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28.03.2006

12:54 Uhr

Vorwurf der Patentverletzung

Skype wird verklagt

Das Software-Unternehmen Streamcast hat laut mehrerer US-Medienmeldungen eine Klage gegen die Ebay-Tochter Skype angestrengt. Es geht um Technologieklau. Hat das Verfahren Erfolg, bekommt der Anbieter von Internet-Telefonaten existenzielle Probleme.

der DÜSSELDORF. Streamcast wirft Skype in der am Montag vom zuständigen Gericht in Kalifornien veröffentlichten Klage vor, eine von ihnen entwickelte so genannte Peer-to-Peer-Technologie für die Telefonverbindungen zu nutzen. Streamcast spricht von einer patentgeschützten Eigenentwicklung für sein File-Sharing-Programm Morpheus. Das Unternehmen hat die Klage bestätigt, allerdings ohne näher darauf einzugehen. Skype hat sich bislang noch nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Sollte die Klage Erfolg haben, wäre Skypes Zukunft gefährdet. Die strittige Technologie ist eine von Skypes Vorteilen gegenüber der Konkurrenz. Mit dem System können Telefonate effizient zwischen zwei Computern vermittelt werden.

Eine Rückschlag bei Skype würde auch Ebay hart treffen. Das Internet-Auktionshaus hatte das Luxemburger Unternehmen Mitte 2005 für 2,6 Mrd. Dollar übernommen. Internet-Telefonie gilt als eine der Wachstumsbranchen überhaupt. Ganz vorn mit dabei ist Skype mit weltweit mehr als 54 Mill. Kunden und einem erwarteten Umsatz von 200 Mill. Euro im laufenden Jahr. Tendenz stark steigend. Auf der Cebit Mitte März hat das Unternehmen sogar ein erstes Mobiltelefone für die Internet-Telefonie vorgestellt.

Der Rechtsstreit kommt deswegen zur Unzeit. Allerdings hat er eine längere Vorgeschichte: Die Skype-Gründer Niklas Zennström und Janus Friis hatten auch die File-Sharing-Software Kazaa entwickelt und waren bereits hier mit Screamcast aneinander geraten. Damals ging es um Lizenzgebühren. Kazaa taucht zusammen mit anderen eher unbekannten Software-Firmen ebenfalls in der aktuellen Klageschrift auf.

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