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04.01.2007

16:13 Uhr

Wall Street Journal mit neuem Layout

Nur die Schlussglocke fehlte in Manhattan

VonTorsten Riecke

Das Wall Street Journal gibt es heute umsonst", sagt die freundliche Verkäuferin am Zeitungsstand. Warum, spürt der Leser gleich beim ersten Griff zum Zeitungsstapel. Die "Bibel der Konservativen" in Amerika fühlt sich schmaler und dicker an als gewohnt.

NEW YORK. Das "Journal", wie das Wirtschaftsblatt von seinen Leser liebevoll genannt wird, erscheint seit Jahresbeginn im neuen Gewand. Eine Spalte hat die Zeitung verloren, dafür aber nach Meinung ihrer Macher vom Verlagshaus Dow Jones vor allem an Modernität gewonnen. Damit die Leser auf den Geschmack kommen, hat der Verlag eine halbe Million Exemplare kostenlos an 40 000 Zeitungskiosken und Bahnhöfen in ganz Amerika verteilt.

Seit Monaten wurde der erste Erscheinungstag des neuen Journal im neunten Stockwerk des Dow Jones Building im World Financial Center in Manhattan generalstabsmäßig geplant. Herausgeber Gordon Crovitz und Chefredakteur Paul Steiger plauderten ausgiebig über die Notwendigkeit, das Journal dem Internetzeitalter anzupassen, ohne seine traditionellen Stärken zu vernachlässigen. Mit einer "Road-Show" hat der Verlag den Anzeigenkunden das neue Konzept schmackhaft gemacht. Eine Werbekampagne erinnerte die Leser täglich daran, dass am 2. Januar der große Auftritt beginnt. Und dann kam es doch ganz anders als geplant.

Nach dem Tod des früheren US-Präsidenten Gerald Ford erklärte das Weiße Haus ausgerechnet den Tag der Zeitungspremiere zum nationalen Trauertag. Die Börsen an der Wall Street blieben ebenso geschlossen wie viele Banken an der Finanzmeile in Manhattan. Die Kernleserschaft des Journal verpasste also die Premiere und blieb zu Hause. Dow Jones trug das Pech mit Fassung. "Der Ruhetag an der Wall Street hat die die Vermarktung des neuen Journal nicht gestört", sagte Verlagssprecher Robert Christie. Zumindest ein Werbeauftritt musste jedoch abgesagt werden. Dow-Jones-Chairman Peter Kann sollte eigentlich die Schlussglocke an der New York Stock Exchange läuten.

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