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14.01.2005

16:32 Uhr

Werbeumsätze steigen wieder an

Viva soll nach Übernahme 2006 schwarze Zahlen schreiben

Nach der Übernahme durch den MTV-Betreiber Viacom rechnet der deutsche Musiksender Viva Media im kommenden Jahr nach einer Erholung am Werbemarkt wieder mit einem Gewinn.

HB KÖLN. Kleinaktionäre kritisierten auf der Hauptversammlung fehlende Konzepte für Viva und eine zu niedrige Abfindung.

Nach mehreren rückläufigen Jahren stiegen die Werbeumsätze wieder, sagte Viva-Vorstandschef Dieter Gorny am Freitag auf dem Aktionärstreffen in Köln. Unter dem Strich erwarte Viva Media im Jahr 2006 wieder einen Gewinn von 3,8 Millionen Euro. Zuletzt hatte Viva 2002 schwarze Zahlen geschrieben. Für das laufende Jahr erwarte Viva bei 116,4 Millionen Euro Umsatz einen Verlust nach Minderheiten von 1,76 Millionen Euro. Den Verlust 2004 hat Viva auf 8,3 (2003: minus 42,3) Millionen Euro geschätzt. Der operative Gewinn (Ebita) soll sich deutlich verbessert haben.

Die Zielgruppen von MTV und Viva sollten sich künftig klarer unterscheiden. Das sei ein Hauptgrund für die Übernahme gewesen, sagte Gorny. Kleinaktionäre monierten dagegen, es sei unklar, was Viacom mit Viva vorhabe - vor allem, was den Standort Köln und die künftige Mitarbeiterzahl betrifft. Gorny sagte, es gebe bisher keine Planungen über Standortverlagerungen und Personalabbau. Seit der Ankündigung des Verkaufs an Viacom wird bei Viva über einen massiven Stellenabbau spekuliert.

Viacom hatte im Juni mit insgesamt 14 Viva-Großaktionären eine Vereinbarung zur Übernahme von zunächst 75,83 Prozent der Viva-Aktien getroffen. Die größten Anteile stammten dabei von Time Warner (30,6 Prozent) und Universal Music (15,3 Prozent). Der US-Konzern will die Minderheitsaktionäre zwangsweise abfinden und die Viva Media AG vom Börsenzettel nehmen.

Kleinaktionäre forderten eine Erhöhung der Barabfindung und verlangten eine Sonderprüfung. Dieser solle mögliche Pflichtverletzungen von Vorstand und Aufsichtsrat und daraus ableitbare mögliche Schadenersatzforderungen aufklären. „Wir erleben heute ein weiteres Stück aus einer Soap-Opera im Reality-TV“, sagte Rechtsanwalt Martin Weimann, der für mehrere Anteilseigner sprach. Viacom hält bereits 98 Prozent an Viva und will die außenstehenden Aktionäre mit 12,65 Euro je Stückaktie in bar abfinden. Die Viva-Aktie lag am Freitag bei 12,72 Euro.

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