Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.02.2014

10:10 Uhr

WhatsApp-Gründer Koum

Der Milliardär, der mit Lebensmittelmarken zahlte

Es ist der größte Internetdeal seit mehr als zehn Jahren. Jan Koum, ein aus der Ukraine eingewanderter Software-Entwickler, verkauft den Nachrichtendienst WhatsApp an Facebook – und wird Milliardär.

Jan Koum ist einer der Gründer von WhatsApp: Der 38-Jährige verspricht, dass sich am Produkt auch nach dem Verkauf nichts ändern soll. dpa

Jan Koum ist einer der Gründer von WhatsApp: Der 38-Jährige verspricht, dass sich am Produkt auch nach dem Verkauf nichts ändern soll.

San FranciscoAls Teenager wanderte Jan Koum mit seiner Familie aus der Ukraine in die USA aus. Angekommen in den USA war er auf Lebensmittelmarken angewiesen. Spätestens seit heute ist er Milliardär: Facebook schnappt sich den Kurznachrichtendienst WhatsApp, den Koum vor fünf Jahren gemeinsam mit Brian Acton gegründet hatte, und zahlt dafür 19 Milliarden Dollar.

Ein Grund für den Erfolg ist WhatsApps Einfachheit. An Koums Schreibtisch hängt eine Notiz, die ihn ständig daran erinnern soll, dem Ideal treu zu bleiben: „Keine Anzeigen! Keine Spiele! Keine Gimmicks!“ 450 Millionen Nutzer hat WhatsApp so bereits überzeugt, 30 Millionen allein in Deutschland.

Milliardenkauf: Facebook schnappt sich WhatsApp

Milliardenkauf

Facebook schnappt sich WhatsApp

Der Kurznachrichtendienst WhatsApp ist das Gegenteil von Facebook: werbefrei, ohne Spiele und simpel. Dem Wachstum des Konkurrenten will Mark Zuckerberg nicht länger zuschauen – und kauft WhatsApp für Milliarden.

Koum weiß, dass er den Verkauf an Facebook verteidigen muss. Denn Facebook steht für Werbung, viel Werbung. „Niemand steht auf und freut sich über mehr Werbung, niemand geht ins Bett und denkt, welche Anzeigen er morgen sehen wird“, schreibt er in einem Blog-Eintrag zum Verkauf an Facebook. Daher bleibe es dabei: WhatsApp solle werbefrei bleiben und auch sonst sich für die Nutzer nichts ändern.

Den Deal hatten Facebook-Gründer Mark Zuckerburg und Koum bei persönlichen Treffen eingefädelt. Im Frühjahr 2012 trafen sie sich persönlich in einer deutschen Bäckerei in Los Altos (hier ein Interview mit der Bäckerei-Besitzerin).

Gearbeitet hat Koum bis 2007 beim Internetportal Yahoo, bevor er gemeinsam mit Acton das neue Unternehmen gründete. Seine Herkunft habe die Entwicklung des Dienstes geprägt. Die Erfahrung, in einem Land gelebt zu haben, in dem Telefonleitungen oft angezapft worden seien, hätte ihm die Bedeutung von Privatspähre klargemacht, so Jim Goetz, Partner beim WhatsApp-Investor Sequoia. Die Firma war der einzige Investor, den WhatsApp mit an Bord geholt hatte. Aus 60 Millionen Dollar wurden für Sequoia 3,5 Milliarden Dollar.

Nach Übernahme durch Facebook

Was wird nun aus WhatsApp?

Nach Übernahme durch Facebook: Was wird nun aus WhatsApp?

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

WhatsApp sichert zu, weder Name noch Geschlecht, Adresse oder Alter der eigenen Nutzer abzufragen. Die Telefonnummer ist das Mittel zur Authentfizierung. „Jans Kindheit hat ihn Kommunikation schätzen lassen, die nicht angezapft werden kann“, so Goetz. Kritik muss WhatsApp aber regelmäßig dafür einstecken, die Kontaktdaten der Smarthpones der Kunden auszulesen. „Wir interessieren uns nicht für Informationen über unsere Nutzer“, erklärte Koum noch im Januar. Stattdessen reiche die überaus moderate Gebühr von einem Dollar im Jahr für den Betrieb. WhatsApp schalte keine Werbung und müsse deshalb auch keine Nutzerdaten auswerten.

Kommentare (15)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

janeeisklar

20.02.2014, 10:30 Uhr

mich interessiert mehr, wieviel Mrd an deutschen steuergeldern mutti den franzosen und den griechen verspricht, - wohlgemerkt - geschenkt!!

Und die zinsen werden wir dann nach wünschen griechischer politiker in ein griechenlandhilfsfonds einzahlen müssen :-))

Freidenker

20.02.2014, 10:46 Uhr

Wieder solche Lügen!! Dem Manne ging es einzig und alleine um REICHTUM!! Was nach dem Verkauf passiert, ist dem Millardiär vollkommen schnuppe!

Facebook als Inszenierung der Datensammlung für die Herrschenden ist doch ein genialer Schachzug der Eliten. sie nutzen immer wieder die DUMMHEIT DER MASSE AUS!

Account gelöscht!

20.02.2014, 11:05 Uhr

Wie heisst es immer beim brasilianischen Telefonanbieter Claro: Facebook und Twitter gratis.

Whatsup gehört jetzt Facebook? Na, ich bin dann mal weg da; Tschüß Whatsup. Facebook wird es nie auf mein iP schaffen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×