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26.10.2013

14:35 Uhr

Wachstumsaussichten

SAP setzt voll auf China

Die Belegschaft verdoppelt, den Umsatz gesteigert und das Führungsteam neu arrangiert: Der Softwareriese wittert das ganz große Geschäft im Reich der Mitte. Smartphone-Pionier Blackberry passt da nicht ins Konzept.

Die SAP-Konzernzentrale in Walldorf: Stattliche Expansionspläne für China. dpa

Die SAP-Konzernzentrale in Walldorf: Stattliche Expansionspläne für China.

FrankfurtSAP setzt verstärkt auf das Geschäft mit chinesischen Unternehmen. „Das Potenzial des chinesischen Marktes ist unendlich für uns“, sagte Co-Chef Jim Hagemann Snabe der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua. „Dabei sind kleine und mittelgroße Unternehmen der Schlüssel“, fügte der Däne an, der den Softwareriesen bis zum kommenden Frühjahr noch zusammen mit Bill McDermott leitet. Dann übernimmt der Amerikaner alleine die Führung. Der Walldorfer Konzern will bis 2015 zwei Milliarden Euro in China investieren.

SAP habe mehr als 6000 Kunden und mehr als 450 Partner in China und habe die Belegschaft auf gut 4200 Beschäftigte verdoppelt, sagte Snabe weiter. Im ersten Halbjahr war SAP wegen des Regierungswechsels und Management-Veränderungen in China langsamer gewachsen, im dritten Quartal aber habe der Konzern in Asien wieder zugelegt. „Vor allem China hat sich stark erholt, was SAP ein prozentual zweistelliges Wachstum brachte“, sagte er. „Es gibt Millionen Unternehmen in China, die in die Welt hinaus streben.“

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt wuchs in den ersten drei Quartalen um 7,7 Prozent. Damit dürfte das Ziel der Regierung für das Gesamtjahr von 7,5 Prozent erreichbar sein. Es wäre aber das kleinste Plus seit 23 Jahren. Peking will die Wirtschaft unabhängiger von Investitionen und Krediten machen, unrentable Branchen nicht mehr stützen und dafür den privaten Konsum stärken. Die Regierung nimmt deshalb ein vorübergehend langsameres Wachstum in Kauf.

Zukäufe von SAP

Wachstum dank Zukäufen

Der Walldorfer Software-Konzern SAP hat in den vergangenen Jahren hohe Milliardenbeträge für Großübernahmen ausgegeben. Damit verstärkte sich das Unternehmen für zukunftsträchtige Geschäftsfelder.

Business Objects

2007 übernahmen die Deutschen den französischen Softwarehersteller Business Objects für 4,8 Milliarden Euro. SAP kauft sich damit Analyse-Software, die Daten aus einzelnen Geschäftsbereichen von Unternehmen auswertet – und ist inzwischen Marktführer.

Sybase

Den Datenbankspezialisten Sybase übernimmt SAP im Jahr 2010 für 5,8 Milliarden Dollar und erwirbt damit Expertise für den Mobilfunkmarkt. Mit Hilfe der Sybase-Plattform lassen sich die SAP-Programme leichter auf Smartphones und Tablets spielen. Die Software von Sybase stellt außerdem den Grundstock für das wachsende Datenbankgeschäft von SAP.

Success Factors

2012 geht SAP die Übernahme von Success Factors für 3,4 Milliarden Dollar an. Software, die nicht mehr auf Firmenservern lagert, sondern nach Bedarf „on Demand“ über das Internet abgerufen wird, ist bereits heute ein Milliardenmarkt.

Ariba

Mit der Handelsplattform Ariba, die SAP ebenfalls 2012 für 4,3 Milliarden Dollar übernahm, sicherte sich der Softwarekonzern weitere Fähigkeiten. Ariba ist nicht nur eine Art Ebay für Unternehmen. Die Firma verkauft auch Software, zum Beispiel Programme, mit deren Hilfe Firmen ihren Lieferanten digitale Rechnungen stellen können.

Im dritten Quartal habe der Umsatz mit Softwarelizenzen sowie mit Cloud-Subskriptionen dort aber jeweils um rund 30 Prozent zugelegt, sagte SAP-Finanzvorstand Werner Brandt dem Anlegermagazin „Euro am Sonntag“. Das neue Führungsteam für die chinesische Landesgesellschaft fahre erste Erfolge ein. Landeschefin Hera Siu hatte im Februar überraschend eine Auszeit genommen. Neuer Leiter der Geschäfte in China, Hong Kong, Macau, und Taiwan ist Mark Gibbs, zuvor Chief Operating Officer bei SAP Asia Pacific Japan.

Sich den angeschlagenen Smartphone-Pionier Blackberry einzuverleiben, steht nicht auf der Agenda von SAP. „Blackberry passt nicht in unsere Strategie“, sagte Brandt weiter. Programme für mobile Geräte seien bereits Teil der SAP-Kernanwendungen. Für den zum Verkauf stehenden kanadischen Konzern gibt es eine Reihe von Interessenten. Auch SAP war Interesse nachgesagt worden. Blackberry verliert immer mehr den Anschluss an die stetig wachsenden Rivalen Apple und Samsung. Das Unternehmen musste zuletzt eine drastische Gewinnwarnung ausgeben und plant einen massiven Stellenabbau.

Von

rtr

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