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30.10.2013

16:25 Uhr

„WAZ“ und „WR“

Funke verkauft Dortmunder Lokalausgaben

Die „Westfälische Rundschau“ und die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ wechseln im Raum Dortmund die Besitzer. Das Medienhaus Lensing hat sie der Funke-Gruppe abgekauft. Für die Leser soll sich nichts ändern.

Die Funke Mediengruppe will die Lokalausgaben der „Westfälischen Rundschau“ und der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ in Dortmund abstoßen. dpa

Die Funke Mediengruppe will die Lokalausgaben der „Westfälischen Rundschau“ und der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ in Dortmund abstoßen.

DortmundDie Funke Mediengruppe will die Lokalausgaben der „Westfälischen Rundschau“ („WR“) und der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ („WAZ“) in Dortmund verkaufen. „Das Medienhaus Lensing strebt eine Übernahme der Tageszeitungs-Ausgaben der Funke Mediengruppe im Großraum Dortmund an und möchte die Zeitungstitel in diesen Gebieten weiterführen“, teilte das Essener Verlagshaus mit.

Dabei geht es um die Ausgaben der „WAZ“ und der „WR“ in Dortmund, in Lünen und in Castrop-Rauxel sowie die „WR“-Ausgabe in Schwerte, wie ein Funke-Sprecher erläuterte. Zum Kaufpreis machte die Funke Mediengruppe keine Angaben.

Die Funke Gruppe – Zeitungen, Illustrierte und Anzeigenblätter

Historie der Gruppe

Die WAZ wurde 1948 von Erich Brost und Jakob Funke gegründet. 2012 hatte Petra Grotkamp, eine Tochter Funkes, den Brost-Anteil übernommen und hält 66,6 Prozent. Für den Anteil soll sie 500 Millionen Euro gezahlt haben, das wurde aber nie bestätigt. Nach der Übernahme benannte sich das Unternehmen von „WAZ Mediengruppe“ in „Funke Mediengruppe“ um.

Die NRW-Titel der Gruppe

Die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ WAZ ist der prominenteste Titel der Funke Mediengruppe. In Nordrhein-Westfalen sind es neben der WAZ noch „Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung“ NRZ, „Westfalenpost“ und „Westfälische Rundschau“.

Im Januar überraschte das Medienhaus seine Leser und die Branche damit, dass die Redaktion der „Westfälischen Rundschau“ geschlossen und 120 Stellen abgebaut wurden. Die Zeitung existiert aber weiter - die Inhalte kommen jetzt von den Schwester-Blättern, aber auch von Konkurrenten wie den „Ruhr Nachrichten“. Das Management begründete den Schritt damit, den Titel trotz Kostendrucks erhalten zu wollen.

Die wichtigsten Zeitungstitel außerhalb von NRW

Außerhalb von NRW kommen noch die Thüringische Zeitungsgruppe mit „Thüringer Allgemeine“, „Ostthüringer Zeitung“ und „Thüringische Landeszeitung“ sowie die „Braunschweiger Zeitung“ hinzu. In Österreich ist die Gruppe an „Kronen Zeitung“ und „Kurier“ beteiligt.

Publikumszeitschriften

Dass die Gruppe auch „Gong“, „Frau im Spiegel“, „Landidee“, „TV direkt“ und viele andere Illustrierte publiziert, ist weniger bekannt. In der Essener Zentrale jedenfalls füllen die Blätter aus dem eigenen Haus ein ganzes Regal.

Gesamtauflage und Umsatz

Insgesamt erscheinen bei Funke 30 Tages- und Wochenzeitungen, 170 Illustrierte und Fachzeitschriften sowie Anzeigenblätter und Kundenzeitschriften. Die deutschen Tageszeitungen haben eine Auflage von knapp 1,1 Millionen. Der Funke-Umsatz lag 2011 bei 1,1 Milliarden Euro. In Deutschland hat die Gruppe 6000 Mitarbeiter.

„Inhaltlich wird sich für die Abonnenten nichts ändern, denn in Dortmund, Lünen und Schwerte lesen diese bereits seit Februar 2013 die lokalen Inhalte der 'Ruhr Nachrichten', ab 1. November gilt dies auch für Castrop-Rauxel“, hieß es in der Mitteilung weiter.

Funke hatte zu Jahresbeginn die Redaktion der defizitären „Westfälischen Rundschau“ mit 120 Stellen geschlossen. Seitdem liefern andere Verlage die lokalen Inhalte der „WR“, in Dortmund sind es die zu Lensing gehörenden „Ruhr Nachrichten“. Der Mantelteil kommt von der Essener Zentralredaktion der Funke Mediengruppe, die in NRW außerdem die „WAZ“, die „Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung“ (NRZ) und die „Westfalenpost“ herausgibt.

Für die „Ausweitung der Zusammenarbeit“ im Großraum Dortmund steht noch die Zustimmung des Bundeskartellamts aus, erläuterte Funke. „Beschäftigungsverhältnisse sind von der Transaktion nicht betroffen.“ Weiter hieß es: „Mit der geplanten Übernahme durch das Medienhaus Lensing bleibt die Titel- und Medienvielfalt in der Region gesichert.“ Im Juni hatten die Essener die Ausgaben Kamen und Unna der „WR“ an den Rubens-Verlag („Hellweger Anzeiger“) verkauft.

Von

dpa

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