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13.02.2014

10:35 Uhr

Weltgrößter Computerhersteller

Lenovo wächst langsamer

Die Zeit kräftiger Gewinnzuwächse bei Lenovo ist vorerst beendet. Zwar wies der Computerhersteller im vierten Quartal noch ein sattes Gewinnplus aus, doch die jüngsten Zukäufe werden die Bilanz erst einmal belasten.

Chinesischer Hersteller

Lenovo auf der Überholspur

Chinesischer Hersteller: Lenovo auf der Überholspur

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PekingNach den jüngsten Milliarden-Zukäufen ist beim weltgrößten Computerhersteller Lenovo mit kräftigen Gewinnzuwächsen vorerst Schluss. Zwar wies der Konzern, zu dem in Deutschland auch der Aldi-Lieferant Medion gehört, am Donnerstag für das Weihnachts-Quartal unter dem Strich nochmal ein Plus von knapp 30 Prozent auf 265 Millionen Dollar aus. In der kommenden Zeit würden die Zukäufe des Handyherstellers Motorola und der IBM-Serversparte die Bilanz aber erst einmal belasten, sagte Firmenchef Yang Yuanqing. So werde es bis zu 15 Monate dauern, bis Motorola in der Gewinnzone sei. Die Lenovo-Aktie verlor am Donnerstag 0,6 Prozent.

Lenovo hatte Ende Januar angekündigt, für knapp drei Milliarden Dollar den Verluste schreibende Handyhersteller Motorola von Google zu kaufen. Der Suchmaschinenbetreiber hatte diese Sparte erst 2012 für 12,5 Milliarden Dollar erworben, sie aber nicht in die schwarzen Zahlen führen können.

Mit Hybrid-Rechnern gegen die Krise

PC-Markt im Umbruch

Der Computermarkt ist im Umbruch: Klassische PCs und Notebooks sind immer weniger gefragt, Tablet-Computer und Smartphones boomen. Während vor allem Apple und Samsung vom Boom der mobilen Geräte profitieren, leiden viele andere PC-Hersteller.

So innovativ wie lange nicht

Für die Verbraucher ist die Krise der Computerbranche gar nicht so schlecht: Die Hersteller sind so innovativ wie lange nicht, um die Kunden von ihren Produkten zu überzeugen. Sie probieren derzeit, welche Formate und Funktionen bei den Kunden ankommen.

Touchscreen wird Standard

Lange waren berührungsempfindliche Bildschirme den mobilen Geräten vorenthalten. Doch spätestens mit der Einführung von Windows 8 haben auch immer mehr PCs einen Touchscreen – das neue Betriebssystem von Microsoft ist für die Bedienung mit dem Finger optimiert.

Lauter Hybridwesen

„2 in 1“ oder gar „3 in 1“: Die Hersteller werben mit zahlreichen Hybridwesen. Diverse Notebooks lassen sich mit Schiebe- oder Klappmechanismen zu Tablet-Computern verwandeln, umgekehrt lassen sich viele Flachrechner mit einer Tastatur zu einem passablen Notebook-Ersatz aufrüsten. Zudem gibt es All-in-One-PCs, die sich auch für den Einsatz in der Horizontalen eignen. Die Grenzen verwischen immer mehr.

Microsoft Surface als Vorreiter

Vorreiter der Tablet-Notebook-Hybriden ist Microsoft: Der Software-Hersteller hat mit dem Surface einen eigenen Rechner auf den Markt gebracht, der die Vorzüge der beiden Gerätekategorien vereinen soll. Doch auch etliche andere Hersteller haben ähnliche Geräte im Angebot.

Zwei Betriebssysteme in einem Gehäuse

Für Android gibt es hunderttausende Apps, mit Windows kann man besser arbeiten. Um diese Vorzüge zu vereinen, bringen einige Hersteller Geräte mit beiden Betriebssystemen auf den Markt, etwa Asus mit dem Transformer Book Trio. Allerdings stellt sich angesichts der Preise oft die Frage: Könnte man diese Geräte nicht auch separat kaufen – für weniger Geld?

Trend zum „All in one“

Immer mehr Hersteller setzen auf das Prinzip „All in One“: Ein Computer, bei dem die gesamte Technik in einem schlanken Monitor steckt. Auch hier gibt es viele Mischwesen: Lenovo, Dell und Sony bieten Geräte an, die sich auch als große Tablet-Computer nutzen lassen.

Auch Intel ist im Umbruch

Der Umbruch des PC-Marktes trifft auch Intel: Der Chiphersteller ist die Nummer 1, wenn es um PC-Prozessoren geht, ist bei mobilen Geräten jedoch ein Nischenanbieter. Mit stromsparenden Chips will der Konzern Anschluss finden – in einigen Smartphones und Tablets ist bereits „Intel Inside“.

Nur wenige Tage vor dem Deal mit Google hatte Lenovo im Januar auch den Kauf des ertragsschwachen Server-Geschäfts von IBM für 2,3 Milliarden Dollar bekannt gegeben. Lenovo hatte bereits 2005 das Computergeschäft von IBM gekauft und war im Laufe der Zeit zum weltgrößten PC-Hersteller aufgestiegen. Da dieser Markt inzwischen aber schrumpft, setzt Lenovo nun verstärkt auf die boomende Nachfrage nach Smartphones und Tablets.

Branchenexperten sehen die jüngsten Zukäufe dennoch auch mit Skepsis. Schließlich kosten Lenovo die Übernahmen fast die Hälfte dessen, was der chinesische Konzern selbst an der Börse wert ist. Zudem sei der Smartphone-Markt mit den Platzhirschen Samsung und Apple bereits jetzt äußerst hart umkämpft.

Von

rtr

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