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02.02.2008

10:25 Uhr

Wie Yahoo-Übernahme durch Microsoft sich auf Deutschland auswirken würde

Ballmer zielt auf den Onlinewerbemarkt

VonAxel Postinett

Bei der geplanten Milliardenübernahme von Yahoo durch Microsoft spielt der Onlinewerbemarkt eine zentrale Rolle. Microsoft -Chef Steve Ballmer erwartet hier ein weltweites Wachstum von 41 auf 78 Mrd. Dollar in 2010 und will Microsoft dabei gut positionieren. Wie sich die Übernahme auf den deutschen Markt auswirken würde.

Microsoft-Chef Steve Ballmer. Foto: ap

Microsoft-Chef Steve Ballmer. Foto: ap

DÜSSELDORF. Ballmer setzt bei seinen Plänen nicht zuletzt auf die Hilfe des erfolgreichen Werbevermarkters Yahoo. Der kann Microsoft in die Spitzengruppe der Onlinewerber hieven. Nur in Deutschland nicht.

Zumindest kurzfristig würde eine solche Fusion kaum Auswirkungen auf den deutschen Onlinewerbemarkt haben. Davon ist Matthias Ehrlich, Vorstand des größten deutschen Online-Werbevermarkters United Internet Media überzeugt. United Internet Media ist laut Agof (Arbeitsgemeinschaft Onlineforschung) mit 19,4 Mill. Nutzern der Werbevermarkter mit der größten Reichweite im deutschen Web. Auf den Plätzen folgen Interactive Media (17,7 Mill.) und Seven One Interactive (17,5 Mill.).

Yahoo liegt mit 10,4 Mill. erreichten Webnutzern erst auf dem sechsten Platz. Microsoft Digital Advertising hat sich mit 8,9 Mill. Nutzern nach dem Verlust des Partners Tomorrow Focus gerade noch auf Platz zehn retten können. Dabei hat Microsoft in den vergangenen Jahren massiv in seine neue Werbeorganisation investiert.

Rein rechnerisch würde ein Zusammengehen die beiden US-Riesen jetzt auf Augenhöhe mit United Internet bringen. Aber Ehrlich schränkt ein: "Es gibt rund 42 Prozent Überschneidungen der beiden Werbevermarkter." Also Webseiten oder Kunden, die beide betreuen. Ein fusionierter Werbevermarkter MSN/Yahoo würde demnach mit rund 16,2 Mill. Nutzern Reichweite gerade mal auf dem vierten Rang landen, so Ehrlich. "Das habe ich mir als erstes mal raussuchen lassen."

In anderen europäischen Märkten bietet sich dagegen ein komplett unterschiedliches Bild. "In Großbritannien sind Yahoo und Microsoft in den Top drei der Vermarkter" sagt Marco Seiler, Vorstandschef der auf Onlinewerbung spezialisierten Agentur Syzygy AG. Ob sich daraus ein kartellrechtliches Problem ergeben könnte, sei aber noch nicht abschätzbar. Selbst nach einem Zusammenschluss wäre der Markt noch sehr fragmentiert. Andrew Frank, Research-Vize-President bei Gartner ist da skeptischer: "Während US-Kartellbehörden in der Vergangenheit eigentlich nie ein Hindernis waren, haben europäische Wettbewerbshüter vergleichbare Deals eher kritisch betrachtet."

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