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12.04.2013

02:24 Uhr

Virtuelles Erbe

Google lässt Nutzer digitales Leben nach dem Tod planen

Was passiert nach dem Tod mit den eigenen E-Mails und Fotos? Google-Nutzer können jetzt eine Art Testament für ihre Daten anlegen. Andere Firmen wie Facebook suchen noch nach Lösungen.

Google bietet seinen Nutzer einen Plan fürs digitale Leben nach dem Tod. ap

Google bietet seinen Nutzer einen Plan fürs digitale Leben nach dem Tod.

New YorkNach dem Tod leben immer mehr Menschen über ihre digitalen Spuren im Internet weiter. Der US-Technologiekonzern Google stellte am Donnerstag nun für seine Online-Dienste eine Testament-Funktion vor, die Nutzern eine stärkere Kontrolle über den Umgang mit persönlichen Daten nach ihrem Ableben gibt.

Mit der Funktion könnten sich Nutzer auf ihr „digitales Leben nach dem Tod“ vorbereiten und zugleich ihre Privatsphäre schützen, teilte Google in einem Firmenblog mit. „Sie können uns sagen, was wir mit ihren GMail-Nachrichten oder anderen Daten von verschiedenen Google-Services passiert, wenn ihr Konto inaktiv wird“, schrieb ein Google-Manager im Blogpost.

Der Service wird den Angaben zufolge für Googles E-Mail-Dienst Gmail, die Online-Videoplattform Youtube, den Foto-Dienst Picasa, das soziale Netzwerk Google+ sowie den Online-Datenspeicher Drive eingeführt. Nutzer können dort beispielsweise verfügen, ob ihre Daten nach drei, sechs oder zwölf Monaten ohne Aktivität auf dem Konto automatisch gelöscht werden.

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Außerdem können Bekannte oder Familienmitglieder als Verwalter des digitalen Nachlasses bestimmt werden. Um versehentliche Löschungen zu vermeiden, soll der Nutzer zuvor per Email oder SMS eine Vorwarnung erhalten. „Wir hoffen, dass Sie mit dieser Funktion ihr digitales Leben nach dem Tod planen können – so, dass ihre Privatsphäre und Sicherheit geschützt ist – und das Leben für ihre Hinterbliebenen einfacher machen können.“

Die Frage was mit Online-Profilen passiert, wenn Nutzer sterben, beschäftigt viele Firmen. Facebook beispielsweise weiß so ziemlich alles über seine Nutzer, verpasst aber oft deren Tod. Das kann dazu führen, dass Hinterbliebene dazu aufgefordert werden, ihrem verstorbenen Angehörigen zum Geburtstag zu gratulieren.

Eine Sprecherin des Unternehmens sagte der „New York Times“, die Firma arbeite an Lösungen für dieses Problem. So könnte ein Algorithmus zum Beispiel Facebook-Seiten nach einer Häufung von Mitteilungen wie „Ruhe in Frieden“ oder „Ich vermisse dich“ zu durchsuchen und Facebook-Mitarbeiter auf verdächtige Fälle aufmerksam machen.

Bereits eingeführt hat die Firma ein Formular, mit dem Angehörige und Freunde verstorbene Facebook-Nutzer melden können. Möglicherweise werden Firmen wie Facebook aber ohnehin bald gezwungen, Lösungen zu finden. Der „New York Times“ zufolge werden entsprechende Gesetze derzeit im US-Kongress geprüft.

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