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15.05.2013

18:22 Uhr

Wechsel in Bonn

Thomas Dannenfeldt wird Finanzvorstand der Telekom

ExklusivStühlerücken bei der Deutschen Telekom: Weil der jetzige Finanzvorstand Timotheus Höttges Konzernchef Obermann beerbt, rückt Telekom-Manager Dannenfeldt auf den Finanz-Posten. Die neue Spitze hat viel zu tun.

Die Mitarbeiter der Deutschen Telekom bekommen eine neue Führungsspitze. ap

Die Mitarbeiter der Deutschen Telekom bekommen eine neue Führungsspitze.

DüsseldorfGehandelt wurde sei Name schon länger, jetzt ist es offiziell: Telekom-Manager Thomas Dannenfeldt wird neuer Finanzvorstand der Deutschen Telekom. Der Konzern bestätigte entsprechende Informationen des Handelsblatts. Dannenfeldt, Jahrgang 1966, folgt auf Timotheus Höttges, der im Laufe des Jahres neuer Vorstandschef des Bonner Konzerns wird und dann René Obermann ablöst.

Zudem verlängerte die Telekom den Vertrag von Deutschland-Chef Niek Jan van Damme vorzeitig um fünf Jahre. Obermann wechselt Ende des Jahres auf den Chefsessel des niederländischen Kabelnetzbetreibers Ziggo.

Der Wirtschaftsmathematiker Dannenfeldt gilt als enger Vertrauter von Höttges und leitet seit drei Jahren das Finanzressort der Deutschlandsparte. Firmeninsider beschreiben ihn als eloquent und durchsetzungsfähig. „Er gehört seit fast 20 Jahren zum Konzern und kennt das Unternehmen und die Branche wie kaum ein anderer, was gerade für seine neue Tätigkeit von ganz entscheidender Bedeutung ist“, lobte Obermann den künftigen Finanzchef. Dannenfeldt startete seine Karriere 1992 bei der Telekom-Mobilfunktochter T-Mobile. Danach übernahm er verschiedene Führungsaufgaben bei im Deutschland und im Ausland, unter anderem bei der Umsetzung eines großen Sparprogramms.

René Obermanns Karriere (Stand: März 2013)

1963

Geboren in Düsseldorf, aufgewachsen in einfachen Verhältnissen.

Ausbildung

Nach Abitur und Wehrdienst machte Obermann eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei BMW und studierte anschließend in Münster Volkswirtschaftslehre.

Selbständigkeit und Firmenverkauf

Nach der Gründung der eigenen Firma ABC Telekom, die unter anderem mit Telefonen und Fax-Geräten handelte, verkauft Obermann das Geschäft 1991 an den asiatischen Konzern Hutchison Whampoa. Obermann bliebt bis 1998 Chef der Hutchison Mobilfunk GmbH.

Anfang bei der Telekom

Im Jahr 1998 wechselt Obermann zur Deutschen Telekom, zu der ihn der damalige Vorstandschef Ron Sommer holt. Obermann arbeitet bis zum Frühjahr 2000 als Vertriebschef des Mobilfunkgeschäfts der Telekom.

Aufstieg bei der Telekom

Im Jahr 2000 wird Obermann Chef von T-Mobile Deutschland und steigt weiter im Konzern auf. Ab November 2002 ist er Telekom-Vorstand, im Jahr 2006 wird er zum Vorstandschef befördert.

Amtszeit als Vorstandschef

Kurz nach dem Amtsantritt holt er Timotheus Höttges in den Vorstand, der Anfang 2014 sein Nachfolger an der Konzernspitze werden wird. Obermann führt zudem im Kampf gegen Billiganbieter ab 2007 die Billigmarke Congstar ein und kämpft in den folgenden Jahren mit vielen komplexen Baustellen. Der Konzern hatte einst Journalisten bespitzelt, das US-Geschäft erwies sich als schwere Belastung und in Deutschland schlägt er sich mit Regulierungsbehörden und heftigem Wettbewerb im Festnetzgeschäft und Mobilfunk herum.

Der von ihm angestrebte Verkauf des US-Geschäfts an AT&T scheitert an einem Veto der US-Kartellbehörde. Als Alternative erarbeitet er die Fusion mit dem Konkurrenten MetroPCS, die allerdings auch noch nicht in trockenen Tüchern ist.

Zeit nach der Telekom

Kurz vor Weihnachten 2012 kündigt Obermann seinen Rückzug als Vorstandsvorsitzender der Telekom an. Er sagt, das Unternehmen Ende 2013 verlassen zu wollen und das Amt an Timotheus Höttges zu übergeben. Im März 2013 wird seine künftige Aufgabe bekannt: Obermann leitet ab 2014 die Geschicke von Ziggo, einem niederländischen Kabelnetzbetreiber.

Ziggo

Seine Amtszeit bei Ziggo ist nur von kurzer Dauer: Nur wenige Wochen nachdem Obermann seinen Posten angetreten hat, wird der Verkauf des Kabelunternehmens an den US-Medienkonzern Liberty Global bekanntgegeben. Obermann kündigt an, seinen Chefposten nach dem Vollzug der Übernahme abgeben zu wollen.

2015: Warburg Pincus

René Obermann findet eine neue Aufgabe. Als geschäftsführender Direktor und Partner wechselt er ins Londoner Büro der Beteiligungsgesellschaft Warburg Pincus. Für das Private-Equity-Unternehmen soll Obermann in der Telekommunikationsbranche künftig Investments evaluieren und die Vertretung auf dem deutschen Markt übernehmen.

Die neue Führungsspitze hat keine leichte Aufgabe. Das schwache Geschäft im europäischen Ausland und in den USA setzte dem Telekommunikationsriesen zuletzt arg zu zu. Der Konzernumsatz fiel im ersten Quartal um knapp fünf Prozent auf 13,79 Milliarden Euro. Der operative Gewinn sank um gut vier Prozent auf 4,29 Milliarden Euro. Dank geringerer Abschreibungen auf die US-Sparte legte der Überschuss hingegen leicht auf 564 Millionen Euro zu.

Der wichtige Heimatmarkt war dagegen der Fels in der Brandung. Dort konnte die Telekom den Rückgang der Einnahmen aus dem Mobilfunkgeschäft zu Jahresbeginn stoppen. Die Bonner sehen sich auf gutem Weg zurück zu Wachstum und steigenden Kundenzahlen. In allen drei wichtigen Märkten Deutschland, dem europäischen Ausland und in den USA peilen die Bonner mit ihren konzernweit rund 230.000 Mitarbeitern in den nächsten Jahren eine Trendwende an. Das wollen sie durch milliardenschwere Investitionen schaffen.

Den Großteil des Geldes will die Telekom im Heimatmarkt investieren. Dabei steht der Netzausbau mit den superschnellen Mobilfunk LTE im Fokus. Bis 2016 sollen 85 Prozent der Telefonierer LTE nutzen können.

Mit Material von dpa, Reuters.

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