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28.04.2015

01:33 Uhr

Wachstumstreiber China

Apple strahlt dank iPhone-Absatz

Auch im zweiten Quartal sorgt Apples iPhone für gute Geschäftszahlen: Der Absatz steigt im Jahresvergleich um 40 Prozent auf knapp 61,2 Millionen Geräte. Der Umsatz wächst um 27 Prozent. Doch ein Bereich schwächelt.

Ein iPhone zeigt die Apple-Watch, das neuste Produkt des US-Konzerns: Im zweiten Quartal steigt der Umsatz des Unternehmens um 27 Prozent. Reuters

iPhone

Ein iPhone zeigt die Apple-Watch, das neuste Produkt des US-Konzerns: Im zweiten Quartal steigt der Umsatz des Unternehmens um 27 Prozent.

CupertinoApples iPhone verkauft sich auch nach dem Weihnachtsgeschäft stark und sorgt weiter für Milliarden-Gewinne. Im vergangenen Quartal stieg der Absatz im Jahresvergleich um 40 Prozent auf knapp 61,2 Millionen Geräte. Entsprechend gut fielen auch die Geschäftszahlen aus. Der Umsatz in dem Ende März abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal wuchs um 27 Prozent auf 58 Milliarden Dollar (53,7 Milliarden Euro). Der Gewinn sprang sogar um ein Drittel auf 13,6 Milliarden Dollar (12,5 Milliarden Euro), wie Apple nach US-Börsenschluss am Montag mitteilte.

An die Aktionäre sollen nun weitere 70 Milliarden Dollar ausgeschüttet werden. Damit bekommen sie insgesamt 200 Milliarden Dollar, von denen gut 100 Milliarden sie bereits erreichten. Die Aktie legte nachbörslich um knapp 1,5 Prozent zu.

Apple sitzt jetzt auf einem Geldberg von 193,5 Milliarden Dollar. Die Reserven stiegen damit binnen drei Monaten um rund 15,5 Milliarden. Mit 171 Milliarden Dollar liegt der Großteil davon außerhalb der USA.

Das iPhone bleibt mit großem Abstand das wichtigste Produkt für Apple. Im vergangenen Quartal erwirtschaftete es mit 40,3 Milliarden Dollar mehr als zwei Drittel des Geschäfts.

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China war wieder einmal ein entscheidender Wachstumstreiber. Von dort kamen mit 16,8 Milliarden Dollar fast 29 Prozent des Geschäfts. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 71 Prozent. Apple habe auch vom chinesischen Neujahrsfest profitiert, sagte Cook. Im Gegensatz zu vielen anderen US-Unternehmen konnte Apple trotz ungünstiger Währungskurse auch in Europa ein Wachstum verzeichnen: Die Erlöse stiegen um zwölf Prozent auf 12,2 Milliarden Dollar.

Zahlen zum Absatz der neuen Apple-Uhr gab es nicht. Konzernchef Tim Cook sagte lediglich, dass die Nachfrage viel höher als das Angebot sei und die Apple Watch erst Ende Juni in weiteren Ländern verkauft werden solle. Finanzchef Luca Maestri sagte in einem Interview der „Financial Times“, der Absatz der Uhr sei „sehr gut“ im Vergleich zu den 300.000 Geräten, die Apple 2010 am ersten Tag vom iPad verkauft habe. Apple hatte bereits angekündigt, dass die Verkaufszahlen der Watch nicht in den Quartalsberichten ausgewiesen werden sollen.

Die Fakten zur Apple-Uhr

Modelle

Es gibt drei Modelle, nämlich die Apple Watch Sport im Aluminiumgehäuse auf rund 400 Euro, die Apple Watch mit Edelstahlgehäuse ab 650 Euro sowie die Apple Watch Edition aus Gold ab 11.000 Euro.

Varianten

Jedes Modell wird in zwei Varianten angeboten, eine kleinere mit 38 Millimeter breitem Gehäuse und eine mit 42 Millimeter breitem Gehäuse für kräftigere Handgelenke. Dazu hat der Hersteller diverse Armbänder im Angebot.

Preise

Die kleinere Sport-Uhr mit einem 38-Millimeter-Gehäuse kostet 399 Euro, das größere Modell 449 Euro. Die Edelstahl-Variante gibt es ab 649 Euro und für die limitierte „Edition“-Ausgabe aus 18-Karat-Gold muss man je nach Ausstattung und Größe zwischen 11 000 und 18 000 Euro hinblättern. Die niederen Preise in den USA ab 349 Dollar enthalten keine Umsatzsteuer, die Preise in Deutschland werden mit Mehrwertsteuer ausgewiesen,

Starttermin

Deutschland gehört zu den neun Ländern, in denen die Apple Watch am 24. April in den Handel kommt. Vom 10. April an kann sie vorbestellt und in Apple-Läden ausprobiert werden.

Iphone

Die Apple Watch kann nur mit einem halbwegs aktuellen iPhone (5, 5s, 5c, 6 oder 6 Plus) in Betrieb genommen werden. Auch die Apps von Drittanbietern werden über eine Bluetoothverbindung vom iPhone aus auf der Watch installiert.

Batterielaufzeit

Die Uhr soll bei gewöhnlicher Nutzung 18 Stunden halten und damit von morgens bis abends. Apple erklärt, dass sie bei einer typischen Nutzung meist nur wenige Sekunden pro Aktion im Einsatz sein könnte.

Wasserdichte

Tim Cook sagte kürzlich einem Mitarbeiter im Berliner Apple Store, er gehe mit seiner Watch auch duschen. Offiziell spricht Apple von einer „Wasserdichte nach IPX7“, die einen „Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen“ bietet. Nach dieser Norm hält die Watch rund 30 Minuten in einem Meter Wassertiefe dicht.

Eine Schwachstelle bleibt der iPad-Absatz. Ihre Verkäufe sanken im Jahresvergleich um fast ein Viertel auf 12,6 Millionen Stück. Apple versucht, unter anderem über eine Partnerschaft mit IBM den Absatz der Tablets in Unternehmen anzukurbeln.

Die Verkäufe der Mac-Computer legten dagegen gegen den dauerhaft schwachen Branchentrend um zehn Prozent auf 4,56 Millionen Geräte zu. Die Macs bringen jetzt wieder etwas mehr Umsatz ein als die iPads. Cook räumte ein, dass das große iPhone 6 Plus und einige Macs wahrscheinlich Käufer vom iPad weglocken.

Der Erfolg des iPhone 6 macht das Smartphone-Geschäft für Apple noch lukrativer. Der durchschnittliche Preis eines Apple-Telefons stieg im Jahresvergleich um 62 Dollar auf 658 Dollar. Nur im Weihnachtsquartal waren die Kunden mit im Schnitt 687 Dollar noch spendabler.

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Mit dem Verkaufsplus geht weiterhin die Strategie von Cook auf, den Vormarsch günstiger Smartphones mit dem Google-System Android entgegen Empfehlungen vieler Branchenexperten nicht mit einem „Billig-iPhone“ zu kontern. Der Absatz der iPhones in Schwellen- und Entwicklungsländern sei im vergangenen Quartal um 63 Prozent gestiegen, sagte er. In Deutschland habe es ein Absatzplus von über 80 Prozent gegeben.

Cook betonte, er sehe noch großes Potenzial: Erst ein Fünftel der Kunden hätten ein iPhone 6. Außerdem sei der Anteil der Nutzer, die von Android wechselten, nach wie vor höher als bei früheren iPhone-Modellen.

Von

dpa

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