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02.08.2014

11:04 Uhr

Vertragsbruch

Microsoft reicht Klage gegen Samsung ein

Microsoft hat Klage gegen Samsung eingereicht. Grund für die Klage ist, dass Samsung im vergangenen Herbst entgegen der Vereinbarungen entschieden habe, Lizenzzahlungen für die Nutzung von Android einzustellen.

Das Microsoft-Gebäude in Beijing: Mit der Klage will Microsoft erreichen, dass die Gültigkeit des Vertrages mit Samsung gerichtlich bestätigt wird. AFP

Das Microsoft-Gebäude in Beijing: Mit der Klage will Microsoft erreichen, dass die Gültigkeit des Vertrages mit Samsung gerichtlich bestätigt wird.

New YorkDer US-Softwarekonzern Microsoft hat Klage gegen das südkoreanische Unternehmen Samsung eingereicht. Entgegen einer Vereinbarung zwischen beiden Konzernen habe Samsung im vergangenen Herbst entschieden, seine Lizenzzahlungen für die Nutzung des Betriebssystems Android einzustellen, erklärte Microsoft am Freitag (Ortszeit). Die Klage sei nach monatelangen ergebnislosen Verhandlungen mit Samsung bei einem New Yorker Bundesgericht eingereicht worden, erläuterte der Microsoft-Anwalt Michael Howard in einem Firmenblog.

Samsung erklärte auf Anfrage, es werde die Klageschrift zunächst im Detail prüfen und dann über „angemessene Maßnahmen“ entscheiden. Laut Howard entschied sich Samsung zum Vertragsbruch, nachdem Microsoft den Kauf der Handysparte von Nokia bekannt gegeben hatte. Demnach hatten Microsoft und Samsung sich 2011 gegenseitig zugesichert, für die Nutzung von Patenten des jeweilig anderen Unternehmens zu zahlen. In dem kostenlosen Google-Betriebssystem Android wird auch Software von Microsoft verwendet.

Das schwierige Smartphone-Geschäft von Microsoft und Nokia

Nokia verlor den Anschluss

Nokia prägte einst den Handymarkt mit, doch dann verloren die Finnen den Anschluss. Beim Vormarsch der Smartphones taten sie sich schwer. Das Google-Betriebssystem Android und das iPhone von Apple setzen dem einstigen Marktführer zu.

September 2010

Stephen Elop wechselt von Microsoft an die Nokia-Spitze.

Februar 2011

Nokia gibt die eigene Smartphone-Software Symbian auf. Fortan setzten die Finnen für ihre Computerhandys auf das Microsoft-System Windows Phone. Zuvor hatte Google versucht, Nokia mit ins Boot der Android-Handybauer zu holen.

Juni 2012

Elop kündigt an, 10.000 Arbeitsplätze bei Nokia zu streichen.

Mai 2013

Das Geschäft mit den Windows-Smartphones kommt nicht in Gang. Deren Marktanteil liegt den Marktforschern von IDC zufolge bei 3,2 Prozent. Android-Handys kommen auf 75 Prozent.

September 2013

Microsoft kündigt an, das Handy-Geschäft von Nokia für 3,79 Milliarden Euro kaufen zu wollen.

April 2014

Kurz vor Abschluss des Verkaufs an Microsoft steckt Nokias Handygeschäft tief in den roten Zahlen. Im ersten Quartal verlor die Sparte 347 Millionen Euro.

Mai 2014

Der Verkauf der Handy-Sparte an Microsoft bringt Elop Berichten zufolge als Ex-Nokia-Chef gut 24 Millionen Euro ein.

Juli 2014

Microsoft kündigt den Abbau von 18.000 Stellen an. Mit 12.500 Jobs sind vor allem die Ex-Nokianer betroffen.

Juni 2015

Das Geräte-Geschäft wird mit dem Windows-Bereich zusammengelegt. Stephen Elop verlässt Microsoft bereits wieder.

Juli 2015

Microsoft kündigt den Abbau von weiteren 7800 Mitarbeitern an – vor allem im Handy-Geschäft. Der Konzern schreibt bis zu 7,6 Milliarden Dollar ab.

Mit der Klage will Microsoft nun erreichen, dass die Gültigkeit des Vertrages gerichtlich bestätigt wird, zudem fordert es Entschädigung von Samsung für säumige Zahlungen. Samsung ist vor Apple der weltweite Marktführer für Smartphones. Für seine Mobiltelefone und Tablet-Computer nutzt es patentierte Microsoft-Technologie.

Von

afp

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