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20.05.2014

17:47 Uhr

Vorwurf des Machtmissbrauchs

Buchbranche attackiert Konkurrenten Amazon

Sie fordern, dass die Politik handelt: Die Buchbranche will Schutz gegen die Marktmacht von Amazon – schließlich herrsche überall sonst Kartellkontrolle, nur im Digitalmarkt sei die Erpressung durch Monopolisten möglich.

Amazon hat im e-Book-Markt die Nase vorn, auch das Lesegerät Kindle hat daran seinen Anteil. dapd

Amazon hat im e-Book-Markt die Nase vorn, auch das Lesegerät Kindle hat daran seinen Anteil.

FrankfurtIm Kampf um den E-Book-Markt hat der Dachverband der deutschen Buchbranche Amazon Machtmissbrauch vorgeworfen. Der Online-Händler strebe durch „Erpressung der Verlage“ weltweit eine marktbeherrschende Stellung an, kritisierte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis, am Dienstag in Frankfurt. Das Kartellrecht müsse auch im digitalen Markt durchgesetzt werden. „Es ist ein klarer Auftrag an die Politik und längst überfällig.“

Nach Medienberichten verzögert Amazon in den USA und Deutschland die Auslieferung von Büchern zweier großer Verlagsgruppen, um diese dadurch zu für Amazon günstigeren Konditionen zu zwingen. „Diese Erpressung findet auf dem Rücken von Kunden und Autoren statt“, erklärte Skipis. Von Amazon war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Verzögerte Lieferungen: Amazon will Druck auf Verlagskonzern ausüben

Verzögerte Lieferungen

Amazon will Druck auf Verlagskonzern ausüben

Um bessere Bedingungen bei der Versorgung mit E-Books zu erhalten, greift Amazon angeblich zu drastischen Mitteln. Ein Konzern soll einem FAZ-Bericht zufolge vor der Wahl stehen: Höhere Rabatte oder längere Lieferzeiten.

Nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ fordert Amazon in Europa von dem schwedischen Verlagskonzern Bonnier, zu dem bekannte deutsche Verlage wie Ullstein, Piper, Berlin und Carlsen gehören, höhere Rabatte bei der Belieferung mit E-Books. Um Druck auf Bonnier auszuüben, würden seit Anfang Mai zahlreiche Titel von dem Konzern angehörenden Verlagen nur mit langen Lieferfristen verkauft, obwohl die jeweiligen Titel problemlos vorrätig wären.

Von

dpa

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