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18.05.2017

10:55 Uhr

WhatsApp-Übernahme

EU-Kommission verhängt Strafe gegen Facebook

Die EU-Kommission bestraft Facebook aufgrund von irreführenden Angaben bei der Übernahme des Kurznachrichtendienstes WhatsApp. Der Internetgigant muss nun eine dreistellige Millionenbuße zahlen.

Die Brüsseler Behörde sieht sich von Facebook getäuscht. AP

EU-Kommissarin Margrethe Vestager

Die Brüsseler Behörde sieht sich von Facebook getäuscht.

BrüsselFacebook soll wegen falscher Angaben bei der Übernahme von WhatsApp 110 Millionen Euro Strafe an die EU-Kommission zahlen. Das Bußgeld verhängte die Brüsseler Behörde am Donnerstag. Die 2014 erteilte Genehmigung zur Fusion der beiden US-Internetgiganten wird aber nicht gekippt. Facebook will die Strafe offenbar akzeptieren. „Die heutige Ankündigung bringt die Sache zum Abschluss“, erklärte ein Sprecher.

Es geht um die Bündelung von Nutzerdaten zwischen dem Sozialen Netzwerk und dem Messengerdienst, die auch Datenschützer auf die Barrikaden treibt. Nach Angaben von EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager erklärte Facebook im Antrag auf Genehmigung der Fusion 2014, das Unternehmen sei nicht zum zuverlässigen automatischen Datenabgleich zwischen den Benutzerkonten beider Dienste in der Lage. Im August 2016 kündigte WhatsApp jedoch genau dies an: Telefonnummern der WhatsApp-Nutzer könnten mit den jeweiligen Facebook-Profilen verknüpft werden.

„Die Kommission hat festgestellt, dass ein automatischer Abgleich der Facebook- und der WhatsApp-Nutzerprofile – entgegen den von Facebook im Rahmen des Fusionskontrollverfahrens von 2014 gemachten Angaben – bereits im Jahr 2014 technisch möglich war, und dass den Facebook-Mitarbeitern diese Möglichkeit bekannt war“, erklärte Vestagers Behörde.

Welche Facebook-Dienste die Deutschen nutzen

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Facebook ist nicht nur eine Internetseite oder eine App. Das soziale Netzwerk wurde in den vergangenen Jahren kräftig erweitert. Die bekanntesten Teile sind der Facebook Messenger, Instagram und Whatsapp. Das Statistik-Portal Statista hat die Deutschen gefragt, welche Dienste und Produkte sie mindestens gelegentlich nutzen.

Facebook allgemein

72 Prozent nutzen das Social Media Portal. Dabei ist der Unterschied zwischen Männern (73 Prozent) und Frauen (71 Prozent) gering.

Facebook Messenger

Den Facebook-Nachrichtendienst nutzen 43 Prozent der Befragten – Männer wie Frauen.

Instagram

Den Online-Dienst Instagram zum Teilen von Fotos und Videos nutzen 26 Prozent der Männer und 22 Prozent der Frauen.

Whatsapp

Den Instant-Messaging-Dienst, der seit dem Jahr 2014 zu Facebook gehört, wird 70 Prozent der Befragten genutzt. Mit 71 Prozent männlichen und 70 Prozent weiblichen Nutzern sind die Unterschiede bei den Geschlechtern gering.

Facebook betonte aber: „Wir haben seit den allerersten Kontakten zur Kommission nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt und versucht, zu jeder Zeit korrekte Informationen zu liefern.“ Die Fehler in den Papieren von 2014 seien keine Absicht gewesen, versicherte ein Sprecher. Zudem habe die Kommission bestätigt, dass sie für das Ergebnis des Genehmigungsverfahrens nicht entscheidend gewesen seien.

Tatsächlich erklärte Vestagers Behörde, Facebooks unrichtige Angaben seien zwar relevant, aber nicht ausschlaggebend gewesen. Die Kommission habe schon damals auch das hypothetische Szenario durchgespielt, dass ein Nutzerabgleich möglich wäre. Der jetzige Beschluss habe deshalb keine Auswirkungen auf die 2014 erteilte Genehmigung.

Kommentare (2)

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Herr Hofmann Marc

18.05.2017, 09:36 Uhr

Ich gehe mal davon aus, dass Facebook schon Widerspruch eingelegt hat...bzw. frage ich mich...wie unabhängig eine EU-Kommission (Mitglieder) sein kann, die selbst auf Facebook zurückgreift...

Herr Piet Vrolijk

18.05.2017, 12:38 Uhr

Herr Hofmann Marc - 18.05.2017, 09:36 Uhr

Hallo Herr Hofmann, lesen Sie eigentlich die Artikel vor ihre Kommentar?

Da steht nämlich die Satz:

"Facebook will die Strafe offenbar akzeptieren. „Die heutige Ankündigung bringt die Sache zum Abschluss“, erklärte ein Sprecher."

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