Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.09.2011

18:39 Uhr

Vorwürfe aus China

Die dunkle Seite des Apple-Imperiums

VonFlorian Zerfaß

Chinesische Aktivisten sitzen Apple im Nacken: Zulieferer des Elektronikriesen sollen Mitarbeiter ausbeuten und die Umwelt vergiften. Wie es auch anders geht, macht ein deutscher Großkonzern vor.

Die Palette der Vorwürfe gegen Apple ist lang. Reuters

Die Palette der Vorwürfe gegen Apple ist lang.

DüsseldorfWer mit seinem iPhone oder iPad auf die Website des "Institute for Public & Environmental Affairs" geht, wird überrascht sein über das Gerät, das er gerade in seinen Händen hält. Auf der Seite des Instituts steht eine 46-seitige Dokumentation, wie die High-Tech-Produkte von Apple hergestellt werden. Die teuren, schicken Teile haben eine dreckige Geschichte – in der den Umweltaktivisten zufolge weder auf Mensch noch Natur Rücksicht genommen wird.

Zulieferer von Apple verpesten die Luft und verschmutzen Flüsse und Seen, schreiben fünf Nichtregierungsorganisationen in dem gemeinsamen Bericht. Die Fabriken leiteten kontaminierte Abwässer ungeklärt in Flüsse und Seen ein, eine Probe fand stark erhöhte Werte von Zyanid und Schwermetallen wie Kupfer und Nickel, behaupten sie. „Wir trinken schmutziges Wasser“, klagt ein Fischer, „und die nächste Generation wird giftiges Wasser trinken.“

Insgesamt 27 Zulieferfirmen nimmt der Report ins Visier. Um eine Firma liegt ein beißender Gestank in der Luft, heißt es dort. Menschen, die in der Nähe wohnen, klagen über Kopfschmerzen, gereizte Augen und Atemwege. Ihre Kinder schicken sie lieber in weiter entfernten Orten zur Schule.

Wer Apple-Produkte herstellt, lebt gefährlich. Im Februar räumte Apple ein, dass sich 137 Mitarbeiter beim Arbeiten mit gefährlichen Chemikalien verletzt haben. Mit diesen sollten sie Touchscreen-Monitore reinigen. Im Mai dieses Jahres wurden bei einer Explosion in einer iPad-Fabrik der Firma Foxconn drei Menschen getötet und 15 verletzt. „Das Blut befleckte iPad“, betiteln die Umweltaktivisten ihr Kapitel zu Foxconn, einem der wichtigsten Apple-Zulieferer – und zugleich einer der wenigen bekannten.

E-Mail von Tim Cook: Die beste Entscheidung des neuen Apple-Chefs

E-Mail von Tim Cook

Bei Apple soll alles beim Alten bleiben

Nun muss Tim Cook nur noch ein ähnlich gutes Händchen beweisen wie Visionär Steve Jobs.

Die Amerikaner sprechen nicht gerne darüber, wie ihre iPhones, iPads und iPods fabriziert werden. Klar ist nur, dass Apple nichts mehr selbst produziert, sondern komplett von Zulieferern fertigen lässt. Nicht alle der 27 beschuldigten Firmen seien Apple-Zulieferer, will Ma von der Firma erfahren haben. Welche, wollte Apple aber nicht sagen. Die Liste der Zulieferer ist geheim.

In der New York Times erklärte ein Sprecher: „Überall wo Apple-Produkte hergestellt werden verlangen wir von unseren Zulieferern sichere Arbeitsbedingungen, dass sie ihre Mitarbeiter mit Respekt behandeln, und dass sie umweltverträgliche Prozesse haben.“ Man lege wert auf „höchste Standards sozialer Verantwortung.“

Doch genau das bezweifeln Ma und seine Mitstreiter. Schon im Januar hatten sie den Amerikanern Verstöße vorgeworfen. „Apple bezeichnet sich selbst als grüne Firma“, sagte Ma der Website chinadialogue.net, „aber seit dem ersten Bericht hat sich überhaupt nichts verbessert. Die Firma hat ihr Verhalten nicht im Geringsten verändert.“

Kommentare (10)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

02.09.2011, 21:02 Uhr

hat sich ja noch gar kein fundamentalist aus der apple-sekte zu wort gemeldet und die anschuldigungen als böswillige, frei erfundene hetzkampagne entlarvt! ...sind die ei-iphone/pad akkus etwa alle?!?!

reallynoregrets

03.09.2011, 09:14 Uhr

Ich jedenfalls habe mir das letzte Apple-Gerät zugelegt. Jetzt ist Schluss.

B.Giertz

03.09.2011, 09:40 Uhr

Als wenn das etwas Neues wäre .....

Hinzu kommt das die Apple-Produkte von vorne bis hinten eine Verbraucherverarschung sind !

Mit der knebelartigen Bindung der Kunden an diese eine Hardware,
über die feste Verknüpfung mit nicht-offenen Dateiformaten,
hat Apple doch Microsoft längst überholt !!

Dazu kommen Akkus die fest eingebaut sind.
Internetseiten, für die man auf einmal eine "App" kaufen muss usw.

Aber das Schlimme ist doch die Verbraucher das mitmachen !!!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×