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30.08.2013

13:59 Uhr

Von KPN-Stifung blockiert

Carlos Slim denkt an Rückzug

Der Milliardär Carlos Slim will mit seinem mexikanischen Telekomanbieter America Movil den niederländischen Konkurrenten KPN schlucken. Doch eine Stiftung blockiert die Übernahme - nun erwägt der Milliardär den Rückzug.

Der E-Plus-Mutterkonzern KPN lässt sich nicht so einfach von Carlos Slim aufkaufen. ap

Der E-Plus-Mutterkonzern KPN lässt sich nicht so einfach von Carlos Slim aufkaufen.

AmsterdamEine unabhängige Stiftung blockiert die geplante milliardenschwere Übernahme des niederländischen Telekomanbieters KPN durch den mexikanischen Konkurrenten America Movil. Die Stiftung teilte am Donnerstagabend mit, Optionen zum Kauf von KPN-Vorzugsaktien ausgeübt zu haben. Damit besitze die Stiftung fast 50 Prozent der Stimmrechte.

Die Stiftung habe auf diese Weise eingegriffen, um die Interessen von KPN und seiner Aktionäre zu schützen. America Movil habe sich vor der Offerte nicht mit KPN beraten, begründete sie den Schritt. In den Niederlanden ist es möglich, dass Stiftungen feindliche Übernahmen blockieren. America Movil und die KPN-Aktionäre können den Schritt vor Gericht anfechten.

América Móvil wies diese Darstellung zurück. Noch diese Woche habe es mit KPN "substanzielle Verhandlungen" gegeben. Der Konzern erklärte, sollte die Stiftung ihre aktuelle Haltung beibehalten und das Angebot zu verhindern suchen, werde er sein Angebot zurückziehen. Zugleich betonte der Konzern, als "langfristiger Investor" sei er überzeugt, KPN bei Investitionen in die Infrastruktur "zum Nutzen der Kunden, Mitarbeiter und Anteilseigner" helfen zu können.

Der mexikanische Telekomanbieter des Milliardärs Carlos Slim will KPN vollständig übernehmen. Slims Firma hält derzeit einen Anteil von fast 30 Prozent an KPN und hatte kürzlich angekündigt, die E-Plus-Mutter für gut sieben Milliarden Euro ganz kaufen zu wollen.

Die größten Mobilfunker der Welt

Platz 1

China Mobile

Umsatz: 92,3 Milliarden Euro
Mobilfunkverbindungen: 790,6 Millionen

Platz 2

Vodafone Group (Großbritannien)

Umsatz: 58,5 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 435,9 Millionen

Platz 5

América Móvil Group (Mexiko)

Umsatz: 35,5 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 266,9 Millionen

Platz 6

Telefónica Group (Spanien)

Umsatz: 42,0 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 249,4 Millionen

Platz 3

China Unicorn

Umsatz: 29,9 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 295,0 Millionen

Platz 6

Verizon Wireless (USA)

Mobilfunkverbindungen: 114,5 Millionen (+ 5 Prozent)

Mobilfunkumsatz: 65 Milliarden Dollar (+ 7 Prozent)

Platz 7

VimpelCom Group (Niederlande)

Umsatz: 15,8 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 218,2 Millionen

Platz 8

Orange Group (Frankreich)

Umsatz: 22,4 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 184,6 Millionen

Platz 9

Bharti Airtel Group (Indien)

Mobilfunkverbindungen: 259,8 Millionen (+ 7 Prozent)

Mobilfunkumsatz: 12,6 Milliarden Dollar (+ 6 Prozent)

Platz 10

AT&T Mobility (USA)

Mobilfunkverbindungen: 107,3 Millionen (+ 3 Prozent)

Mobilfunkumsatz: 59,7 Milliarden Dollar (+ 4 Prozent)

Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom landet auf Platz 12 mit 111 Millionen Kunden und einem Mobilfunkumsatz in Höhe von 33,37 Milliarden Dollar (minus drei Prozent).

Die Stiftung vertritt die Interessen der KPN-Besitzer, Mitarbeiter und Kunden. Sie hatte bereits vor einigen Tagen Bedenken angemeldet. Es herrsche Unsicherheit über die Absichten von Slims Unternehmen, argumentierte sie.

Insbesondere sei offen, wie der Konzern zu den KPN-Plänen stehe, die deutsche Mobilfunktochter E-Plus und damit das Kronjuwel des Unternehmens an O2 zu verkaufen. Die Tochter des spanischen Telefonica -Konzerns will E-Plus für gut acht Milliarden Euro übernehmen und so in Deutschland zum Branchenprimus vor den bisherigen Marktführern Telekom und Vodafone aufsteigen.

Inzwischen erwägt Carlos Slim angesichts des Widerstands der KPN-Stiftung den Rücktritt von der Übernahmeofferte. Sollte die Stiftung bei ihrer Blockade bleiben, sei man darauf vorbereitet, das Angebot über 7,2 Milliarden Euro wieder vom Tisch zu nehmen, teilte der zu Slims Imperium gehörende Telekomkonzern America Movil am Freitag mit. Slim ist laut Forbes der reichste Mann der Welt. Das nächste Treffen sei für heute (Freitag) angesetzt. Insgesamt sei America Movil weiterhin daran interessiert, den Kauf voranzutreiben. Die KPN-Aktien brach daraufhin um fünf Prozent ein.

Kommentare (4)

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Felix

30.08.2013, 08:50 Uhr

Ich hätte mir gewünscht, dass es sowas in D. auch gibt, dann hätte die Hochtiefübernahme vielleicht verhindert werden können...

svebes

30.08.2013, 08:52 Uhr

gut gemacht stiftungsräte :-)

Account gelöscht!

30.08.2013, 09:44 Uhr

Das Kartellamt sollte jede weitere Zusammenlegung verbieten. Die EU sollte schleunigst das Eindringen von Telefonriesen verbieten und die europäischen Unternehmen nochmal splitten, wenn sie zu groß sind! Hier sollte schnellstens Eingegrifen werden um überhaupt wieder einen Markt zu ermöglichen.

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