Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.12.2012

16:44 Uhr

Vorstandswechsel

Obermann verlässt die Telekom

Wechsel an der Spitze der Telekom: René Obermann gibt Ende 2013 den Vorstandsvorsitz ab. Aufrücken soll stattdessen der bisherige Finanzvorstand Höttges. Dabei war Obermanns Vertrag erst Ende 2010 verlängert worden.

Noch-Chef René Obermann und der Finanzvorstand und designierte Nachfolger Timotheus Höttges. dpa

Noch-Chef René Obermann und der Finanzvorstand und designierte Nachfolger Timotheus Höttges.

BonnTelekom-Chef Rene Obermann gibt Ende 2013 seinen Posten ab. Nachfolger zum 1. Januar 2014 werde der bisherige Finanzvorstand Timotheus Höttges, teilte die Deutsche Telekom am Donnerstag überraschend mit. Obermann habe den Aufsichtsrat um die Entbindung von seinen Aufgaben gebeten. Diesem Wunsch sei entsprochen worden. Der Aufsichtsrat habe zudem beschlossen, Höttges mit Wirkung zum 1. Januar 2013 zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden zu bestellen.

Den vorzeitigen Wechsel an der Spitze des Telefonkonzerns begründet Obermann mit dem Wunsch nach einer frühzeitig geregelten Nachfolge. „Wir haben in den vergangenen Jahren Lösungen für die wesentlichen Baustellen gefunden“, sagt René Obermann. Zuletzt hatte er die Aktionäre aber Verzicht üben lassen: Sie müssen in den kommenden zwei Jahren eine Dividende in Höhe von lediglich 50 Cent je Aktie in Kauf nehmen. Für das Jahr 2012 sollen die Aktionäre noch eine stabile Dividende von 70 Cent erhalten.

Das sind die größten Telekommunikationsunternehmen

Platz 10

Deutsche Telekom - 37,05 Milliarden Euro

Platz 9

Telstra (Australien) - 42,84 Milliarden Euro

Platz 8

NTT (Japan) - 43,13 Milliarden Euro

Platz 7

Telefonica (Spanien) - 46,31 Milliarden Euro

Platz 6

NTT Docomo (Japan) - 47,99 Milliarden Euro

Platz 5

America Movil (Mexiko) - 66,96 Milliarden Euro

Platz 4

Verizon (USA) - 93,38 Milliarden Euro

Platz 3

Vodafone (Großbritannien) - 94,26 Milliarden Euro

Platz 2

AT & T (USA) - 145,27 Milliarden Euro

Platz 1

China Mobile - 177,02 Milliarden Euro

Ranking nach Marktkapitalisierung (Dezember 2012) - Quelle: Bloomberg

„Jetzt ist ein geeigneter Zeitpunkt, um die Staffelübergabe vorzubereiten und einen geordneten Übergang sicherzustellen“, so Obermann. Die Nachfolge sei aus seiner Sicht bei Höttges in den besten Händen. „Ich kann mir keinen Besseren vorstellen als ihn, um die gute Entwicklung der letzten Jahre fortzuschreiben“, sagt Obermann.

Der 49-Jährige wolle nach 16 Jahren Tätigkeit für die Telekom zudem wieder näher ans operative Geschäft rücken, als das für den Vorstandsvorsitzenden eines Großkonzerns möglich sei, und stärker unternehmerische Aufgaben übernehmen, hieß es. „Ich will wieder mehr Zeit für Kunden, Produktentwicklung und Technik haben“, sagte er. Er wolle wieder „näher an den Maschinenraum“.

Der scheidende Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, René Obermann. Er wird Ende 2013 abtreten. dpa

Der scheidende Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, René Obermann. Er wird Ende 2013 abtreten.

Die Ankündigung kommt in einer bewegten Zeit für den Telefon-Konzern. Im Oktober hatte Obermann publik gemacht, er wolle die kriselnde US-Tochter mit einer Fusion wieder flott machen. Gleichzeitig will die Telekom in Deutschland in den nächsten Jahren für Milliarden ein superschnelles Datennetz bauen.
Die T-Aktie baute ihre leichten Gewinne nach der Ankündigung auf bis zu 0,7 Prozent aus, notierte wenig später aber wieder nur 0,1 Prozent fester bei 8,59 Euro. Der Markt müsse sich erst noch seine Meinung zu dem Rücktritt bilden, sagte ein Händler. Finanzvorstand Höttges genieße am Markt aber einen guten Ruf.

Porträt: Höttges muss aus Obermanns Schatten treten

Porträt

Höttges muss aus Obermanns Schatten treten

„Mit ihm verbindet mich mehr als eine rein berufliche Beziehung“, sagt Timotheus Höttges über Rene Obermann. Ab 2014 soll der bodenständige Solinger seinen Freund an der Telekom-Spitze beerben.

Im Dezember 2010 war der Vertrag von Obermann noch um weitere fünf Jahre bis Ende Oktober 2016 verlängert worden. Obermann sei der „richtige Mann für die Zukunft“, lobte damals Aufsichtsratschef Ulrich Lehner. „René Obermann hat in den vergangenen Jahren erstklassige Arbeit geleistet.“ Er sei der richtige Mann für die Zukunft des Unternehmens, weil er Marktverständnis mit Zielstrebigkeit und dem Willen verknüpfe, unterschiedliche Interessen auszubalancieren.

Bis 2015, so hatte es sich Obermann damals vorgenommen, soll die Telekom wieder aus eigener Kraft wachsen, und zwar mindestens so schnell wie die Wirtschaft insgesamt. Nun wird ein Teil des Weges ein anderer bestreiten.

Kommentare (13)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

20.12.2012, 16:02 Uhr

Echt clever. Erst 5-Jahres Vertrag in trockene Tücher bringen und dann vorzeitig ausscheiden, höchstwahrscheinlich mit millionenschwerer Abfindung. Bravo Herr Obermann.

Telekomschnauzevoll

20.12.2012, 16:27 Uhr

Obermann will Kunden betreuen? Bei seiner Arroganz geht das wohl gut. Briefe an ihn werden nie beantwortet. Obermann ist das personifizierte Unvermögen, ein Blender

Account gelöscht!

20.12.2012, 17:08 Uhr

@ nastrowje:

können Sie dem geneigten Leser mal erklären, was die Herkunft und der Glaube von Herrn Sommer mit dem Niedergang der Telekom zu tun hat?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×