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05.02.2015

10:25 Uhr

Vodafone erholt sich

Europageschäft gibt britischem Telekomkonzern Halt

Der britische Telekom-Riese Vodafone kann aufatmen: Der Umsatz ist im letzten Quartal kaum gesunken, vor allem in der Heimat zog das Geschäft an. Bei den Kunden besonders beliebt sind schnelle Internetverbindungen.

Das Telefonieren im Festnetz – hier ein altes Gerät beim Vodafone-Jubiläum – ist nicht mehr alles. Heute zieht besonders superschnelles Internet die Kunden an. Reuters

Telefonieren mit Vodafone

Das Telefonieren im Festnetz – hier ein altes Gerät beim Vodafone-Jubiläum – ist nicht mehr alles. Heute zieht besonders superschnelles Internet die Kunden an.

LondonDank einer Erholung des Europa-Geschäfts hat Vodafone im Weihnachtsquartal den Umsatzrückgang in Grenzen gehalten. Von Oktober bis Dezember sanken die so genannten Service-Erlöse, bei denen etwa Subventionen für Handys und Währungsschwankungen herausgerechnet sind, um lediglich 0,4 Prozent zum Vorjahr, wie der weltweit zweitgrößte Mobilfunkanbieter nach China Mobile am Donnerstag mitteilte. Im Vorquartal war der Umsatz noch um 1,5 Prozent gefallen. In den sechs Quartalen davor hatte der Rückgang bei etwa vier oder fünf Prozent gelegen, weil Verbraucher die Handy-Nutzung einschränkten und regulatorische Preissenkungen belasteten. Vor allem das Wachstum am Heimatmarkt half den Briten nun. Analysten hatten für das dritte Quartal ein Minus von 0,7 Prozent prognostiziert.

„Wir haben erneut ein Quartal mit verbesserten Umsatztrends in den meisten unserer großen Märkte erreicht“, erklärte Vodafone-Chef Vittorio Colao, der die Prognose für das Gesamtjahr 2014/2015 (Ende März) bekräftigte. Der Deutsche-Telekom -Rivale erwartet demnach ein operatives Ergebnis (Ebitda) von 11,6 bis 11,9 Milliarden Pfund. Vodafone investiert derzeit kräftig in superschnelle Glasfaserkabel, um mit der Konkurrenz beim Angebot von Festnetz, Internet und Fernsehen mithalten zu können. Im Jahr zuvor lag der Betriebsgewinn noch bei 12,8 Milliarden Pfund.

Kleines Mobilfunk-Lexikon

GSM

GSM, kurz für „Global System for Mobile Communication“, war der erste digitale Mobilfunkstandard. In Deutschland wurde er in den 1990er Jahren eingeführt. Heute noch ist GSM in vielen Ländern in Betrieb, auch hierzulande. Dank der guten Versorgung scheint der Standard momentan unverzichtbar.

Edge

Edge, kurz für „Enhanced Data Rates for GSM Evolution“, ist eine Erweiterung des GSM-Standards, die eine Datenübertragung mit bis zu 384 Kilobit/Sekunde erlaubt. Nach heutigen Maßstäben ist das langsam. Dafür steht der Satz „Ich habe nur Edge“, den man etwa auf Bahnreisen oft hört.

UMTS

„Universal Mobile Telecommunications System“ ist der Mobilfunkstandard der dritten Generation. UMTS ist in Deutschland und großen Teilen der Welt verbreitet und ermöglicht schnelle Datenübertragungen. Nutzer in einer Funkzelle müssen sich allerdings die Bandbreite teilen – trotz Erweiterungen beginnen die Netze, zu verstopfen.

HSPA

„High Speed Packet Access“ macht UMTS schneller: Statt Übertragungsraten von 384 Kilobit/Sekunde sind mit HSPA bis 14,4 Megabit/Sekunde möglich, der Upload wird auf bis zu 5,76 Mbit/s beschleunigt.

HSPA+

Und es geht noch schneller: HSPA+ ermöglicht Downloads mit bis zu 21 Megabit/Sekunde. Wenn Netzbetreiber und Endgerät zwei Verbindungen gleichzeitig aufbauen können, wird diese Rate noch einmal verdoppelt.

LTE oder 4G

Der Mobilfunkstandard der vierten Generation heißt LTE, kurz für „Long Term Evolution“. Er beschleunigt die Datenübertragung auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde, die Weiterentwicklung Cat4 macht bis 150 Mbit/s möglich. 4G wird oft synonym für LTE benutzt.

Vodafone hatte zuletzt elf Milliarden Euro in die Übernahme des deutschen Kabelprimus Kabel Deutschland gesteckt. Dank der hohen Nachfrage nach superschnellen Internetanschlüssen steigerte die Tochter im abgelaufenen Quartal Umsatz und Gewinn . Dennoch büßte Vodafone Deutschland im dritten Quartal beim Service-Umsatz ein Prozent auf 2,44 Milliarden Euro ein, weil sinkende Erlöse im Mobilfunkgeschäft weiter belasteten. Dank neuer Vertragskunden konnte Vodafone den Umsatzrückgang aber weiter eindämmen.

Von

rtr

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