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19.01.2015

10:18 Uhr

Verschärfter Preiskampf

Sharp droht Sturz in die Verlustzone

Rückschlag für den Elektronikkonzern Sharp: Aus dem anvisierten Gewinn wird dieses Jahr wohl nichts. Der harte Konkurrenzkampf bei Bildschirmen für Fernseher und Smartphones macht den Japanern das Leben schwer.

Sharp war ein Pionier bei flachen LCD-Bildschirmen. AFP

Sharp war ein Pionier bei flachen LCD-Bildschirmen.

TokioDer seit Jahren schwächelnde Elektronikkonzern Sharp kommt nicht auf die Beine. Das Ergebnis für das bis 31. März laufende Geschäftsjahr 2014/2015 dürfte unter den Erwartungen liegen, teilte der Konzern am Montag mit. Man sei derzeit dabei, eine Korrektur der Prognose zu prüfen. Die Wirtschaftszeitung „Nikkei“ und andere japanische Medien hatten zuvor berichtet, dass Sharp angesichts des verschärften Preiskampfes bei Bildschirmen für Fernseher und Smartphones wieder in die Verlustzone rutschen dürfte.

Im Oktober hatte der Elektronik-Spezialist noch einen Nettogewinn in Höhe von 30 Milliarden Yen (220 Mio Euro) in Aussicht gestellt. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte der Konzern nach Rekordverlusten wieder einen kleinen Gewinn von 5 Milliarden Yen präsentieren können. Das wollte Sharp in diesem Jahr kräftig ausbauen, doch daraus wird wohl nichts. Laut Medien dürfte der Konzern nun von seinen Geldgebern Druck bekommen, seine Geschäftsstrategie zu überarbeiten und die Sparmaßnahmen noch zu verstärken. Sharp hat bereits Tausende Stellen abgebaut und sich den US-Chipspezialisten Qualcomm als Investor ins Boot geholt.

Kleines Fernseh-Glossar

Technologie verkauft Fernseher

Die TV-Hersteller arbeiten permanent an neuen Verfahren, um die Bildqualität weiter zu verbessern und die Funktionen zu erweitern – Technologie verkauft Geräte. Welche Schlagwörter sind derzeit angesagt?

Ultra HD (4K)

Ultra HD – oft auch als 4K bezeichnet – ist ein TV-Format mit sehr hoher Auflösung. Diese beträgt 3840 x 2160 Pixel, also 8,3 Megapixel. Das ist vier Mal so viel wie bei einem HD-Bild. Es mangelt noch an passenden Inhalten, allerdings werden herkömmliche Bilder hochgerechnet. Da die Geräte immer billiger werden, eignen sie sich langsam für den Massenmarkt.

OLED

OLED steht für Organic Light Emitting Diode, es handelt sich also um organische Leuchtdioden. Diese Technologie ermöglicht ein sehr kontrastreiches Bild und weite Blickwinkel, zudem verbraucht sie wenig Strom. Allerdings ist die Produktion der Paneele kompliziert und somit noch vergleichsweise teuer. Daher ist der Marktanteil der OLED-Geräte gering.

Gebogene Displays

Früher mussten Fernseher unbedingt flach sein – geht es nach einigen Herstellern, geht es heute nicht ohne gebogenes Display. Samsung, LG & Co. versprechen ein besseres Bild mit weniger optischen Verzerrungen. Der Vorteil liegt indes wohl eher im Design als im Seherlebnis. Dafür müssen Verbraucher einen hohen Preis in Kauf nehmen.

Smart TV

Fast alle neuen Fernseher sind inzwischen „smart“: Sie können nicht nur die herkömmlichen Kanäle, sondern auch Inhalte aus dem Internet darstellen, beispielsweise das Videoportal Youtube, Online-Videotheken oder extra für den großen Bildschirm programmierte. Dazu braucht es nur einen Breitbandanschluss. Allerdings nutzen viele Zuschauer diese Funktionen noch nicht. Zudem hapert es teils noch an der Bedienung – eine Kopplung mit Smartphone und Tablet soll Verbesserungen bringen.

Second Screen

Viele Fernsehzuschauer surfen nebenbei im Internet – entweder mit dem Smartphone oder dem Tablet-Computer. Dieses vergleichsweise junge Phänomen erlaubt TV-Herstellern, Filmemachern und Sendern, den zweiten, kleinen Bildschirm einzubinden. Etwa mit Informationen über die Sendung und Schauspieler oder Werbung. Zudem können die mobilen Geräte die klassische Fernbedienung ersetzen.

Sharp war ein Pionier bei flachen LCD-Bildschirmen, geriet in den vergangenen Jahren durch die Konkurrenz von Samsung und LG sowie neuer chinesischer Rivalen jedoch massiv unter Druck. Nach hohen Verlusten stand zeitweise sogar der Fortbestand des in Osaka ansässigen Traditionsunternehmens infrage. Zwar verdiente der Konzern mit kleineren und mittelgroßen LCD-Bildschirmen im vergangenen Geschäftsjahr wieder gutes Geld, doch werden die Gewinne durch den zunehmenden Preiskampf schnell wieder aufgefressen.

Die derzeitige Schwäche des Yen zum Dollar verringert zudem laut „Nikkei“ die Margen bei aus dem Ausland importierten Geräten wie Solar-Panele. Außerdem steigen durch die Schwäche des Yen die Materialkosten. Die möglichen Verluste könnten nun weitere drastische Sparmaßnahmen zur Folge haben, um die Geldgeber bei der Stange zu halten. Sharp plant Medienberichten zufolge im Frühjahr die Vorlage eines neuen mittelfristigen Geschäftsplans. Laut der „Nikkei“ hatte die derzeitige Planung eigentlich für das kommende Geschäftsjahr einen Nettogewinn in Höhe von 80 Milliarden Yen zum Ziel gehabt.

Von

dpa

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