*

Platz 9 – Verlagsgruppe Weltbild

Umsatz: 1,59 Milliarden Euro*

Platz 8 – Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck

Umsatz: 1,88 Milliarden Euro*

Platz 7 – ZDF

Umsatz: 2,01 Milliarden Euro

Platz 6 – Bauer Media Group

Umsatz: 2,4 Milliarden Euro

Platz 5 – Hubert Burda Media

Umsatz: 2,45 Milliarden Euro*

Platz 4 – ProSieben Sat.1

Umsatz: 2,61 Milliarden Euro

Platz 3 – Axel Springer

Umsatz: 2,8 Milliarden Euro

Platz 2 – ARD

Umsatz: 6,28 Milliarden Euro

Platz 1 – Bertelsmann

Umsatz: 16,36 Milliarden Euro

Quelle

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

*Für diese Konzerne lagen die Umsatzzahlen von 2013 bei der Publikation im Mai noch nicht vor. In diesen Fällen wurden die zuletzt veröffentlichten Umsatzzahlen als Grundlage genommen.

Eine Sanierungsfusion würde bedeuten, dass ohne die Übernahme eine Insolvenz drohen würde, die dann ebenfalls ein Monopol zur Folge hätte. Funke sei mit seinen 80 Lokalausgaben von vier Zeitungen in NRW aber eine insgesamt profitable Zeitungskette. Eine Sanierungsbedürftigkeit von einzelnen Ausgaben könne daher nicht angenommen werden, so das Bundeskartellamt.

Die Funke Mediengruppe in Essen hatte Anfang 2013 die Redaktion der defizitären „Westfälischen Rundschau“ mit 120 Stellen geschlossen. Seitdem liefern andere Verlage die lokalen Inhalte der „WR“, in Dortmund sind es die zu Lensing gehörenden „Ruhr Nachrichten“. Der Mantelteil kommt von der Funke-Gruppe, die in NRW auch die „Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung“ (NRZ) und die „Westfalenpost“ herausgibt. Im Herbst hatten beide Häuser angekündigt, dass Lensing die Ausgaben der „WAZ“ und der „WR“ in Dortmund, in Lünen und in Castrop-Rauxel sowie die „WR“-Ausgabe in Schwerte nicht nur beliefern, sondern übernehmen wolle.

Von

dpa

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