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29.01.2004

13:24 Uhr

Wechselkurse belasten

STMicro überrascht mit Ertragsrückgang

Europas größter Chiphersteller hat unter anderem wegen des stärkeren Euro im vierten Quartal einen überraschend kräftigen Gewinnrückgang verzeichnet. STMicro gab zugleich einen schwachen Geschäftsausblick für das laufende erste Quartal, bekräftige aber seine Gewinnziele für 2004. STMicro-Aktien reagierten am Donnerstag mit Kursabschlägen von rund vier Prozent.

HB PARIS/NEW YORK. Als Grund für den geringeren Gewinn nannte das Unternehmen unter anderem den um rund 40 Prozent schwächeren Dollar, der das Unternehmen hart getroffen habe, da ein Großteil der Kosten in Euro anfalle. Auch sei die Nachfrage nach weniger profitablen Produkten, wie so genannten Flash-Speicherchips, gestiegen. Dies bescherte dem Unternehmen wiederum einen Umsatzanstieg, der aber geringer ausfiel als von Analysten erwartet. Diese bezeichneten den Quartalsbericht als enttäuschend.

Im Laufe des Jahres wolle STMicro zudem einen Nachfolger für den langjährigen Firmenchef Pasquale Pistorio benennen, teilte das französisch-italienische Unternehmen mit Sitz in Genf am Mittwochabend nach US-Börsenschluss mit. STMicro warnte vor einem weiteren Rückgang der Gewinnmargen im laufenden ersten Quartal auf 35 Prozent, nachdem die wichtige Kennzahl für die Profitabilität im Schlussquartal 2003 bereits um einen Prozentpunkt auf 36 Prozent gesunken war. Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang auf 36,8 Prozent gerechnet. Bis zum vierten Quartal soll die Gewinnmarge aber auf 40 Prozent steigen, kündigte das Unternehmen an.

Im Schlussquartal sei der Gewinn auf 144 Millionen Dollar oder 0,16 Dollar je Aktie nach 161 Millionen Dollar oder 0,18 Dollar je Aktie im Vorjahr zurückgegangen, teilte STMicro mit. Der Umsatz stieg dagegen um 18,3 Prozent auf 2,11 Milliarden Dollar und werde auch im laufenden ersten Quartal auf einem ähnlich hohen Niveau bleiben. Von Reuters Research befragte Analysten hatten im Schnitt mit 152 Millionen Dollar Gewinn bei einem Umsatz von 1,99 Milliarden Dollar gerechnet.

Vor allem der Umsatz mit nur wenig profitablen Produkten wie Flash-Speicherchips stieg um 44 Prozent im Quartal, wie STMicro mitteilte. Diese Art von Speicherchips, die unter anderem in den stark nachgefragten Digitalkameras oder MP3-Musikspielern zum Einsatz kommt, speichert Daten entgegen anderer Speicherchips auch dann weiter, wenn die Stromzufuhr unterbrochen wird. Auch sei es trotz der kräftigen Erholung in der Chip-Branche schwierig, die Preise zu erhöhen.

„Angetrieben durch eine Kombination aus saisonaler Nachfrage und grundsätzlicher Endverbrauchernachfrage war das Umsatzergebnis im vierten Quartal stärker als angenommen“, sagte Pistorio. Negativ auf die Gewinnsituation habe sich jedoch der allgemeine Preisdruck, Umstrukturierungsmaßnahmen sowie der landesweite Stromausfall in Italien im September ausgewirkt, teilte das Unternehmen mit.

Die Chip-Branche sei in einer Erholungsphase, von der STMicro nicht profitiere, so die Einschätzung von Analysten. „In der derzeitigen Wirtschaftsphase ist unserer Auffassung zufolge ein Umsatzanstieg nicht genug, um die Investoren zu begeistern“, sagte Matthew Gehl, Analyst von Goldman Sachs. Ein Analyst in Paris sagte, sowohl die Ergebnisse als auch der Ausblick seien enttäuschend. Ein Händler in Mailand sah den Grund für den kräftigen Kursrutsch der STMicro-Titel bei der schwachen Prognose für die Gewinnmargen im ersten Quartal.

STMicro-Aktien verloren bis zum Mittag in einem ebenfalls schwächeren Marktumfeld in Paris fast vier Prozent auf 22,04 Euro.

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