Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.07.2015

14:09 Uhr

Weltbild

Logistiksparte meldet erneut Insolvenz an

Vor rund einem Jahr stieg der Investor Droege beim insolventen Medienhändler Weltbild ein. Nun muss der Logistikbereich des ehemaligen Kirchenkonzerns erneut Insolvenz anmelden. Mitarbeiter bangen um ihre Jobs.

Die Gewerkschaft Verdi bestätigte, dass die Also-Mitarbeiter über den geplanten Gang zum Insolvenzgericht informiert wurden. Insgesamt sind rund 450 Beschäftigte davon betroffen. dpa

Logistiksparte von Weltbild will Insolvenz anmelden

Die Gewerkschaft Verdi bestätigte, dass die Also-Mitarbeiter über den geplanten Gang zum Insolvenzgericht informiert wurden. Insgesamt sind rund 450 Beschäftigte davon betroffen.

AugsburgKnapp ein Jahr nach der Übernahme des insolventen Weltbild-Konzerns durch den Düsseldorfer Investor Droege muss der damals abgetrennte Logistikbereich erneut Insolvenz anmelden. Die Also Logistics Services GmbH in Augsburg habe am Dienstag den Betriebsrat informiert, dass die Geschäftsführung einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung stellen werde, teilte das Unternehmen mit.

Also Logistics kümmert sich seit 2014 um den Versand der Artikel des Augsburger Medienhändlers. Die Weltbild GmbH & Co. KG ist hingegen fürs Kerngeschäft zuständig. Beide Firmen gehören zur Droege-Gruppe.

Die Gewerkschaft Verdi bestätigte, dass die Also-Mitarbeiter über den geplanten Gang zum Insolvenzgericht informiert wurden. Insgesamt sind rund 450 Beschäftigte davon betroffen. Das ehemals der katholischen Kirche gehörende Unternehmen Weltbild hatte Anfang 2014 Insolvenz angemeldet. Nach der Mehrheitsübernahme des Augsburger Konzerns durch Droege war es aufgeteilt worden, die Weltbild-Logistik wurde in den Schweizer Also-Konzern eingegliedert.

Weltbild-Geschäftsführer Patrick Hofmann betonte laut der Mitteilung von Also, dass die Weltbild GmbH nicht von der Insolvenz betroffen sei: „Wir sind getrennte Unternehmen.“ Also sei lediglich ein Dienstleister für Weltbild. Verdi betrachtet beide Unternehmen jedoch weiterhin als einen Gemeinschaftsbetrieb. Das Arbeitsgericht Augsburg hat zudem eine gemeinsame Einigungsstelle eingerichtet, bei der es um den Personalabbau bei beiden Unternehmen geht.

Die größten deutschen Medienkonzerne (Umsatz 2013)

Platz 10 – Funke Mediengruppe

Umsatz: 1,2 Milliarden Euro*

Platz 9 – Verlagsgruppe Weltbild

Umsatz: 1,59 Milliarden Euro*

Platz 8 – Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck

Umsatz: 1,88 Milliarden Euro*

Platz 7 – ZDF

Umsatz: 2,01 Milliarden Euro

Platz 6 – Bauer Media Group

Umsatz: 2,4 Milliarden Euro

Platz 5 – Hubert Burda Media

Umsatz: 2,45 Milliarden Euro*

Platz 4 – ProSieben Sat.1

Umsatz: 2,61 Milliarden Euro

Platz 3 – Axel Springer

Umsatz: 2,8 Milliarden Euro

Platz 2 – ARD

Umsatz: 6,28 Milliarden Euro

Platz 1 – Bertelsmann

Umsatz: 16,36 Milliarden Euro

Quelle

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

*Für diese Konzerne lagen die Umsatzzahlen von 2013 bei der Publikation im Mai noch nicht vor. In diesen Fällen wurden die zuletzt veröffentlichten Umsatzzahlen als Grundlage genommen.

Die von Also angestrebte Insolvenz in Eigenverwaltung ermöglicht einem finanziell angeschlagenen Betrieb die Nutzung des Insolvenzrechts, ohne dass die Geschäftsführung die gesamte Verantwortung abgeben muss. Dem Unternehmen wird allerdings ein sogenannter Sachwalter zur Seite gestellt.

Bei der Bekanntgabe der Halbjahreszahlen begründete die Also-Mutter am Dienstag den Schritt der Insolvenz-Anmeldung: „Die im letzten Jahr aus der Insolvenzmasse der Weltbild erworbene Logistikaktivität (...) hat im ersten Halbjahr Verluste von rund 4 Millionen Euro verursacht“, hieß es. Zudem entwickelten sich die Umsätze rückläufig. „Das Unternehmen kann daher angesichts seiner Kostenstruktur ohne umfassende Restrukturierung nicht wettbewerbsfähig im Markt agieren.“

Erst vor wenigen Tagen war für die Buchhandelskette Lesensart aus Ahaus in Nordrhein-Westfalen ebenfalls Insolvenz angemeldet worden. Die Kette hatte Anfang des Jahres 67 Weltbild-Filialen übernommen.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×