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05.02.2014

12:20 Uhr

Vor Vodafone-Übernahme

Kabel Deutschland präsentiert sich in Form

Kabel Deutschland befindet sich weiter auf Wachstumskurs. Die roten Zahlen aus dem Vorquartal sind vergessen, jetzt verdient das Unternehmen wieder - kurz vor der Übernahme durch Vodafone.

Am 13. Februar sollen die Kabel-Deutschland-Aktionäre über den Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit Vodafone abstimmen. Reuters

Am 13. Februar sollen die Kabel-Deutschland-Aktionäre über den Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit Vodafone abstimmen.

UnterföhringKabel Deutschland liegt vor der Übernahme durch den Mobilfunkkonzern Vodafone weiter auf Wachstumskurs. Das im MDax notierte Unternehmen wachse und liege im Plan, sagte Unternehmenschef Adrian von Hammerstein bei der Vorlage der Zwischenbilanz am Mittwoch. Nach roten Zahlen im Vorquartal wegen der geplanten Vodafone-Transaktion verdiente das Unternehmen im dritten Geschäftsquartal bis Ende Dezember unter dem Strich wieder 33 Millionen Euro. Am 13. Februar sollen die Aktionäre über den Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit den Briten abstimmen. An der Börse legte die Aktie leicht zu.

Im dritten Quartal konnte der Kabelnetzbetreiber seinen Umsatz dank neuer Internet- und Telefonkunden steigern. Insgesamt wuchsen die Erlöse um knapp vier Prozent auf 482 Millionen Euro. Bereinigt um die im Vorjahr verbuchten Einspeiseentgelte der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, betrug das Plus gut fünf Prozent. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte um knapp fünf Prozent auf 231 Millionen Euro. Die Erwartungen am Markt wurden damit erfüllt.

Wichtige Fragen und Antworten zum Vodafone-Deal

Was genau hat Vodafone vor?

Vodafone wird Kabel Deutschland komplett übernehmen. Der britische Telekommunikationskonzern hatte dazu 87 Euro je Kabel-Deutschland-Aktie geboten. Damit bewerteten die Briten den deutschen Kabelanbieter mit insgesamt 10,7 Milliarden Euro. Die Übernahme soll noch in diesem Jahr über die Bühne gehen.

Warum ist Vodafone an Kabel Deutschland interessiert?

Kabel Deutschland hat eine gut ausgebaute Infrastruktur: Das Unternehmen ist in 13 der 16 Bundesländer aktiv und hat 8,5 Millionen Kunden. Die Kabel reichen bis in die Wohnungen der Kunden und sind nicht nur für Fernsehen, sondern auch für Internetanschlüsse gut geeignet. Kabel Deutschland bietet schon jetzt Telefon- und Internetanschlüsse. 75 Prozent aller Neukunden hierzulande entscheiden sich bei schnellen Internetanschlüssen mittlerweile für Kabelnetz-Betreiber.

Was ist der Unterschied zwischen DSL- und Kabelanschlüssen?

Technisch ist das natürlich etwas anderes, für den Kunden ist es aber letztlich kein großer Unterschied. Über das Telefon- wie über das Fernsehkabel können Internetdaten übertragen werden. Fernsehkabel sind sogar besonders schnell. Anrufe laufen bei Kabelanschlüssen über Internettelefonie - das ist aber selbst bei Telekom-Anschlüssen mittlerweile teilweise so. Kunden haben weiterhin eine klassische Telefonnummer und ihr normales Telefon.

Was haben die Unternehmen gemeinsam vor?

Die Grundzüge haben Vodafone und Kabel Deutschland bereits in einer „Grundsatzvereinbarung“ geregelt. Kabel Deutschland soll demnach als eigenständiges Unternehmen mit Zentrale in Unterföhring bei München erhalten bleiben. Die Geschäftsfelder sollen aufgeteilt werden: Kabel Deutschland verantwortet das gesamte Festnetz-Geschäft beider Unternehmen; Vodafone soll das Mobilfunk-Geschäft verantworten.

Was bedeutet das für die Kunden von Kabel Deutschland und Vodafone?

Vodafone hat zwar selbst ein Festnetz, das meist entlang der großen Bahnstrecken in Deutschland verläuft. Die letzten Meter der Leitungen bis in die Wohnung der Kunden muss das Unternehmen in den meisten Fällen aber bei der Deutschen Telekom mieten. Wo es geht, sollen die Kunden nun künftig per Fernsehkabel angeschlossen werden. Leitungen von der Telekom wollen die Unternehmen nur noch dort mieten, wo Kabel Deutschland keine Leitungen bis die Wohnung verlegt hat.

Sind auch Bestandskunden von den Änderungen betroffen?

Die Umstellung von der Telefon- auf die Kabeldose wird zunächst vermutlich vor allem Neukunden betreffen. Aber auch alte Kunden sollen voraussichtlich umgestellt werden: „Die Idee ist, unsere Netzinfrastruktur bestmöglich zu nutzen. Dann dürften auch Kunden migriert werden“, sagt eine Kabel-Deutschland-Sprecherin. Denkbar ist ebenso, dass Nutzer des Kabel-Deutschland-Internetangebotes, das bislang im Netz von O2 (Telefónica) betrieben wird, dann auf Vodafone umgestellt werden.

Kabel Deutschland profitiert davon, dass immer mehr Kunden neben dem Kabelanschluss weitere Produkte und Dienste wie zum Beispiel Telefonverbindungen oder zusätzliche Fernsehkanäle buchen: Ende Dezember wurden im Schnitt 1,76 Produkte abonniert, verglichen mit 1,66 Produkten ein Jahr zuvor. Durch diesen Trend wuchs der durchschnittliche Monatsumsatz pro Kunde im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 1,25 Euro auf 17,30 Euro.

Von

dpa

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