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06.01.2005

10:18 Uhr

VW denkt nicht an Verkauf der IT-Tochter

Gedas will T-Systems überholen

VonThomas Nonnast

Die Gedas AG, IT-Tochter des Volkswagen-Konzerns, will 2005 als IT-Dienstleister für die Automobilbranche die größeren Konkurrenten T-Systems und Accenture hinter sich lassen. „Wir wollen weltweit der drittgrößte Dienstleister für die Automotive Industrie werden“, sagte Gedas-Vorstandschef Axel Knobe dem Handelsblatt.

HB BERLIN. Wachstumschancen sucht Gedas vor allen Dingen im Automobilsektor. Doch das dürfte in Deutschland schwer werden. Denn der Wettbewerber T-Systems unterhält enge Beziehung zu Daimler-Chrysler, da die Deutsche Telekom 1999 dessen Debis Systemhaus übernommen hat. Mit der 1 200 Mitarbeiter starken Münchener Softlab hat auch auch der BMW-Konzern eine IT-Tochter in die Selbstständigkeit entlassen, die extern expandieren will. So setzt Gedas vor allen Dingen auf den großen Markt der Automobilzulieferer.

Die Bindung des IT-Dienstleisters an VW bereitet Gedas-Chef Knobe keine Kopfschmerzen. Speziell in der Automobilindustrie sehen auch Experten die Berührungsängste der Wettbewerber bei Zulieferern schwinden: „Die Automobilbranche hat im Industriesektor ihre Fertigungstiefe am weitesten reduziert und IT gehört zu den Bereichen, die sich Automobilhersteller auch extern zuliefern lassen“, sagt PAC-Analyst Christophe Châlons. So arbeite die ehemalige GM-Tochter EDS heute auch für Wettbewerber von GM und T-Systems für Konkurrenten von Daimler-Chrysler.

Die Ziele von Gedas hält der Experte zwar für ambitioniert, aber nicht illusorisch. „Gedas ist einer der Top-Player im Segment der Dienstleister für die Automobilindustrie, ist global positioniert und hat die kritische Größe“, sagt Châlons. Mit rund 5 000 Mitarbeitern hat Gedas 2004 schätzungsweise 560 Mill. Euro umgesetzt, was einen erneuten Umsatzrückgang bedeutet. Das rigide VW-Sparprogramm traf Gedas mit rund 30 Mill. Euro Umsatzverlust.

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