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25.03.2014

16:44 Uhr

Vor dritter Tarifrunde

Verdi weitet Telekom-Warnstreiks aus

Verdi erhöht mit neuen Warnstreiks den Druck auf die Deutsche Telekom. Im Tarifkonflikt geht die Gewerkschaft damit in die Offensive. Eine Lösung ist in der anstehenden dritten Runde nicht in Sicht.

An den Warnstreiks sollen sich rund 5.000 Beschäftigte beteiligen. dpa

An den Warnstreiks sollen sich rund 5.000 Beschäftigte beteiligen.

BonnIm Tarifkonflikt bei der Deutschen Telekom geht die Gewerkschaft Verdi in die Offensive. Am Dienstag folgten mehrere tausend Beschäftigte des Kundenservice und der Technikbereiche dem Aufruf zu Warnstreiks. Erstmals hätten die Beschäftigen eine volle Schicht lang ihre Arbeit niedergelegt, sagte ein Verdi-Sprecher. Dabei sei nicht auszuschließen, dass es zu Beeinträchtigungen bei verschiedenen Telekom-Dienstleistungen gekommen sei, zum Beispiel zu Verzögerungen bei der Installation von Anschlüssen. Bei den Kunden hatte Verdi-Streikleiter Frank Sauerland schon im Vorfeld um Verständnis für die Aktionen gebeten.

An den Warnstreiks sollten sich nach Verdi-Angaben bundesweit rund 5.000 Beschäftigte des Unternehmens beteiligen. Die Gewerkschaft will die Proteste erst am Donnerstag beenden, wenn die Tarifpartner in Hannover ihre Verhandlungen fortsetzen. Ob bei den für zwei Tage angesetzten Tarifgesprächen schon eine Annäherung erzielt wird, ist ungewiss. In der Vergangenheit hatte es bereits kürzere Ausstände gegeben.

Für die rund 72.000 Mitarbeiter der Telekom unter anderem aus den Bereichen Mobilfunk, Festnetz und Service fordert Verdi unter anderem 5,5 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 12 Monaten und den Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen. Das Management der Telekom hatte zuletzt eine Anhebung der Gehälter um 3 Prozent, verteilt über zwei Jahre angeboten.

Fakten zur Telekom

Spitzenreiter in Europa

Die Deutsche Telekom ist mit einem Jahresumsatz von über 60 Milliarden Euro eines der größten europäische Telekommunikationsunternehmen. Der Konzern beschäftigt rund 220.000 Mitarbeiter. Größte Tochter mit mehr als 22 Milliarden Euro Umsatz ist Telekom Deutschland. Außerdem ist die Deutsche Telekom in 12 weiteren Ländern vertreten.

Ein Erbe der Bundespost

Hervorgegangen ist der Konzern aus der Deutschen Bundespost. Um das Staatsunternehmen wettbewerbsfähig zu machen, wurde es von 1990 an in die Geschäftsbereiche Telekom, Postdienst und Postbank aufgeteilt und schrittweise privatisiert. Seit 1995 ist die Deutsche Telekom eine Aktiengesellschaft.

Ein Global Player ...

Der erste Vorstandsvorsitzende Ron Sommer versuchte, den ehemaligen Staatsbetrieb mit Zukäufen in aller Welt zum „Global Player“ zu machen. Heute ist die Deutsche Telekom in 50 Ländern vertreten und erlöst mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland.

... mit Hoffnung auf die USA

T-Mobile US tat sich gegen die Marktführer AT&T und Verizon lange schwer. Seit dem Zusammenschluss mit dem Wettbewerber MetroPCS und unter der Führung des CEOs John Legere, ist die Kundenzahl wieder deutlich gewachsen, der Umsatz ebenso. Allerdings stehen auch hohe Investitionen an.

Am Montag waren die Tarifverhandlungen für die 28.000 Beschäftigten der Großkundensparte T-Systems ohne Ergebnis vertagt worden. Die Tarifgespräche werden in zwei Paketen geführt. Wegen der geplanten Neuausrichtung mit einem massiven Stellenabbau gelten vor allem die Gespräche bei T-Systems als schwierig. Das Management hat zwar versprochen, die Einsparungen sozialverträglich durchzuführen, Verdi verlangt aber konkretere Zusagen und den Ausschluss von Kündigungen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

25.03.2014, 17:17 Uhr

Und noch einmal:

Die Wirtschaft lahmlegen ist genau so angenehm (besonders für die Betroffenen) wie das ständige Herausholen der Nazikeule bei jeder genehmen Gelegenheit.

Gewerkschaften müssten verboten werden, denn die Aufgabe, die Arbeit gehen vor!

Hier gehören vorrangig direkt geeignete und unabhängige Schlichter zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber hin, die letztendlich das gleiche Ergebnis erzielen. Irgendwo muß ja mal die Vernunft einsetzen. Weg mit den Gewerkschafts-Parasiten, natürlich auch aus den profitablen Aufsichtsräten.

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