Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.05.2015

14:59 Uhr

Video-Onlineportal

Netflix will zum globalen Unternehmen werden

VonKai-Hinrich Renner

Die Online-Videoplattform Netflix will bis Ende 2016 in allen 200 Ländern der Welt vertreten sein, kündigt Netflix-Gründer Reed Hastings im Gespräch mit dem Handelsblatt an. Doch seine Pläne sind nicht billig.

Mit dem im September 2014 erfolgten Deutschland-Start ist Netflix-Gründer Reed Hastings zufrieden. dpa

Videoplattform Netflix im Internet

Mit dem im September 2014 erfolgten Deutschland-Start ist Netflix-Gründer Reed Hastings zufrieden.

HamburgReed Hastings, CEO und Gründer der Video-Onlineplattform Netflix, will künftig verstärkt außerhalb der USA TV-Serien produzieren. Das berichtet das Handelsblatt in seiner Mittwochsausgabe unter Berufung auf ein Gespräch mit dem 54-Jährigen. Auch in Deutschland seien Produktionen geplant. „Wir haben zwar noch nichts Passendes gefunden, schauen uns aber intensiv um“, sagte er.

Die Produktionsoffensive ist Teil des Programms, mit dem Hastings Netflix zu einem globalen TV-Unternehmen ausbauen will. Bis Ende 2016 soll der Dienst „in allen 200 Ländern der Welt“ vertreten sein. Zuletzt kam die Online-Plattform in Australien und Neuseeland auf den Markt. Demnächst soll sie in Japan starten.

Der Ausbau ist nicht billig. Allein für Inhalte will der Netflix-Chef 2015 „mehr als drei Milliarden Dollar“ ausgeben. Wegen solch hoher Investitionen macht die Online-Plattform derzeit keine Gewinne. Laut Hastings soll sich das aber ab 2017 ändern.

Mit dem im September 2014 erfolgten Deutschland-Start zeigte er sich zufrieden. Zwar gibt Netflix auf Länderebene keine Abonnentenzahlen bekannt. Sein Gründer deutete aber an, dass der Dienst innerhalb eines halben Jahres in Deutschland deutlich mehr als 100.000 Kunden gewonnen habe.

Weiteres Wachstumspotenzial verheiße der Niedergang des linearen Fernsehens in den kommenden 20 Jahren. Hastings verglich den TV- mit dem Telefonmarkt. Dort habe der Mobilfunk die Festnetztelefonie nahezu bedeutungslos gemacht. Ebenso würden künftig online-basierte, nichtlineare TV-Angebote das klassische lineare Fernsehen ablösen.

Alles rund um Netflix

Alternative zu den Videotheken

Die Netflix-Gründer Reed Hastings und Marc Randolph wollte eine Alternative zu den Videotheken aufbauen. 1997 fingen sie an, DVDs online zu verleihen – ohne Säumnisgebühren, die viele Nutzer nervten. Später führte das Unternehmen eine Flatrate ein.

Online-Dienst als zweites Standbein

2007 führte das Unternehmen einen Online-Dienst ein, Nutzer konnten die Filme auch übers Internet streamen. Für dieses Nebenprodukt verlangt Netflix seit 2011 auch Geld – erst empörten sich die Nutzer darüber, dann arrangierten sie sich damit.

Den Vorlieben der Nutzer auf der Spur

Netflix hat einen Algorithmus entwickelt, um die Vorlieben der Nutzer genau erfassen und passende Genres vorschlagen zu können. Das Unternehmen wertet zudem aus, welche Serien und Filme besonders häufig illegal heruntergeladen werden.

Einladung zum „Binge Watching“

Der Online-Dienst bietet alle Folgen einer Serie auf einen Schlag an – wer will, kann beispielsweise ein ganzes Wochenende mit der neuen Staffel von „House of Cards“ verbringen. Experten sprechen vom „Binge Watching“, also einer Art „Koma-Gucken“.

Schlagzeilen mit Eigenproduktionen

Netflix bietet größtenteils bereits ausgestrahlte Filme und Serien an, bemüht sich aber verstärkt um Eigenproduktionen. Die bekannteste ist wohl die hochgelobte Politserie „House of Cards“ mit Schauspieler Kevin Spacey. Auch Anbieter wie Amazon gehen inzwischen diesen Weg.

Expansion jenseits der USA

Der Heimatmarkt ist nicht genug: Netflix expandiert seit einigen Jahren, der Dienst ist bereits in Kanada, Südamerika, Großbritannien und den Niederlanden verfügbar. 2014 kamen diverse Länder hinzu, darunter Deutschland.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×