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13.10.2016

11:53 Uhr

Videobrille Playstation VR

Sony startet in die virtuelle Welt

VonMartin Kölling

In Japan und den USA beginnt der Verkauf der Playstation VR, Sonys Videobrille für virtuelle Realität. Facebook und HTC müssen sich schon mal warm anziehen. Aber ein entscheidender Faktor fehlt noch für den Erfolg.

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TokioSonys Start in die Welt der virtuellen Realität beginnt für einen jungen Japaner mit einer Gänsehaut. Früh am Donnerstagmorgen hat er sich am Technikkaufhaus Bic Camera in Tokios Stadtteil Yurakucho angestellt. Er wolle einer der ersten Menschen auf der Welt sein, der Sonys neue Videobrille Playstation VR (PS VR) habe, sagt er, ohne seinen Namen nennen zu wollen. Und er hat Glück. Ganz vorne steht er nun in der Schlange. Sein Kommentar zu seinem kleinen Sieg: „Es ist ganz schön kalt.“

Für Sony hingegen verspricht das Geschäft mit den neuen Brillen, die ihre Besitzer in virtuelle 3D-Welten eintauchen lassen sollen, heißer zu werden, wenigstens heißer als für die Konkurrenten Facebook und HTC. In Japan, den USA und Asien beginnt jetzt der Verkauf, während Europa noch warten muss. „Wir erwarten, dass Sonys Startverkäufe höher als die der Rivalen sein werden“, meint Hiroshi Taguchi, Analyst der Deutschen Bank in Japan.

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Das ist zurückhaltend formuliert. Taguchi rechnet de facto damit, dass Sony die Konkurrenten deklassiert. 800.000 PS VRs wird der Konzern bis Jahresende verkaufen, schätzt der Experte. HTC verkaufte von seiner Videobrille Vive seit der Markteinführung im Frühjahr nach Taguchis Schätzung 280.000 Stück.

Auch die ersten Verkäufe der Oculus Rift von Facebook seien „etwas niedriger als erwartet“, so der Experte. Der Marktforscher Super Data geht von 260.000 verkauften Oculus-Brillen aus. Andere Schätzungen liegen noch weit darunter.

Ob Taguchi Recht behält, muss sich noch zeigen. Er liegt mit seiner Prognose am oberen Ende der Skala. Andere rechnen mit ein paar hunderttausend weniger abgesetzten Brillen. Unbestritten ist allerdings, dass Sony die Konkurrenz abhängen wird. „Denn Sony ist am besten aufgestellt“, meint Serkan Toto, ein deutscher Spieleberater in Tokio.

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Der Konzern profitiert davon, dass er mit seiner Playstation bereits lange Zeit im Geschäft mit Videospielen ist. Allein seine neueste VR-taugliche Playstation 4 wurde bereits 43 Millionen Mal verkauft. „Auch preislich hat Sony ein attraktives Produkt hingekriegt“, sagt Toto.

Die PS VR soll in den USA für 399 Dollar über den Ladentisch gehen. Wenn man noch keine Playstation 4 hat, kommen weitere 349 Dollar hinzu. Damit liege der Preis für ein virtuelles Spielesystem aber laut der Technikseite C-Net immer noch deutlich unter den 1200 Dollar, die Käufer für eine HTC Vive oder Oculus Rift und einen VR-tauglichen Computer ausgeben müssen.

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