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07.05.2013

10:19 Uhr

Vormarsch der digitalen Medien

Medienkonzern Springer wächst im Netz

Die nationalen Zeitungen des Springer-Verlages haben im ersten Quartal 24 Prozent weniger verdient. Dafür konnten die digitalen Angebote deutlich zulegen. Für eine Gewinnsteigerung reichte es allerdings nicht.

Der Vorstandsvorsitzende des Axel Springer Verlages, Mathias Döpfner, treibt die Digitalisierung des Konzerns voran. dpa

Der Vorstandsvorsitzende des Axel Springer Verlages, Mathias Döpfner, treibt die Digitalisierung des Konzerns voran.

BerlinDer Konzernumbau nagt beim Medienkonzern Axel Springer am Ergebnis: Kosten für Veränderungen im Printgeschäft und Investitionen in die schnellere Digitalisierung ließen das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im ersten Quartal um drei Prozent auf 132,4 Millionen Euro schrumpfen. Den größten Beitrag zum Ebitda lieferten jedoch gerade die digitalen Medien. "Wir arbeiten in sämtlichen Konzernbereichen mit Hochdruck an der Weiterentwicklung zum führenden digitalen Medienunternehmen", erklärte Springer-Chef Mathias Döpfner am Dienstag.

Springer verlagert angesichts rückläufiger Printauflagen und damit sinkender Anzeigenerlöse sein Geschäftsmodell immer stärker ins Netz. Allein die Auflage der langjährigen Springer-Kassenschlager "Bild" und "BZ" brach im ersten Quartal um acht Prozent ein. Während immer weniger Printprodukte am Kiosk gekauft werden, sorgen Online-Portale wie die Job-Börse Stepstone oder die Immobilienanbieter Seloger und Immonet für sicheres Wachstum bei Springer. Die nationalen Zeitungen, zu denen "Bild", "Welt" und das "Hamburger Abendblatt" gehören, verzeichneten im ersten Quartal einen Ergebniseinbruch von 24 Prozent, zeitgleich verdienten die digitalen Medien 34 Prozent mehr.

Die größten Medienkonzerne der Welt (nach Umsatz 2012)

Comcast/NBC, LLC

48,7 Milliarden Euro

Google

39,1 Milliarden Euro

Walt Disney

32,9 Milliarden Euro

News Corp.

26,2 Milliarden Euro

Time Warner

22,4 Milliarden Euro

Viacom/CBS Corp.

22,4 Milliarden Euro

Sony Entertainment

16,8 Milliarden Euro

Bertelsmann

16,1 Milliarden Euro

Vivendi

13,3 Milliarden Euro

Dish Network Corp.

11,1 Milliarden Euro

Rang 11 bis 20

Cox Enterprises 10,6 Milliarden Euro

Thomson Reuters 10 Milliarden Euro

Rogers Comm. 9,7 Milliarden Euro

Liberty Media Corp. 9,4 Milliarden Euro

Reed Elsevier 7,5 Milliarden Euro

Pearson 7,5 Milliarden Euro

Lagardère Media 7,4 Milliarden Euro

Nippon Hoso Kyokai 6,4 Milliarden Euro

ARD 6,3 Milliarden Euro

Bloomberg 6,2 Milliarden Euro

Quelle: Unternehmen

Der Umsatz legte zu Jahresbeginn um 1,8 Prozent auf 804 Millionen Euro zu. Die digitalen Medien erlösten sogar knapp 21 Prozent mehr in den ersten drei Monaten des Jahres und profitierten von einem starken Wachstum im Ausland, wo Springer in der Vergangenheit auf Einkaufstour gegangen war. Für das Gesamtjahr rechnet Springer mit einem Anstieg des Umsatzes im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Beim Ebitda geht der im MDax notierte Konzern mit rund 14.600 Mitarbeitern aber von einem Rückgang im einstelligen Prozentbereich aus.

Von

rtr

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