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23.09.2016

11:53 Uhr

Wanda

Chinas Unterhaltungsriese steigt bei Sony Pictures ein

Partnerschaft der Giganten: Das Hollywood-Studio Sony Pictures sucht Zugang zum boomenden chinesischen Filmmarkt. Chinas Wanda-Konzern will sich als globaler Mitspieler etablieren. Was kommt dabei raus?

Der chinesische Mischkonzern Wanda steigt bei dem US-Filmstudio ein. AP

Sony Pictures

Der chinesische Mischkonzern Wanda steigt bei dem US-Filmstudio ein.

PekingDie chinesische Wanda-Gruppe und das Hollywood-Studio Sony Pictures wollen künftig eng kooperieren. Die Unterhaltungsriesen vereinbarten eine „strategische Allianz“, die eine gemeinsame Finanzierung von Produktionen einschließt, wie der im chinesischen Dalian ansässige Wanda-Konzern am Freitag mitteilte. Die Partnerschaft kann Sony Pictures eine größere Präsenz auf dem rasant wachsenden, zweitgrößten Kinomarkt der Welt in China verschaffen. Der Zuwachs lag im vergangenen Jahr bei 48 Prozent.

Nach dem Kauf des Hollywood-Studios Legendary („Jurassic Park“, „Godzilla“, „Batman“) für 3,5 Milliarden US-Dollar im Januar ist die Partnerschaft mit Sony ein weiterer Schritt des Wanda-Konzerns, seine Position im weltweiten Filmgeschäft auszubauen. Die Gruppe um den chinesischen Milliardär Wang Jianlin ist bereits der größte Kinobetreiber der Welt und ein führender Filmproduzent in China.

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Chinas Immobilienmogul Wang Jianlin zimmert an einem chinesischen Filmimperium. Ihm gehört die größte Kinokette der Welt und er lässt eine Filmstadt bauen. Nun übernimmt er das US-Filmstudio Legendary.

Wanda gehören neben der größten Zahl von Lichtspieltheatern in China und in Asien auch die zweitgrößte amerikanische Kinokette AMC, Hoyts in Australien sowie Odeon & UCI in Europa. Wanda Cinema Line verzeichnete im ersten Halbjahr einen Zuwachs von 64 Prozent auf 5,7 Milliarden Yuan Umsatz, umgerechnet 762 Millionen Euro. In China betreibt der Konzern mehrere Unterhaltungsparks und sieht sich als größter Konkurrent für das im Sommer in Shanghai eröffnete Disneyland.

„Der chinesische Markt für Hollywood-Filme boomt weiter, und diese Allianz wird unserer Fähigkeit, mit dem Publikum direkt in Verbindung zu treten, einen kräftigen Anschub geben“, sagte Tom Rothman von Sony Pictures laut einer Mitteilung von Wanda. Chinas Filmmarkt ist streng kontrolliert. Die Behörden erlauben nur den Import von 34 ausländischen Streifen im Jahr. Mit Koproduktionen versuchen Filmproduzenten die Quoten zu umgehen.

Wanda-Gründer Wang Jianlin will die chinesische Filmindustrie auf Weltniveau bringen, sieht aber noch viel Nachholbedarf. Sein Unternehmen baut in der ostchinesischen Hafenstadt Qingdao einen riesigen Komplex mit Film- und Fernsehstudios, der 2017 fertig werden soll. Auch kündigte Wanda im vergangenen Monat an, 150 Filmtheater nach dem kanadischen Imax-Kinosystem in China bauen zu wollen.

Diese deutschen Firmen gehören jetzt Chinesen

Putzmeister

Der Betonpumpen-Weltmarktführer Sany Heavy Industry übernimmt im Januar 2012 das schwäbische Unternehmen für gut 320 Millionen Euro.

Kiekert

Der Pekinger Automobilzulieferer Lingyun übernimmt 2012 den Weltmarktführer für Pkw-Schließsysteme aus Heiligenhaus (NRW).

Schwing

Die Xuzhou Construction Machinery Group (XCMG) wird im April 2012 Mehrheitseigener des westfälischen Betonpumpenherstellers. Der Verkaufspreis des Herner Unternehmens soll bei rund 300 Millionen Euro liegen.

Kion

2012 steigt der chinesische Nutzfahrzeugproduzent Weichai Power beim Gabelstaplerhersteller Kion ein. Die Chinesen kaufen zunächst für 467 Millionen Euro 25 Prozent an Kion und steigern 2015 ihren Anteil auf 38,25 Prozent. Außerdem erhält der Investor für 271 Millionen Euro eine Mehrheitsbeteiligung von 70 Prozent an der Hydrauliksparte Kions.

Solibro

Das insolvente Solarunternehmen Q-Cells vereinbart im Juni 2012 den Verkauf seiner Tochterfirma mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen an die Pekinger Hanergy Holding Group.

Sunways

Der Konstanzer Photovoltaik-Konzern ging 2012 zum Schnäppchenpreis an den chinesischen Solarriesen LDK Solar. Doch 2013 und 2014 reichte Sunways jeweils einen Insolvenzantrag ein. Teile des Unternehmens wurden in der Folge an den chinesischen Solarkonzerns Shunfeng verkauft.

Tailored Blanks

Der Industriegüterkonzern Thyssen-Krupp schließt 2013 den Verkauf seiner Tochter an den chinesischen Stahlkonzern Wuhan Iron and Steel (Wisco) ab. Zum Preis machen beide Seiten keine Angaben.

Koki Technik Transmission Systems

Das chinesische Unternehmen Avic Electromechanical Systems (Avicem) – eine Tochter der staatlichen Unternehmensgruppe Aviation Industry Corporation of China (Avic) – übernimmt 2014 den sächsischen Autozulieferer. Ein Kaufpreis wird nicht genannt.

Hilite

Avic übernimmt 2014 für 473 Millionen Euro den deutschen Autozulieferer.

Krauss-Maffei

Im Januar 2016 verkauft Onex den Münchener Spezialmaschinenbauer Krauss-Maffei an ein Konsortium um die staatliche National Chemical Corporation (Chemchina). Der größte Chemiekonzern des Landes zahlt 925 Millionen Euro für den traditionsreichen Hersteller von Spritzgießmaschinen für die Kunststoff- und Gummi-Verarbeitung.

EEW

Die chinesische Holding Beijing Enterprises kauft im Februar 2016 den Abfallkonzern EEW Energy from Waste aus Helmstedt für 1,438 Milliarden Euro. Verkäufer ist der schwedische Investor EQT. EEW hat nach eigenen Angaben 1050 Mitarbeiter. Die 18 Anlagen der Gruppe können jährlich rund 4,7 Millionen Tonnen Abfall zu Energie machen und umweltschonend beseitigen. Die Fabriken erzeugen Prozessdampf für Industriebetriebe, Fernwärme für Wohngebiete und Strom für umgerechnet rund 700.000 Haushalte.

Manz

Die Shanghai Electric Group steigt im Frühjahr mit Anteilen von etwa 20 Prozent bei dem angeschlagenen Maschinenbauer ein.

Kuka

Das Augsburger Unternehmen Kuka baut nicht nur Roboter, sondern ist auch Systemanbieter rund um die digital vernetzte Industrie. Der chinesische Midea-Konzern hat Kuka ein Übernahmeangebot im Umfang von 4,5 Milliarden Euro gemacht und mit dessen Hilfe knapp 95 Prozent der Kuka-Anteile übernommen.

Die Tochterfirma Legendary East produziert gerade einen Film mit dem Starregisseur Zhang Yimou über die Große Mauer. Mit dem amerikanischen Schauspieler Matt Damon zielt der Streifen auch auf den internationalen Markt. Er kommt im Februar 2017 in die Kinos.

Weitere Bündnisse wie mit Sony seien zum Ausbau der internationalen Kooperation geplant, sagte Jack Gao, Chef des Kulturarms der Wanda-Gruppe, die ursprünglich mit Immobilien und Einkaufsplazas groß geworden ist. Der Konzern sei ein „Schlüsselpartner auf dem begehrten chinesischen Markt“, fand Gao.

Umgekehrt baut der Konzern seit Jahren schon sein internationales Portfolio aus. Im August 2015 kaufte Wanda für 650 Millionen US-Dollar die Marke „Ironman“ und die World Triathlon Corporation. Auch stieg der Konzern für 45 Millionen Euro mit 20 Prozent beim spanischen Fußballclub Atlético Madrid ein. Für gut eine Milliarde Euro kauft die Gruppe den Sportvermarkter Infront im Schweizer Zug.

Von

dpa

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