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04.04.2017

08:51 Uhr

Wegen Moderator Bill O'Reilly

Mercedes macht weniger Werbung bei Fox News

Berichte über den umstrittenen Fox-News-Moderator Bill O'Reilly lassen Werbekunden zurückschrecken. Unter anderem will Mercedes-Benz zunächst keine Werbung mehr im Umfeld der reichweitenstarken US-Sendung schalten.

Der 67-Jährige ist Gastgeber der täglichen Sendung „The O'Reilly Factor“ beim konservativen US-Nachrichtensender Fox News. AP

Bill O'Reilly

Der 67-Jährige ist Gastgeber der täglichen Sendung „The O'Reilly Factor“ beim konservativen US-Nachrichtensender Fox News.

Düsseldorf/New YorkDer US-Nachrichtensender Fox News ist für seine konservativen Positionen bekannt. Einer der Frontmänner für diese politische Ausrichtung ist Moderator Bill O'Reilly. Der 67-Jährige ist Gastgeber von „The O'Reilly Factor“, der täglichen Zusammenfassung und Kommentierung des Nachrichtentags zur Primetime um 20 Uhr. Der Sender ist eines der wenigen Medien, die regelmäßig von US-Präsident Donald Trump für seine Berichterstattung gelobt werden – und die er regelmäßig schaut.

Berichte über Vorwürfe sexueller Belästigung von Mitarbeiterinnen durch O'Reilly hat der Sender durch Zahlung von Millionenbeträgen an fünf Frauen vermeintlich „aus dem Weg geschafft“, wie die „New York Times“ berichtet hatte. Die Frauen verpflichteten sich im Gegenzug zu Stillschweigen über die Anschuldigungen. Doch die werbetreibende Industrie scheint sich nicht mit dieser Art der Konfliktbewältigung anfreunden zu können.

So hat Mercedes-Benz entschieden, keine Werbung mehr in der Sendung zu schalten. Das Unternehmen schrieb in einer Mitteilung: „Angesichts der Bedeutung von Frauen in jedem Bereich unseres Geschäfts halten wir es nicht mehr für ein gutes Umfeld, um unsere Produkte zu bewerben.“ Einer Schätzung zufolge hat Mercedes im vergangenen Jahr 1,9 Millionen Dollar für Werbespots in der Sendung ausgegeben, die täglich durchschnittlich vier Millionen Zuschauer hat.

Fox hatte den fünf Frauen insgesamt 13 Millionen Dollar zugesagt, wenn sie ihre Beschuldigungen nicht öffentlich machen und nicht juristisch gegen O'Reilly vorgehen. Der ehemalige Senderchef Roger Ailes hatte den Konzern im vergangenen Jahr wegen Vorwürfen der sexuellen Belästigung verlassen müssen. Unter anderem hatte Star-Moderatorin Megyn Kelly in ihren Memoiren geschrieben, von Ailes bedrängt worden zu sein.

Laut „New York Times“ hat auch Hyundai beschlossen, keine Anzeigen mehr in der Sendung zu schalten. In der vergangenen Woche hatte der Fox-News-Mutterkonzern 21st Century Fox mitgeteilt, dass das Unternehmen „alle Belange des Verhaltens am Arbeitsplatz sehr ernst nimmt“. Man habe die Vorwürfe mit Bill O'Reilly besprochen – allerdings sei keine Anschuldigung zuvor über eine bestehende anonyme Hotline dem Unternehmen mitgeteilt worden.

Kommentare (5)

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Herr Holger Narrog

04.04.2017, 09:36 Uhr

Das ist eine ziemlich üble Art der Zensur. Medien die nicht die ideologisch korrekten Positionen vertreten werden von ihren Finanzquellen getrennt und damit diszipliniert.
In Deutschland werden harschere Methoden angewandt. Beispielsweise werden Unternehmen die in inkorrekten Medien werben angeprangert und diskriminiert.

Ich bin mir nicht sicher, meine jedoch ähnliche Aktivitäten in Deutschland im Sinne sogenannter "Erneuerbarer Energien" zwischen 2006 und 2011 beobachtet zu haben. Die PR Töpfe der Sonnenkönige waren seinerzeit reichlich gefüllt da staatliche Subventionen und eine "positive Öffentlichkeit" Existenzgrundlage für "Erneuerbare Energien" waren/sind. Medien die Jubelartikel zu wertlosen, umweltschädlichen Ökoenergien veröffentlichten erhielten reichlich Anzeigen, kritischere Medien weniger bis diese sich anpassten.


Herr Holger Narrog

04.04.2017, 09:40 Uhr

Faszinierend ist das sich das Unternehmen Daimler Benz einer ökosozialistischen Ideologie verschrieben hat, die Nähe zu den Grünen in D sucht und in den USA gleichfalls aktiv linke Positionen vertritt.

Das ist wie wenn ein Schaf einem Wolf zu gefallen sucht. Gut dass ich meine DB Aktien verkauft habe.

Herr Ciller Gurcae

04.04.2017, 10:51 Uhr

In Wirklichkeit wird es so sein, daß daß diese Damen den Mister O' Reilly erpreßt haben.

Daimler sollte so etwas nicht unterstützen. Mit Verbrechern zu paktieren zahlt sich auf Dauer nicht aus.

Donald Trump sollte im Gegenzug Mercedes mit einer Extra-Abgabe belegen, zur Förderung der freien Presse.

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