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05.04.2014

10:10 Uhr

Wechsel der Kooperationspartner

Unterhaltungskonzern WWE ordnet Deutschland-Geschäft neu

VonAlexander Möthe

Mit „Wrestling“ lassen sich Millionen verdienen: Der US-Medienkonzern WWE hat aus den in Seifenopern eingebetteten Showkämpfen ein internationales Geschäft gemacht. Auf dem deutschen Markt ändert sich nun einiges.

Werbung mit Wrestling-Legende Hulk Hogan: Der Unterhaltungskonzern WWE will Wrestling in Deutschland populärer machen.

Werbung mit Wrestling-Legende Hulk Hogan: Der Unterhaltungskonzern WWE will Wrestling in Deutschland populärer machen.

New OrleansWenn in der Nacht zu Sonntag die abendfüllende Wrestling-Show „Wrestlemania“ in New Orleans ihr 30. Jubiläum feiert, wird es das vorerst letzte Mal sein, dass deutsche Zuschauer ein solches Event beim Bezahlsender Sky sehen können. Der Veranstalter hinter dem international erfolgreichen Unterhaltungsformat, der börsennotierte Medienkonzern WWE Inc., nutzt die Großveranstaltung, um auf dem hiesigen Markt einige Änderungen einzuführen – und dadurch zu wachsen.

In den vergangenen Jahren hielt Sky die Rechte an der wöchentlichen Live-Fernsehshow „Raw“ sowie den monatlichen Großevents. Letztere konnten deutsche Zuschauer ähnlich wie in den USA als sogenannte „Pay-Per-Views“, also per einmaliger Zahlung, im heimischen Wohnzimmer ansehen. Ab dem 10. April wird die Show, die als eine der am längsten ausgestrahlten Formate um US-Fernsehen gilt, wöchentlich im Free-TV bei Tele 5 ausgestrahlt. Mit dem Einkauf der erfolgreichen Show versucht sich nicht zuletzt auch der Spartensender selbst zu profilieren, Geschäftsführer Kai Blasberg spricht von einem „absoluten Highlight im Unterhaltungsbereich“.

Bei den Großveranstaltungen hat eine andere Münchener Sendergruppe überraschend Sky ausgestochen: ProSiebenSat1 hat sich ein umfangreiches Rechtepaket gesichert und wird die Veranstaltungen künftig über seine Online-Videothek „Maxdome“ vertreiben. Den Anfang macht dabei ausgerechnet „Wrestlemania 30“, die damit gleichzeitig bei Sky und bei Maxdome zu sehen sein wird. Für die Veranstaltung haben sich zahlreiche Prominente angesagt, nach Verkaufsrekorden bei den vorigen „Wrestlemanias“ wird gerade von der Jubiläumsausgabe viel erwartet. Im Vorjahr verkaufte sich das Format weltweit mehr als eine Million Mal, was der WWE allein dafür 72 Millionen Dollar einbrachte.

Die größten Medienkonzerne der Welt (nach Umsatz 2012)

Comcast/NBC, LLC

48,7 Milliarden Euro

Google

39,1 Milliarden Euro

Walt Disney

32,9 Milliarden Euro

News Corp.

26,2 Milliarden Euro

Time Warner

22,4 Milliarden Euro

Viacom/CBS Corp.

22,4 Milliarden Euro

Sony Entertainment

16,8 Milliarden Euro

Bertelsmann

16,1 Milliarden Euro

Vivendi

13,3 Milliarden Euro

Dish Network Corp.

11,1 Milliarden Euro

Rang 11 bis 20

Cox Enterprises 10,6 Milliarden Euro

Thomson Reuters 10 Milliarden Euro

Rogers Comm. 9,7 Milliarden Euro

Liberty Media Corp. 9,4 Milliarden Euro

Reed Elsevier 7,5 Milliarden Euro

Pearson 7,5 Milliarden Euro

Lagardère Media 7,4 Milliarden Euro

Nippon Hoso Kyokai 6,4 Milliarden Euro

ARD 6,3 Milliarden Euro

Bloomberg 6,2 Milliarden Euro

Quelle: Unternehmen

ProSieben wird über seine digitalen Kanäle „Maxx“ und „Fun“ zudem weitere Formate der WWE in Deutschland vertreiben. Laut dem Medienmagazin „DWDL“ war bei dem Deal der Zugang zum Free-TV der entscheidende Punkt.

Wohin die Richtung beim US-Konzern auf dem deutschen Markt kurzfristig geht, ist somit klar. Mittelfristig bleiben jedoch einige Fragen offen. Ende vergangenen Jahres hat die WWE eigens ein Büro für den deutschsprachigen Raum in München eröffnet, was vom Medienmanager Stefan Kastenmüller geleitet wird. Besondere Aufmerksamkeit erregte aber vor allem vor einigen Wochen der Start des WWE Networks, einer multimedialen Plattform, die aus einer Hand Zugang zu allen Showformaten und Zusatzinhalten bietet, auch auf mobilen Endgeräten. Bislang ist dieser Service nur in den USA verfügbar, eine internationale Version soll jedoch folgen. Dies könnte in Deutschland erneut Änderungen mit sich bringen.

Der Schritt wurde zwar als mutig bezeichnet, könnte in der Sport- und Unterhaltungsbranche jedoch durchaus Nachahmer finden. Die Aktie der WWE Inc., die im Oktober noch knapp über der Zehn-Dollar-Marke notierte, hat seit Anfang Februar deutlich zulegen können. Im März erreichte das Wertpapier einen Höchststand von 31,98 Dollar.

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