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20.10.2011

12:59 Uhr

Verlust eingedämmt

Nokia feiert ein kleines Comeback

Ist das der Anfang eines Comebacks? Der Handybauer Nokia überrascht mit einem deutlich niedrigeren Verlust als erwartet. Und nicht nur damit. Experten sind verblüfft. Die Börse reagiert.

Nokia-Chef Stephen Elop kann endlich auch wieder gute Nachrichten präsentieren. Reuters

Nokia-Chef Stephen Elop kann endlich auch wieder gute Nachrichten präsentieren.

HelsinkiDer strauchelnde finnische Handyriese Nokia hat mit einem niedrigen Verlust als erwartet überrascht. Zwar steht Nokia im dritten Quartal mit 68 Millionen Euro in den roten Zahlen, aber viele Analysten hatten mit einem deutlich höherem Minus in Höhe von bis zu 229 Millionen Euro gerechnet. Im Vorjahr hatte Nokia allerdings noch einen Gewinn von 529 Millionen Euro vorweisen können. Der Verkauf von Smartphones sei um 39 Prozent zurückgegangen und das
Betriebsergebnis insgesamt um 13 Prozent gesunken.

Nokia, lange die unangefochtene Nummer eins der Mobilfunk-Branche, war zuletzt immer stärker in Bedrängnis geraten. Mit dem Vormarsch der Smartphones haben Wettbewerber wie Apple mit seinem iPhone und Hersteller von Telefonen mit dem Google-Betriebssystem Android den Finnen massiv Marktanteile abgenommen. Nokia will demnächst allerdings mit seinen ersten Smartphones mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows Phone einen Gegenangriff versuchen.

Und dank starker Verkäufe vor allem von günstigeren Handys sei ein Überschuss je Aktie von 0,03 Euro verzeichnet worden, teilte der Konzern mit. Der Umsatz lag mit 9,0 Milliarden Euro ebenfalls über den Erwartungen. Die Aktie, die vor Bekanntgabe der Quartalszahlen leicht im Plus lag, baute ihre Gewinne auf ein Plus von 7,6 Prozent aus.

Wer den Markt der Smartphones regiert

Apple

Platz 1: Mit einem Marktanteil von 18,4 Prozent führte Apple im zweiten Quartal des Jahres den Smartphone-Markt an. Insgesamt 20, 34 Millionen Smartphones lieferte der Hersteller in diesem Zeitraum an den weltweiten Handel. Im Vergleich zum ersten Quartal entspricht das einer Steigerung von über neun Prozent. Verglichen mit dem Vorjahr konnte Apple damit sogar eine Steigerung von über 140 Prozent erzielen.

Samsung

Platz 2: Direkt hinter Apple reiht sich der südkoreanische Rivale Samsung mit einem Marktanteil von 17,8 Prozent ein. Insgesamt 19,6 Millionen Smartphones brachten die Koreaner im zweiten Quartal in den weltweiten Handel. Damit hat sich der Hersteller selbst übertroffen: Im Vergleich zum ersten Quartal entspricht das einer Steigerung von fast 56 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr ist das sogar eine 600-prozentige Steigerung.

Nokia

Platz 3: Mit einem Marktanteil von 15,1 Prozent hat es Nokia trotz der Verluste bei den Smartphones im zweiten Quartal noch unter die drei Besten geschafft. 16,7 Millionen Modelle lieferte der Hersteller aus - das sind 31 Prozent weniger als noch im ersten Quartal.

RIM

Platz 4: Ebenfalls Verluste machte RIM im zweiten Quartal des Jahres. Mit 13,2 Millionen ausgelieferten Smartphones erreichte der Hersteller einen Marktanteil von 12 Prozent, musste im Vergleich zum Quartal zuvor aber einen Rückgang von fast 11 Prozent in Kauf nehmen.

HTC

Platz 5: Der Marktanteil der HTC-Smartphones lag im zweiten Quartal bei 10,8 Prozent. Insgesamt fast 12 Millionen Modelle brachte der Hersteller in den Handel und steigerte damit sein Ergebnis aus dem Quartal zuvor um fast 25 Prozent.

Motorola

Platz 6: Motorola-Smartphones erreichten im zweiten Quartal einen Marktanteil von 4 Prozent. 4,4 Millionen Modelle brachte der Hersteller in diesem Zeitraum in den weltweiten Handel und steigerte sein Ergebnis aus dem ersten Quartal damit um mehr als sieben Prozent.

Sharp

Platz 7: Der japanische Elektronikkonzern Sharp hat mit 1,48 Millionen ausgelieferten Smartphones im zweiten Quartal einen Marktanteil von 6,8 Prozent erreicht. Im Vergleich zum ersten Quartal konnte der Konzern sein Ergebnis um 1,3 Prozent steigern.

Andere

Unter ferner liefen: Alle anderen, weniger nennenswerten Hersteller machten im zweiten Quartal mit rund 22,7 Millionen ausgelieferten Smartphones zusammengenommen einen Marktanteil von 20,6 Prozent aus. Im Vergleich zum Quartal zuvor entspricht das einer Steigerung von fast 31 Prozent. Betrachtet man den gesamten Markt, so wurden im zweiten Quartal weltweit über 1,1 Milliarden Smartphones der verschiedenen Hersteller ausgeliefert. Im Vergleich zum ersten Quartal entspricht das einer Steigerung von 7,5 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr ist es sogar eine Steigerung um rund 82 Prozent.

Nokia will noch im laufenden Quartal die ersten Smartphones mit dem Microsoft -Betriebssystem Windows auf den Markt bringen und damit Schwung in seine Aufholjagd bringen. Zuletzt bestimmte nicht mehr der jahrelange Marktführer, sondern Konkurrenten wie Apple und Google mit dem Android-Betriebssystem die Entwicklung in der Branche.

Auch der gemeinsame Netzwerkausrüster von Nokia und Siemens trumpfte mit einem Gewinn im abgelaufenen Vierteljahr auf. Der Betriebsgewinn von Nokia Siemens Networks aus dem fortlaufenden Geschäft belaufe sich auf 6,0 Millionen Euro, teilte das Unternehmen mit. Analysten hatten im Schnitt einen Verlust von 31,5 Millionen Euro prognostiziert.

Kommentare (1)

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20.10.2011, 13:00 Uhr

Ich traue Nokia ein Comeback zu, die Geraete von Nokia sind immer noch grundsolide, anwendungsfreundlich und mit Top Technik ausgestattet und das alles auch meist zu einem angemessenen Preis, ganz im Gegensatz zu den schon arg ueberteuerten Phones von Apple zum Beispiel.

Schade das Nokia nicht auf Android setzt, da waeren die Erfolgschancen am Groessten imo.

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