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03.01.2007

11:25 Uhr

Vor der Hauptversammlung

Infineon schickt Aktionäre gegen Zitzewitz vor

Mit einer ungewöhnlichen Aufforderung setzt der Aufsichtsrat und der Vorstand von Infineon die Aktionäre gegen den Ex-Vorstand Andreas von Zitzewitz, der in eine Bestechungsaffäre verwickelt ist, ein. Auf der Hauptversammlung im Februar könnte dann ein symbolträchtiger Schritt stattfinden.

HB MÜNCHEN. Die Aktionäre des Chipkonzerns Infineon sollen dem in eine Bestechungsaffäre verwickelten Ex-Vorstand Andreas von Zitzewitz die Entlastung für sein letztes Amtsjahr 2004/05 verweigern. Das fordern Aufsichtsrat und Vorstand von Infineon, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Tagesordnung für die Hauptversammlung am 15. Februar hervorgeht. Im vergangenen Jahr war die Entlastung bis zur Klärung der Vorwürfe zurückgestellt worden. Eine Begründung gab das Unternehmen nicht. Die Nichtentlastung durch die Aktionäre hat keine unmittelbaren Rechtsfolgen, ist aber symbolträchtig.

Zitzewitz hatte wegen Bestechlichkeit einen Strafbefehl über 100 000 Euro erhalten, nachdem er gestanden hatte, von einem Schweizer Werbevermittler mehr als 70 000 Euro Schmiergeld erhalten zu haben. Er hatte in der Sache vor Gericht auch den ehemaligen Vorstandschef Ulrich Schumacher der Annahme von Schmiergeld beschuldigt. Zitzewitz war zu Beginn der Affäre im Sommer 2005 zurückgetreten.

In einem ungewöhnlichen Schritt will der Infineon-Vorstand um Wolfgang Ziebart den Rahmen für mögliche Kapitalerhöhungen reduzieren. Er beantragt ein genehmigtes Kapital von nominal 224 Mill. Euro, mit dem das Unternehmen bei den Aktionären bis 2012 zum gegenwärtigen Aktienkurs bis zu 1,2 Mrd. Euro für Zukäufe einsammeln könnte. Der Kapitalrahmen - 15 Prozent des bisherigen Grundkapitals - solle sicherstellen, dass auch größere Zukäufe in bar oder Aktien finanzierbar seien, erklärte Infineon. Zuletzt lag das genehmigte Kapital bei 350 Mill. Euro. Das Bezugsrecht kann ausgeschlossen werden.

Zudem will Infineon bis zu zehn Prozent der eigenen Aktien zurückkaufen. Auch diese ließen sich als Akquisitionswährung einsetzen.

Die ehemalige Siemens-Tochter will nach dem Umzug in die noch von Schumacher geplante Firmenzentrale „Campeon“ in Neubiberg auch den juristischen Sitz in die Stadtrandgemeinde im Süden von München verlegen. Die Hauptversammlung soll dem zustimmen.

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