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18.01.2007

11:54 Uhr

Vorsprung auf Rivalen

Newssender N 24 lässt N-TV weit hinter sich

Während das langjährige Sorgenkind N24 zum Marktführer avanciert, fällt der bisherige Primus N-TV noch hinter Phoenix zurück. Alle Sender müssen sich auf einem schwierigen Markt mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne behaupten. N24 geht selbstbewusst in die Zukunft.

(jojo) MÜNCHEN. Der Berliner Nachrichtensender N 24 will den Vorsprung auf seinen Rivalen N-TV in diesem Jahr ausbauen. „Wir wollen weiter wachsen“, sagte Senderchef Torsten Rossmann in München. Um mehr Zuschauer anzulocken, setzt die Tochter des TV-Konzerns Pro Sieben Sat 1 vor allem auf neue Wirtschaftssendungen.

Im vergangenen Jahr kam N 24 auf einen Marktanteil in der für die Werbewirtschaft wichtigen Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen von 1,1 Prozent. Das war deutlich mehr als die 0,8 Prozent im Jahr 2005.

Die Kölner RTL-Tochter N-TV hingegen musste sich wie im Jahr davor mit 0,6 Prozent begnügen. Am langjährigen Marktführer unter den deutschen Nachrichtensendern ist inzwischen sogar Phoenix vorbeigezogen, der Ereignis- und Dokumentationskanal von ARD und ZDF. Phoenix erreichte 2005 einen Marktanteil von 0,7 Prozent.

N 24 hat sich damit sieben Jahre nach dem Sendestart vom Sorgenkind zum Musterknaben der Münchener Pro-Sieben-Sat 1-Gruppe gemausert. Der Kanal aus der Hauptstadt stand lange Jahre wegen seiner Verluste auf der Kippe. Seit zwei Jahren schreibt N 24 jedoch schwarze Zahlen. Wie hoch der Gewinn im vergangenen Jahr ausgefallen ist, wollte Senderchef Rossmann zwar nicht sagen. „Ich erwarte ein positives Ergebnis“, kündigte er jedoch an. Gewinn und Umsatz wird die Konzernmutter am 22. Februar veröffentlichen.

Um N 24 einen weiteren Schub zu geben, gibt es jetzt mehr Wirtschaftssendungen. „Das Thema Börse ist attraktiver geworden“, sagte Rossmann. So wird der Sender vermehrt von der Wall Street und mittags und am frühen Abend länger über die Kapitalmärkte berichten.

Die Nachrichtensender arbeiten in einem schwierigen Umfeld. Meist stoßen die Zuschauer erst auf die Spartenkanäle, wenn sie sich durch sämtliche großen Programme gezappt haben. Sind sie erst einmal da, bleiben sie nur für wenige Minuten hängen. So nehmen sich die Zuschauer im Schnitt neun Minuten Zeit für N 24. Noch schlimmer sieht es bei N-TV aus: Hier haben die Marktforscher vier Minuten ermittelt, ehe die Menschen wieder auf die Fernbedienung drücken und zum nächsten Sender wechseln.

Vor allem Dokumentationen und Talkshows am Abend sollen dafür sorgen, dass das Fernsehpublikum künftig länger als bisher bei der Stange bleibt.

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