Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.03.2013

17:45 Uhr

Wettbewerbshüter

EU untersucht Apples Vertriebspraktiken

Die EU-Kommission will den Verkauf von iPhone und iPad beobachten. Mehrere Telekomanbieter hätten sich informell über die Apple-Praktiken beschwert. Die EU untersucht nun, ob der Konzern gegen Wettbewerbsrechte verstößt.

Apple steht im Visier der EU. Die Kommission hat Beschwerden über die Apple-Vertriebspraktiken erhalten. Reuters

Apple steht im Visier der EU. Die Kommission hat Beschwerden über die Apple-Vertriebspraktiken erhalten.

BrüsselDie EU-Wettbewerbshüter haben Apples Vertriebspraktiken ins Visier genommen. Nach Hinweisen auf mögliche Probleme werde beobachtet, wie Apple beim Vertrieb von iPhone und iPad vorgehe, sagte der Sprecher der Europäischen Kommission, Antoine Colombani, am Freitag. Kreisen zufolge geht es um informelle Beschwerden von mehreren Telekomanbietern. Diese hätten Bedenken wegen der Geschäftsbedingungen in Verträgen mit Apple geäußert, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. „Apple besteht auf einen bestimmten Betrag an Subventionen und Marketing für das iPhone.“ Eine andere Person sagte, die Einwände seien Ende des Jahres bei der EU-Kommission vorgetragen worden.

Apple-Sprecherin Natalie Kerris sagte: „Unsere Verträge entsprechen vollkommen den Landesgesetzen, wo wir Geschäfte machen.“ Es habe keine formelle Beschwerde gegeben, sagte der Kommissionssprecher. Sollte es Anzeichen von Wettbewerbsverstößen geben, werde die EU umgehend einschreiten.

Die Evolution des iPhone

iPhone - die erste Generation

Mit seinem leicht bedienbaren Touchscreen revolutionierte das iPhone die Handybranche. Dabei waren die technischen Daten der ersten Generation noch recht bescheiden: Der Prozessor leistete nur 667 Megahertz, der Arbeitsspeicher war nur 128 Megabyte groß. Den Datenfunk UMTS unterstützte die erste Generation nicht. Trotzdem wurde das Gerät ein riesiger Erfolg.

iPhone 3G

Das zweite Gerät der iPhone-Reihe, vorgestellt im Juni 2008, brachte einige wesentliche Änderungen. Zum einen überarbeitete Apple das Design gründlich. Zum anderen unterstützte das Gerät den Datenfunk UMTS sowie den Datenturbo HSDPA.

iPhone 3GS

Ein Jahr später stellte Apple das iPhone 3GS vor. Am Design änderte sich nichts, allerdings stattete der Hersteller das Gerät mit einem besseren Prozessor und einem größeren Speicher aus. Das suggeriert auch der Name: Das S steht für „Speed“. Zudem war eine Kamera mit 3 Megapixel Auflösung an Bord.

iPhone 4

Mit der vierten Generation, präsentiert im Juni 2010, wagte Apple wieder ein neues Design: Das Gehäuse war kantiger und aus Edelstahl. Zudem verbaute der Hersteller ein Display mit höherer Auflösung. Auch der Prozessor war leistungsfähiger als beim Vorgänger. Der Ansturm auf das Gerät war gewaltig.

iPhone 4S

Äußerlich unterschied sich das iPhone 4S kaum von seinem Vorgänger, das Design blieb weitgehend gleich. Schlagzeilen machte vor allem der persönliche sprachgesteuerte Assistent Siri, der zunächst nur auf dem 4S lief, später aber auch auf anderen iPhone-Modellen. Siri kann Fragen beantworten oder Kommandos ausführen. Die Kamera des iPhone 4S hatte eine Auflösung von 8 Megapixel.

iPhone 5

Das sechste und aktuelle Gerät der Reihe heißt iPhone 5. Es ist etwas länger, aber gleichzeitig dünner als das Vorgängermodell – dadurch ergibt sich ein neues Seitenverhältnis von 16:9. Die 8-Megapixel-Kamera kann Aufnahmen in HD anfertigen. Ein neuer Prozessor soll für mehr Tempo sorgen. In die Kritik geriet Apple, weil vor allem an der schwarzen Variante schnell Abnutzungserscheinungen zu sehen waren. Mit dem iPhone 5 führte Apple auch iOS 6 ein, die neue Version des Betriebssystems, die den vielkritisierten Kartendienst Maps enthält.

iPhone 5C und 5S

Das iPhone 5c und das iPhone 5s waren die Modelle sieben und acht. Das 5c ist die etwas günstigere Variante: Weitgehend ausgestattet wie das iPhone 5, hat es aber ein Gehäuse aus buntem Plastik. Das 5s hat unter anderem einen doppelt so schnellen Chip, eine bessere Kamera und einen Fingerabdrucksensor zur Entsperrung des Gerätes.

Apple ist mit dem iPad Weltmarktführer im Tablet-Geschäft und gehört mit dem iPhone zu den wichtigsten Smartphone-Anbietern neben Samsung. Das iPhone sorgt für die Hälfte des Umsatzes des weltweit wertvollsten Technologiekonzerns.

Es ist nicht das erste Mal, dass die EU-Behörden ein kritisches Auge auf Apple werfen. Vor knapp drei Jahren stand der Konzern im Mittelpunkt von Ermittlungen wegen seines iPhone-Geschäfts. Diese wurden eingestellt, nachdem das US-Unternehmen grenzübergreifende Reparaturen eingeführt und Beschränkungen für Anwendungen auf dem Gerät reduziert hatte.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×