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12.10.2011

16:24 Uhr

Weltbild-Chef Halff

„Es gibt zu viele Buchläden“

VonJoachim Hofer

Während Carel Halff mit Schließungen etlicher Buchläden rechnet, will er sein Unternehmen zum dritten wichtigen Verkäufer im Internet machen. Außerdem bietet es einen sehr billigen E-Book-Reader an.

E-Book-Reader werden immer beliebter. dpa

E-Book-Reader werden immer beliebter.

MünchenWeltbild-Chef Carel Halff rechnet mit einer weiteren Bereinigung im deutschen Buchhandel: „Es gibt viel zu viele Läden, da werden noch einige verschwinden, freiwillig oder gezwungenermaßen“, sagte der Manager zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse im Gespräch mit dem Handelsblatt. Die Augsburger Verlagsgruppe habe auf die sich ändernden Marktbedingungen bereits reagiert, unterstrich Halff: „Wir haben derzeit 449 Läden, es waren einmal 530.“

Immer mehr Kunden würden ihre Bücher übers Internet bestellen, oder gleich E-Books kaufen, so Halff. Neben den US-Konzernen Amazon und Apple will sich Weltbild als dritte Kraft im kräftig wachsenden Internet-Geschäft etablieren. „Wir wollen in dem neuen Geschäft ganz vorne mit dabei sein, deshalb engagieren wir uns da auch so stark. Es gibt in jedem Fall Platz für einen dritten, regionalen Anbieter“, sagte Halff. In diesen Tagen lanciert das Unternehmen einen extrem günstigen E-Book-Reader für unter 60 Euro. Halff: „Für uns ist das ein Mittel zum Zweck, um hinterher Inhalte zu verkaufen. Unsere Erfahrung zeigt, dass sich die Leute sehr schnell E-Books kaufen, wenn sie erstmal einen Reader besitzen.“

Das schwäbische Verlagshaus gehört der katholischen Kirche und erwirtschaftete zuletzt mit 6400 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 1,7 Milliarden Euro. Den sogenannten stationären Buchhandel betreibt das Unternehmen bereits seit einigen Jahren zusammen mit der Münchener Familie Hugendubel. Gemeinsam sehen sich die Partner mit einem Marktanteil von 18 Prozent als führender Buchverkäufer in Deutschland.

Im Sommer sei das Geschäft im gesamten deutschen Buchhandel schleppend verlaufen, so Halff. „Auch für uns war das dritte Quartal insgesamt schwierig und wir haben uns nicht komplett abkoppeln können. In einzelnen Bereichen wie dem Online-Geschäft lief es allerdings recht gut.“

Kommentare (2)

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11.10.2011, 21:00 Uhr

Da ist wohl eher der Wunsch Vater des Gedanken. Obwohl ich sicherlich auf den Weltbild- Ramsch verzichten kann. Wer ein gutes Buch kaufen will, geht in einen guten Buchladen - sofern es den noch gibt.
Doch Achtung : Lesen bildet - und wer will das heute schon im Land der Dichter und Denker?

Daniel

11.10.2011, 21:38 Uhr

Der Wunsch ist eher an der Stelle im Spiel, wo man sich neben Größen wie Amazon behaupten will. Das halte ich in einem so wenig differenzierten Markt wie dem Buchhandel für illusorisch. Das Angebot von Amazon ist schlicht komplett - ein anderer kann sich hier weder über das Angebot, noch über den Preis hervortun. Das ist spätestens so, seitdem Amazon vom reinen Buchhändler zum offenen Marktplatz für alle und alles wurde.

Ansonsten ist der Wunsch nach einem "guten Buchladen" auch mit einiger Nostalgie verbunden, die vermutlich deutlich zu wenig Leute teilen, als dass sich die Läden in der Breite halten könnten. Und dabei reden wir ja nicht von den Filialen großer Ketten, sondern vom guten alten Buchladen, in dem der Verkäufer/die Verkäuferin den Eindruck erweckt, als habe er/sie jedes einzelne Buch selbst gelesen. Und selbst das häufige Zusatzgeschäft mit Schreibwaren, Büromaterial und Schulbedarf wird heutzutage von den Discountern abgegraben, die den Bedarf rechtzeitig decken, bevor man auf die Idee kommen könnte, im kleinen Laden um die Ecke zu kaufen.

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