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07.09.2015

12:01 Uhr

Verspäteter Jahresabschluss

Bilanzskandal drückt Toshiba in die Verlustzone

Der Technologiekonzern Toshiba rutscht in die roten Zahlen. Nachdem der japanische Großkonzern über Jahre die Bilanzen manipuliert hat, sieht der verzögert abgelieferte Jahresabschluss plötzlich reichlich schlecht aus.

Der Bilanzskandal mündet in den roten Zahlen. Reuters

Toshiba macht Verlust

Der Bilanzskandal mündet in den roten Zahlen.

TokioDer japanische Technologiekonzern Toshiba ist wegen seines Bilanzskandals tief in die roten Zahlen gerutscht. Im abgelaufenen Geschäftsjahr (per Ende März) sei ein Verlust von umgerechnet 284 Millionen Euro (37,8 Milliarden Yen) angefallen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Toshiba hatte die Veröffentlichung des Zahlenwerks zweimal verschoben. Dadurch waren Befürchtungen aufgekommen, dass dem Konzern die Börsennotierung entzogen wird.

Er hatte über viele Jahre seine Gewinne zu hoch ausgewiesen, insgesamt um fast 1,2 Milliarden Euro. Diese Fehler sollen nun korrigiert sein. Ursprünglich hatte Toshiba für das Geschäftsjahr einen Gewinn von rund 900 Millionen Euro in Aussicht gestellt, diese Prognose aber im Mai zurückgezogen.

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Mit weiteren Umbauschritten weckt das Unternehmen nun Hoffnungen, dass es die im April bekanntgewordene Bilanzierungsaffäre bald hinter sich lässt, die bereits die meisten Top-Manager ihre Jobs kostete. Der frühere Präsident des Kosmetikkonzerns Shiseido, Shinzo Maeda, soll nun eine bessere Aufsicht garantieren. Er werde Vorsitzender des neu aufgestellten elfköpfigen Verwaltungsrats, kündigte der Konzern an, dessen Produkte vom Laptop bis zum Atommeiler reichen. Die Aktionäre müssen den Änderungen auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 30. September noch zustimmen.

Der größte Bilanzskandal Japans seit der Olympus -Affäre vor vier Jahren ist allerdings längst nicht das einzige Problem des Konzerns. So gebe es noch das verlustreiche PC- und Fernsehergeschäft, sagte Analyst Hiroyasu Nishikawa vom Wertpapierhändler IwaiCosmo Securities. Bisher sei unklar, wie es dort weitergehe.

Toshiba selbst will nun zunächst die Chipsparte auf die Beine bringen und kündigte eine „mutige Restrukturierung“ an. Eine Abschreibung auf die Beteiligung am US-Atomkonzern Westinghouse sei nicht nötig, sagte Toshiba-Chef Masashi Muromachi. Lange Zeit war befürchtet worden, dass der Wert des Anteils zu hoch ausgewiesen wurde.

Die Toshiba-Aktie schloss in Tokio mit einem Plus von 1,8 Prozent. Seit April hat der Anteilsschein fast 30 Prozent verloren.

Von

rtr

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