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07.04.2006

08:39 Uhr

Wimax-Lizenzen

Holtzbrinck testet schnelles Internet

Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, zu der auch das Handelsblatt gehört, denkt über den Einstieg in den Markt für schnelle Internetzugänge nach und hat sich bei der Bundesnetzagentur für Wimax-Lizenzen beworben. Wimax ist eine Funktechnologie, die den drahtlosen Zugang zum Internet mit hohen Bandbreiten ermöglicht.

HB WÜRZBURG. Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, zu der auch das Handelsblatt gehört, denkt über den Einstieg in den Markt für schnelle Internetzugänge nach. „Wir haben uns bei der Bundesnetzagentur für Wimax-Lizenzen beworben “, sagt Marc Zeimetz, Leiter Beteiligungsmanagement Zeitungen der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. Die beantragten Lizenzen decken rund 25 Prozent der Fläche Deutschlands ab. Weitere Schritte seien „nicht ausgeschlossen“.

Der Verlag hat bereits begonnen, die technische Realisierung vorzubereiten. „Wir testen derzeit zusammen mit unserem Partner Motorola in Würzburg, welche Voraussetzungen wir für den Eintritt in den Markt für breitbandige Internetanschlüsse mitbringen müssen“, sagt Michael Grabner, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck.

Wimax ist eine Funktechnologie, die den drahtlosen Zugang zum Internet mit hohen Bandbreiten ermöglicht. Im Idealfall kann eine Wimax-Funkstation auf 50 Kilometer Reichweite Daten mit einer Rate von über 70 Megabit pro Sekunde übermitteln. Doch das sind theoretische Werte, die im kommerziellen Einsatz in der Praxis nicht annähernd zu realisieren sind.

So experimentiert der Telekom-Konkurrent Arcor in Kaiserslautern mit einem Wimax-Netz. „Doch Bandbreiten von mehr als einem Megabit pro Sekunde sind mit der von uns verwendeten Technologie nicht drin“, sagt ein Arcor-Sprecher. Das entspricht in etwa der Geschwindigkeit einfacher DSL-Anschlüsse, ist jedoch für künftige Anwendungen wie Internetfernsehen zu wenig.

Allerdings bringt Motorola bei dem Versuchsprojekt in Würzburg eine modernere Wimax-Technik zum Einsatz, die höhere Bandbreiten ermöglicht. „Was über ein Wimax-Netz möglich ist, hängt auch davon ab, wie viele Basisstationen man aufbaut“, sagt Stephane Cohen, Wimax-Experte von Motorola in Europa.

Sollte der Verlag seine Internetpläne in die Tat umsetzen, müsste Holtzbrinck voraussichtlich ab 2007 investieren. „Die Vergabe der Lizenzen kann nach derzeitigem Stand bis Ende des Jahres abgeschlossen sein, so dass mit einem schnellen Start des Netzaufbaus begonnen werden könnte“, sagte Zeimetz.

Welche Summe der Verlag investieren wird, steht noch nicht fest. Ein flächendeckendes Wimax-Netz für Deutschland würde einen „hohen dreistelligen Millionenbetrag“ kosten, schätzt Motorola-Experte Cohen. Deshalb will Holtzbrinck zunächst in regionalen Märkten starten, in denen der Verlag mit eigenen Zeitungen bereits vertreten ist. „In Zeiten der Digitalisierung von Medien sind wir der festen Überzeugung, dass schnelle Internetverbindungen gerade in regionalen Märkten von großer Bedeutung für Medienunternehmen wie das unsrige sind“, bekräftigt Grabner. tnt

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