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18.03.2014

16:45 Uhr

Viacom gegen Youtube

Google legt Milliardenstreit um illegale Videos bei

Mit urheberrechtlich geschützten Videos des Medienriesen Viacom soll Youtube jahrelang die eigene Seite gefüttert haben. Nun kann Youtube-Mutter Google den Konflikt beenden - mit einem überraschenden Schritt.

Viacom hatte Youtube vorgeworfen, nichts getan zu haben, als Nutzer urheberrechtlich geschützte Clips hochluden. dpa

Viacom hatte Youtube vorgeworfen, nichts getan zu haben, als Nutzer urheberrechtlich geschützte Clips hochluden.

Mountain View/ New YorkEin seit sieben Jahren laufender milliardenschwerer Rechtsstreit um illegal veröffentlichte YouTube-Videos ist beendet. Der YouTube-Mutterkonzern Google und der Medienriese Viacom erklärten am Dienstag, der Konflikt sei beigelegt. Zu den Einzelheiten des geschlossenen Vergleichs schwiegen sich die US-Unternehmen allerdings aus.

Viacom hatte YouTube vorgeworfen, tatenlos zugesehen zu haben, als die Nutzer der Videoplattform urheberrechtlich geschützte Clips hochluden. YouTube sei es in seiner Anfangszeit nur darum gegangen, die Seite zu füllen, hieß es in der Klage. Viacom verlangte eine Milliarde Dollar als Wiedergutmachung. Zu dem Konzern gehören etwa der Musiksender MTV und das Filmstudio Paramount.

Die Einkaufsliste von Google

DeepMind

Die neueste Errungenschaft von Google ist das britische Start-up DeepMind, das sich mit künstlicher Intelligenz beschäftigt. Schon seit langem wurde spekuliert, Google könnte zu Methoden der künstlichen Intelligenz greifen, um große Datenbestände besser auszuwerten. Im Januar 2014 hat der Konzern dann zugegriffen.

Motorola

Im Sommer 2011 kaufte Google für 12,5 Milliarden Dollar den Handy-Hersteller Motorola. Es war die erste große Transaktion, um Google auch im Hardware-Geschäft zu etablieren. Nach weniger als zwei Jahren stieß der Konzern das Geschäft aber wieder ab und verkaufte es an den chinesischen Elektronikhersteller Lenovo. Die meisten Patente zum Schutz seines Betriebssystems Android behielt Google indes.

Nest

Erst 2011 ging das Start-up Nest an den Start, überzeugte aber mit seinen elektronischen Haushaltsprodukten wie Thermostaten oder Rauchmeldern. Anfang 2014 schlug Google zu und verleibte sich die Firma für 3,2 Milliarden Dollar ein.

Doubleclick

Im Online-Werbemarkt ist Google ein Gigant. Um die eigene Position zu festigen, griff der Konzern im Jahr 2007 zu und kaufte für 3,1 Milliarden Dollar den Vermarktungsspezialisten Doubleclick.

YouTube

Für damals abenteuerlich erscheinende 1,65 Milliarden Dollar kaufte Google im Oktober 2006 die Online-Videoplattform YouTube. Seit Jahren ist es eine erfolgreiche Plattform zum Vertrieb von Video-Anzeigen.

Waze

Fast eine Milliarde Dollar war Google im Sommer 2013 der israelische Spezialist für Navigationssoftware Waze wert. Mit der Software können von unterwegs in Echtzeit Informationen über Verkehrsstörungen übertragen werden.

Android

Ein Beispiel für einen kleineren Zukauf mit großen folgen, war die Akquisition der Firma Android im August 2005 – für geschätzte 50 Millionen Dollar. Der Name setzte sich durch und wurde zum heute allgegenwätigen Google-Betriebssytem für mobile Geräte.

Zagat

Einer der bekanntesten Herausgeber von Restaurantführern kam im Herbst 2011 unter die Google-Fittiche. Für etwa 150 Millionen Dollar kaufte Google Zagat, eine Firma, die Nutzerkritiken zu Restaurant und Geschäften sammelte und aufbereitete. Die Informationen flossen in den Kartendienst Google Maps ein.

Boston Dynamics

Der Roboter-Hersteller sorgte im Internet für Aufsehen mit einem Roboter, der sich wie eine Katze fortbewegt – und das in respektabler Geschwindigkeit und mit großer Wendigkeit. Seit Ende 2013 gehört das Unternehmen zu Google. Der Kaufpreis ist nicht bekannt.

Skybox Imaging

Google stärkt im Juni 2014 seine digitalen Kartendienste mit dem Kauf des Satelliten-Spezialisten Skybox Imaging, der Bilder aus dem All in hoher Auflösung erstellt. Der Preis liegt bei 500 Millionen Dollar in bar.

Jetzt schlugen die beiden Seiten versöhnliche Töne an. Es gebe einen wachsenden Dialog, hieß es in der knapp gehaltenen gemeinsamen Mitteilung. „Wir freuen uns darauf, enger zusammenzuarbeiten.“

Google hatte Youtube 2006 übernommen. 2007 reichte Viacom die Klage ein. Seitdem zog sich das Verfahren durch die Instanzen. Trotz des schwelenden Rechtsstreits waren die Unternehmen aber schon 2012 übereingekommen, dass Paramount gegen Bezahlung Filme in YouTubes Online-Videothek zeigt.

Von

dpa

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