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26.01.2005

13:00 Uhr

Vier Monate schlechte Nachrichten

Chronik: Das Worldcom-Debakel

Der US-Telekomkonzern Worldcom hat am Sonntag Gläubigerschutz beantragt. Vorausgegangen war das Eingeständnis der Firma, Kosten in Höhe von rund 3,8 Milliarden Dollar nicht korrekt verbucht zu haben.

Reuters WASHINGTON. Es folgt eine Chronik der jüngsten Ereignisse:

  • 11. März 2002 - Die US-Börsenaufsicht SEC richtet eine Anfrage an WorldCom, Bilanzpraktiken und Kredite an leitende Angestellte betreffend.
  • 3. April - WorldCom kündigt den Abbau von 3700 Arbeitsplätzen in den USA an. Dies entspricht vier Prozent aller Stellen des Konzerns.
  • 22. April - Die Ratingagentur Standard & Poor's stuft die Bewertung der kurz- und langfristigen Kredite des Konzerns herab. Andere Rating-Agenturen folgen am Tag darauf.
  • 30. April - WorldCom-Chef Bernard Ebbers räumt seinen Posten inmitten fallender Aktienkurse des Unternehmens und einer Untersuchung der SEC wegen persönlicher Kredite. Vize-Chef John Sidgmore wird sein Nachfolger.
  • 21. Mai - WorldCom kündigt die Streichung von Dividendenzahlungen an.
  • 23. Mai - Das Unternehmen erhält eine neue Finanzierung in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar. Dies ersetzt eine andere Kreditlinie über zwei Milliarden Dollar.
  • 25. Juni - Die Firma entlässt ihren Finanzchef Scott Sullivan und räumt ein, in fünf Quartalen seit 2001 seien Kosten von rund 3,8 Milliarden Dollar falsch verbucht worden. WorldCom kündigt den Abbau von 17.000 Stellen an, ein Fünftel der Arbeitsplätze.
  • 26. Juni - Die SEC reicht Klage wegen Betrugs ein und beantragt eine Verfügung, um die Firma der Veräußerung von Vermögensgegenständen und außerordentlichen Zahlungen an Führungskräfte zu hindern. An der Nasdaq wird der Handel mit WorldCom- und MCI-Aktien ausgesetzt.
  • 1. Juli - In einer eidesstattlichen Versicherung an die SEC erklärt das Unternehmen, die Buchführung der Jahre 1999 bis 2001 werde überprüft. Einige Gläubiger teilen der Firma mit, sie könnten wegen nicht bedienter Kredite die sofortige Rückzahlung fordern. An der Nasdaq wird er Handel mit den Aktien wieder aufgenommen, die Papiere eröffnen bei acht US-Cent. Die US-Regierung teilt mit, sie überprüfe die bestehenden Verträge mit WorldCom, ein Ausschluss von künftigen Geschäften sei möglich.
  • 2. Juli - Auf einer Pressekonferenz entschuldigt sich Sigdmore für den Skandal. WorldCom versuche, eine Insolvenz zu verhindern. Der Rechnungsprüfer des US-Bundesstaats New York reicht Klage wegen Verlusten in Pensionsfonds ein.
  • 8. Juli - Der frühere WorldCom-Chef Ebbers sagt vor dem Finanzausschuss des US-Repräsentantenhauses, er habe nichts Unrechtes getan. Er lehnt die Beantwortung von Fragen ab. Der entlassene Finanzchef Sullivan will ebenfalls nicht aussagen.
  • 9. Juli - Sidgmore sagt, binnen drei Wochen solle entschieden werden, ob die Firma in die Insolvenz oder eine andere Form der finanziellen Umstrukturierung gehe. Man bemühe sich um eine Finanzierung in Höhe von drei Milliarden Dollar. Zuvor hatte die Firma noch fünf Milliarden Dollar Finanzierung angestrebt.
  • 15. Juli - Der US-Abgeordnete Billy Tauzin sagt vor dem Kongress, Zeugenbefragungen deuteten darauf hin, dass die Buchhaltungsfehler bis ins Jahr 1999 zurückgingen. Aus E-Mails gehe hervor, dass hohe Führungskräfte im März 2001 versucht hätten, die Gewinne zu manipulieren, um die Erwartungen der Finanzmärkte zu erfüllen.
  • 16. Juli - Drei kalifornische Pensionsfonds verklagen WorldCom. Sie werfen der Firma vor, sie im Jahr 2001 bei der Auflage einer Anleihe über die finanzielle Gesundheit des Unternehmens getäuscht zu haben.
  • 21. Juli - Das Unternehmen stellt Antrag auf Gläubigerschutz.

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