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20.09.2013

17:20 Uhr

Wettbewerbshüter

EU erlaubt Übernahme von Kabel Deutschland

Grünes Licht für Vodafone: Die EU-Kommission hat dem Mobilfunkriesen erlaubt, Kabel Deutschland zu übernehmen. Die Beeinträchtigung des Wettbewerbs würde nur unwesentlich ausfallen.

Mit der Übernahme von Kabel Deutschland will der Festnetz- und Mobilfunkanbieter Vodafone der Deutschen Telekom die Stirn bieten. dpa

Mit der Übernahme von Kabel Deutschland will der Festnetz- und Mobilfunkanbieter Vodafone der Deutschen Telekom die Stirn bieten.

BrüsselDer Weg für die vollständige Übernahme von Kabel Deutschland ist frei: Die EU-Kommission hat nach einer Kartellprüfung den knapp elf Milliarden Euro schweren Kauf des Kabel-Marktführers durch Vodafone genehmigt. Die Freigabe erfolge ohne Auflagen, teilte die Kommission am Freitag mit. Das Fusionsvorhaben werfe keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken auf.

Das grüne Licht aus Brüssel ist der letzte Baustein bei der Übernahme von Kabel Deutschland durch die Briten. Der Deal ist damit besiegelt. Zuvor hatte Vodafone mit seinem Kaufangebot bereits mehr als drei Viertel der Kabel-Aktionäre auf seine Seite gezogen – am Ende wurde es noch eng, da Hedgefonds auf ein höheres Angebot spekuliert und Aktien der Münchner Firma gekauft hatten. Vodafone hatte 84,50 Euro je Aktie in bar geboten. Dazu kommt eine Dividende von 2,50 Euro, die Kabel Deutschland schon in Aussicht gestellt, aber noch nicht ausgezahlt hat. Insgesamt sind das 7,7 Milliarden Euro. Darüber hinaus muss Vodafone drei Milliarden Euro Schulden von Kabel Deutschland schlucken.

Kabel Deutschland soll nach der Übernahme in der deutschen Tochter von Vodafone aufgehen, die vor 13 Jahren aus der Mobilfunksparte von Mannesmann (D2) entstanden war. „So schaffen wir eine am Markt einzigartige Angebotspalette und liefern Kunden über alle Kanäle komfortablen Zugang zur digitalen Welt“, sagte Vodafone-Deutschland-Chef Jens Schulte-Bockum.

Damit erwächst der Deutschen Telekom ein starker Konkurrent, der künftig Mobilfunk, superschnelle Internet-Verbindungen per Kabel und Telefon-Angebote aus einer Hand anbieten kann. Der mit 8,5 Millionen Kabel-Haushalten größte Netzbetreiber Deutschlands bietet schon heute Verbindungsgeschwindigkeiten, von denen die Telekom nur träumen kann.

Wichtige Fragen und Antworten zum Vodafone-Deal

Was genau hat Vodafone vor?

Vodafone wird Kabel Deutschland komplett übernehmen. Der britische Telekommunikationskonzern hatte dazu 87 Euro je Kabel-Deutschland-Aktie geboten. Damit bewerteten die Briten den deutschen Kabelanbieter mit insgesamt 10,7 Milliarden Euro. Die Übernahme soll noch in diesem Jahr über die Bühne gehen.

Warum ist Vodafone an Kabel Deutschland interessiert?

Kabel Deutschland hat eine gut ausgebaute Infrastruktur: Das Unternehmen ist in 13 der 16 Bundesländer aktiv und hat 8,5 Millionen Kunden. Die Kabel reichen bis in die Wohnungen der Kunden und sind nicht nur für Fernsehen, sondern auch für Internetanschlüsse gut geeignet. Kabel Deutschland bietet schon jetzt Telefon- und Internetanschlüsse. 75 Prozent aller Neukunden hierzulande entscheiden sich bei schnellen Internetanschlüssen mittlerweile für Kabelnetz-Betreiber.

Was ist der Unterschied zwischen DSL- und Kabelanschlüssen?

Technisch ist das natürlich etwas anderes, für den Kunden ist es aber letztlich kein großer Unterschied. Über das Telefon- wie über das Fernsehkabel können Internetdaten übertragen werden. Fernsehkabel sind sogar besonders schnell. Anrufe laufen bei Kabelanschlüssen über Internettelefonie - das ist aber selbst bei Telekom-Anschlüssen mittlerweile teilweise so. Kunden haben weiterhin eine klassische Telefonnummer und ihr normales Telefon.

Was haben die Unternehmen gemeinsam vor?

Die Grundzüge haben Vodafone und Kabel Deutschland bereits in einer „Grundsatzvereinbarung“ geregelt. Kabel Deutschland soll demnach als eigenständiges Unternehmen mit Zentrale in Unterföhring bei München erhalten bleiben. Die Geschäftsfelder sollen aufgeteilt werden: Kabel Deutschland verantwortet das gesamte Festnetz-Geschäft beider Unternehmen; Vodafone soll das Mobilfunk-Geschäft verantworten.

Was bedeutet das für die Kunden von Kabel Deutschland und Vodafone?

Vodafone hat zwar selbst ein Festnetz, das meist entlang der großen Bahnstrecken in Deutschland verläuft. Die letzten Meter der Leitungen bis in die Wohnung der Kunden muss das Unternehmen in den meisten Fällen aber bei der Deutschen Telekom mieten. Wo es geht, sollen die Kunden nun künftig per Fernsehkabel angeschlossen werden. Leitungen von der Telekom wollen die Unternehmen nur noch dort mieten, wo Kabel Deutschland keine Leitungen bis die Wohnung verlegt hat.

Sind auch Bestandskunden von den Änderungen betroffen?

Die Umstellung von der Telefon- auf die Kabeldose wird zunächst vermutlich vor allem Neukunden betreffen. Aber auch alte Kunden sollen voraussichtlich umgestellt werden: „Die Idee ist, unsere Netzinfrastruktur bestmöglich zu nutzen. Dann dürften auch Kunden migriert werden“, sagt eine Kabel-Deutschland-Sprecherin. Denkbar ist ebenso, dass Nutzer des Kabel-Deutschland-Internetangebotes, das bislang im Netz von O2 (Telefónica) betrieben wird, dann auf Vodafone umgestellt werden.

Die Kabelnetze erlauben Geschwindigkeiten von 150 Megabit pro Sekunde (MBit/s) - ohne großen Aufwand wären auch 400 möglich. Selbst nach dem Ausbau des alten Netzes mit DSL-Technik, der Milliarden verschlingt, kann die Telekom höchstens 100 MBit/s erreichen. Geschwindigkeit ist für viele Kunden mittlerweile ein wichtiger Faktor bei der Auswahl des Internet-Anschlusses, da immer mehr Filme und Serien in HD-Qualität verfügbar sind. Die Telekom musste ihr TV-Kabelnetz auf politischen Druck hin Anfang des Jahrtausends verkaufen. Kabel Deutschland wächst seit Jahren rapide.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

20.09.2013, 17:35 Uhr

Zitat : EU erlaubt Übernahme von Kabel Deutschland

- jetzt kann Vodafone ( bzw. der britische Geheimdienst )noch mehr Bundesbürger ablauschen....Toll !!!

Account gelöscht!

20.09.2013, 17:39 Uhr

ALs Kabel Deutschland Kunde möchte ich aber garnicht zu vodafone gehören, letztes Jahr extra mobilfunktechnisch da weg, wer fragt die Kunden ob sie vom britischen Geheimdienst die komplette Kundendaten der KD vorgelegt bekommt...und das vodafone willenlos mit denen kooperiert gab es ja schon die Bestätigung.

Icke

20.09.2013, 17:49 Uhr

OK - Zeit, KD zu kündigen und auf den lokalen Anbieter zu wechseln. Zum Glück haben die im Sommer schonmal die Leitung ans Haus gelegt.

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