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30.10.2012

19:27 Uhr

Windows 8

Vier Millionen Upgrades verkauft

Guter Start: Binnen weniger Tage sind vier Millionen Nutzer auf das neue Microsoft-Betriebssystem Windows 8 umgestiegen. Für den Konzern ist es das wichtigste Produkt seit Jahren.

Das wichtigste Produkt seit Jahren: Microsoft CEO Steve Ballmer präsentiert Windows 8. dpa

Das wichtigste Produkt seit Jahren: Microsoft CEO Steve Ballmer präsentiert Windows 8.

RedmondSeit dem Marktstart von Windows 8 sind nach Angaben von Microsoft-Chef Steve Ballmer bereits vier Millionen Anwender auf das neue Betriebssystem umgestiegen. Mit dem Hinweis auf die hohe Nachfrage nach dem Betriebssystem eröffnete Ballmer am Dienstag die Microsoft-Entwicklerkonferenz Build in Redmond bei Seattle. Windows 8 ist seit vergangenem Freitag weltweit verfügbar, sowohl für den PC als auch für mobile Geräte.

Der für Beziehungen zu Entwicklern zuständige Microsoft Manager Tim O'Brien sagte in einer Telefonkonferenz, die Verdienstmöglichkeiten für Entwickler seien auf der Windows-8-Plattform größer denn je. Das Umsatzvolumen mit Apps im Windows-8-Store werde mehrere hundert Millionen Dollar erreichen. Microsoft beteiligt die Entwickler mit 80 Prozent an den Einnahmen, bei Apple sind es 70 Prozent. O'Brien kündigte an, dass auch Twitter eine eigene App für Windows 8 entwickeln werde.

Diese Neuerungen bietet Windows 8

Kachel-Design

Windows 8 sieht schon auf den ersten Blick anders aus: Microsoft übernimmt aus seinem mobilen Betriebssystem das Kachel-Design. Zu sehen sind nun rechteckige Flächen, in denen Nutzer zum Beispiel Programme sortieren können. Und in den sogenannten Live-Kacheln werden Inhalte in Echtzeit aktualisiert – ob der Wetterbericht aus dem Netz oder die Mitteilung über neu eingetroffene E-Mails. Die bekannte Taskleiste samt dem mit Windows 95 eingeführten Startknopf verschwindet dagegen. Einen Desktop gibt es allerdings immer noch, der über eine Kachel aufgerufen wird.

Bedienung per Fingerzeig

Microsoft hat Windows 8 für die Nutzung per Touchscreen angepasst. Anwender können mit den Fingern navigieren, wenn ihr Rechner einen berührungsempfindlichen Bildschirm hat, aber auch klassisch mit Maus und Tastatur. Dass beides in einem Gerät vereint sein kann, zeigen etliche neue Modelle, die Tablet-Computer und Notebook in einem sind.

Ein eigener App Store

Apple lässt grüßen: Microsoft hat für sein neues System den Windows Store eingerichtet. Über die Plattform können Entwickler Apps verbreiten, die für Touchscreens optimiert sind. Auch Spiele werden angeboten. Diese Anwendungen laufen auf allen Geräten, ob mit Windows 8 oder dem abgespeckten Windows RT für Geräte mit stromsparenden ARM-Prozessoren.

Cloud-Dienste

Schon beim Start wird es deutlich: Microsoft integriert seine Cloud-Angebote nahtlos in das neue Betriebssystem. Nutzer können sich künftig mit ihren Daten vom Online-Dienst Windows Live am Rechner einloggen. Damit haben sie direkten Zugriff beispielsweise auf den Online-Speicher Skydrive, außerdem lassen sich die persönlichen Einstellungen und der Browser-Verlauf zwischen verschiedenen Rechnern synchronisieren.

Vorinstallierter Virenscanner

Microsoft hat große Teile seines Software-Pakets Security Essentials in Windows 8 integriert. Der Wächter soll vor Viren und Trojanern schützen.

Neue Prozessoren

Mit Windows 8 unterstützt Microsoft erstmals nicht nur die traditionellen x86-Chips von Intel und AMD, die in PCs laufen: Die Software-Variante Windows RT läuft auch mit stromsparenden Prozessoren mit ARM-Architektur. Diese kommen in Tablet-Computern zum Einsatz, etwa dem iPad, künftig aber auch im Surface RT, den Microsoft selbst auf den Markt bringt. So kann das Unternehmen in einem wichtigen Segment Fuß fassen. Allerdings können Nutzer auf RT-Rechnern nicht mehr ihre klassische Windows-Software installieren, nur Apps aus dem Windows Store.

Für Microsoft ist das neue Betriebssystem das wichtigste Produkt seit Jahren. Damit will der weltgrößte Softwarehersteller endlich auch im Markt für Tablet-Computer und Smartphones zur Konkurrenz von Apple und Google aufschließen. Mit speziellen Angeboten will Microsoft bis Ende Januar die Nachfrage ankurbeln.

Von

dpa

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