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02.04.2013

09:10 Uhr

Vorwurf der Arroganz

Apple macht vor Chinesen einen Kotau

Der Druck in China wurde immer größer. Die Kunden auf Apples zweitwichtigstem Markt fühlten sich schlecht behandelt. Apple-Chef Cook versucht Schadensbegrenzung - und entschuldigt sich öffentlich.

Apple entschuldigt sich bei chinesischen Kunden

Video: Apple entschuldigt sich bei chinesischen Kunden

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PekingNach heftiger Kritik in China über schlechte Behandlung chinesischer Kunden und unzureichende Garantiezeiten hat sich Apple-Chef Tim Cook entschuldigt. Ein „Mangel an Kommunikation“ habe den Eindruck erweckt, dass sein Unternehmen „arrogant“ sei und die Meinung seiner Kunden nicht zu schätzen wisse, räumte Cook in einem chinesischen Schreiben auf der Webseite ein. „Wir entschuldigen uns aufrichtig für Besorgnisse oder Missverständnisse, die dadurch bei den Kunden entstanden sind.“ China ist nach den USA der zweitgrößte Markt weltweit für den Konzern.

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Der Apple-Chef ordnete eine Verlängerung der Garantiezeiten bei der Reparatur eines iPhone 4 und 4S in China um ein weiteres Jahr an. Auch erließ Cook kulantere Regelungen für den Ersatz beschädigter Geräte. Während früher nur Teile ersetzt wurden, sollen Kunden heute ein neues iPhone bekommen können, wie aus dem Schreiben hervorgeht. Der Kundenservice in China soll stärker beaufsichtigt und das Personal der Apple-Händler besser geschult werden.

Die Evolution des iPhone

iPhone - die erste Generation

Mit seinem leicht bedienbaren Touchscreen revolutionierte das iPhone die Handybranche. Dabei waren die technischen Daten der ersten Generation noch recht bescheiden: Der Prozessor leistete nur 667 Megahertz, der Arbeitsspeicher war nur 128 Megabyte groß. Den Datenfunk UMTS unterstützte die erste Generation nicht. Trotzdem wurde das Gerät ein riesiger Erfolg.

iPhone 3G

Das zweite Gerät der iPhone-Reihe, vorgestellt im Juni 2008, brachte einige wesentliche Änderungen. Zum einen überarbeitete Apple das Design gründlich. Zum anderen unterstützte das Gerät den Datenfunk UMTS sowie den Datenturbo HSDPA.

iPhone 3GS

Ein Jahr später stellte Apple das iPhone 3GS vor. Am Design änderte sich nichts, allerdings stattete der Hersteller das Gerät mit einem besseren Prozessor und einem größeren Speicher aus. Das suggeriert auch der Name: Das S steht für „Speed“. Zudem war eine Kamera mit 3 Megapixel Auflösung an Bord.

iPhone 4

Mit der vierten Generation, präsentiert im Juni 2010, wagte Apple wieder ein neues Design: Das Gehäuse war kantiger und aus Edelstahl. Zudem verbaute der Hersteller ein Display mit höherer Auflösung. Auch der Prozessor war leistungsfähiger als beim Vorgänger. Der Ansturm auf das Gerät war gewaltig.

iPhone 4S

Äußerlich unterschied sich das iPhone 4S kaum von seinem Vorgänger, das Design blieb weitgehend gleich. Schlagzeilen machte vor allem der persönliche sprachgesteuerte Assistent Siri, der zunächst nur auf dem 4S lief, später aber auch auf anderen iPhone-Modellen. Siri kann Fragen beantworten oder Kommandos ausführen. Die Kamera des iPhone 4S hatte eine Auflösung von 8 Megapixel.

iPhone 5

Das sechste und aktuelle Gerät der Reihe heißt iPhone 5. Es ist etwas länger, aber gleichzeitig dünner als das Vorgängermodell – dadurch ergibt sich ein neues Seitenverhältnis von 16:9. Die 8-Megapixel-Kamera kann Aufnahmen in HD anfertigen. Ein neuer Prozessor soll für mehr Tempo sorgen. In die Kritik geriet Apple, weil vor allem an der schwarzen Variante schnell Abnutzungserscheinungen zu sehen waren. Mit dem iPhone 5 führte Apple auch iOS 6 ein, die neue Version des Betriebssystems, die den vielkritisierten Kartendienst Maps enthält.

iPhone 5C und 5S

Das iPhone 5c und das iPhone 5s waren die Modelle sieben und acht. Das 5c ist die etwas günstigere Variante: Weitgehend ausgestattet wie das iPhone 5, hat es aber ein Gehäuse aus buntem Plastik. Das 5s hat unter anderem einen doppelt so schnellen Chip, eine bessere Kamera und einen Fingerabdrucksensor zur Entsperrung des Gerätes.

In einer ersten Reaktion auf die Entschuldigung sprach die chinesische Zeitung „Global Times“ am Dienstag von „einem Schritt in die richtige Richtung“. Kunden dürften ihn willkommen heißen. Zuvor hatte die chinesische Verbrauchervereinigung (CCA) das Unternehmen aufgefordert, seine Garantie-Regelungen in China zu verbessern.

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Die Welle der Empörung in China hatte Mitte März begonnen, als ein Bericht des Staatsfernsehens CCTV zum Weltverbrauchertag den Handy- und Computerkonzern wegen Mängeln im Kundenservice angegriffen hatte. Während Apple nicht umgehend auf die Vorwürfe reagierte, verschärften andere Staatsmedien die Kritik noch und riefen damit auch die Aufsichtsbehörden auf den Plan. Das kommunistische Parteiorgan „Volkszeitung“ schrieb in einem Kommentar sogar, die „unvergleichliche Arroganz“ von Apple bezwingen zu wollen.

„Wir haben China immer respektiert und chinesische Kunden haben bei unseren Prioritäten immer Vorrang“, schrieb Apple-Chef Cook in seiner Entschuldigung.

Von

dpa

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