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29.01.2016

08:01 Uhr

Windows zieht kaum

Microsoft punktet mit Cloud-Wachstum

Microsoft hat im abgelaufenen Quartal bei Gewinn und Umsatz eingebüßt. Analysten hatten jedoch weniger erwartet. Die Neuausrichtung des Konzerns scheint immer mehr Wirkung zu zeigen. Die Aktie legte nachbörslich zu.

Der Konzern will weniger abhängig von Software-Produkten werden und dafür mehr auf Cloud-Dienste und mobile Anwendungen setzen. dpa

Microsoft

Der Konzern will weniger abhängig von Software-Produkten werden und dafür mehr auf Cloud-Dienste und mobile Anwendungen setzen.

San FranciscoFür Microsoft zahlt sich der Strategiewandel immer stärker aus. Dank florierender Einnahmen im zukunftsträchtigen Cloud-Geschäft und eines aggressiven Sparkurses übertraf der weltgrößte Softwarekonzern im abgelaufenen Quartal die Markterwartungen. Allerdings gingen Gewinn und Umsatz deutlich zurück, weil die PC-Nachfrage schwächelt und der starke Dollar das Auslandsgeschäft dämpft. An der Wall Street stieß der Zwischenbericht am Donnerstag auf Beifall: Die Microsoft-Aktie legte im nachbörslichen Handel drei Prozent zu.

Konzernchef Satya Nadella will weniger Abhängigkeit von den angestammten Software-Produkten. Er setzt auf mobile Anwendungen und vor allem die sogenannte Datenwolke als neuen Hoffnungsträger. Im Cloud-Geschäft können Kunden über das Internet Software und Speicherkapazität nutzen, die ihnen von externen Rechnern zur Verfügung gestellt werden. Die Geschäftsmöglichkeiten mit Firmenkunden beschrieb Nadella in euphorischen Tönen. „Die Chancen der Unternehmens-Cloud sind gewaltig – größer als jeder Markt, an dem wir jemals teilhatten“, sagte er in einer Telefonkonferenz.

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Im abgelaufenen Vierteljahr steigerte Microsoft den Umsatz im Cloud-Bereich um fünf Prozent auf 6,3 Milliarden Dollar. Damit macht dieser nun etwa ein Viertel der Gesamterlöse aus. „Sie haben die Wolke festgenagelt“, sagte Analyst Matt Howard von der Investmentfirma Norwest Ventures. Im lukrativen Cloud-Geschäft tummeln sich auch andere Technologiegrößen wie IBM, Amazon und SAP

Doch in anderen Sparten spürt Microsoft mächtig Gegenwind. Der Quartalsgewinn sackte um knapp 15 Prozent auf fünf Milliarden Dollar ab. Die Konzernerlöse brachen um rund zehn Prozent auf 23,8 Milliarden Dollar ein. Beide Kennzahlen fielen allerdings höher aus als von Analysten erwartet. Weil das Unternehmen mehr als die Hälfte seines Umsatzes außerhalb der USA erwirtschaftet, wird es von der Dollar-Stärke besonders getroffen, die Produkte von amerikanischen Firmen im Ausland teurer macht.

Die Geschichte von Microsoft Windows

1975

Am 4. April gründen die Kindheitsfreunde Bill Gates und Paul Allen das Unternehmen.

1980

Microsoft bekommt von IBM den Auftrag, ein Betriebssystem für den geplanten Personal Computer zu liefern. Microsoft bietet ein zugekauftes Programm unter dem Namen MS-DOS an. Microsoft kann MS-DOS auch anderen Herstellern verkaufen, so legt es der Deal fest.

1985

Microsoft veröffentlicht das erste - quasi noch unbrauchbare - Windows, eine grafische Erweiterung für MS-DOS.

1987

Microsoft stellt Windows 2 vor. Apple wirft Microsoft Ideenklau vor und klagt vor Gericht. In dem komplizierten Rechtsstreit kann sich Microsoft fünf Jahre später endgültig durchsetzen.

1990

Windows 3.0 erhält eine komplett neue Oberfläche. Die Nachfolgeversion 3.11 (1994) gilt als die erste wirklich brauchbare Windows-Variante.

1993

Mit Windows NT stellt Microsoft ein 32-Bit-System für Workstations und Server vor.

1995

Windows 95 wird mit einem zuvor unüblichen Marketing-Aufwand auf den Markt gebracht.

1998

Windows 98 kommt als Weiterentwicklung von Windows 95 auf den Markt.

2000

Windows Me ist das letzte Betriebssystem, das auf MS-DOS aufsetzt. Diese Windows-Variante galt als besonders fehleranfällig.

2001

Im Oktober bringt Microsoft Windows XP heraus, sein langlebigstes Betriebssystem. XP setzt auf der Architektur der Windows-NT-Familie auf.

2007

Windows Vista verkauft sich zwar gut, ist aber bei Nutzern unter anderem wegen umständlicher Bedienung unbeliebt.

2009

Windows 7 soll die Schwächen von Vista ausbessern.

2012

Windows 8 verfügt über zwei unterschiedliche Benutzeroberflächen: eine Kacheloptik für Tablet Computer und ein herkömmlicher Windows-Desktop für PCs. Anwender vermissen den beliebten Start-Button. Ein Jahr später wird das System auf die Version 8.1 aktualisiert.

2015

Mit Windows 10 bietet Microsoft eine einheitliche technische Plattform für PCs, Tablet-Computer und Smartphones an. Das Start-Menü kehrt auf den PC zurück.

Ferner bekommt Microsoft den schwachen PC-Absatz zu spüren, der nach Angaben des Marktbeobachters IDC im Schlussquartal 2015 weltweit um 10,6 Prozent zurückging. Allerdings rechnen die Experten für das laufende Jahr mit einer Verbesserung des Geschäfts. Viele Unternehmen hätten auf das im vergangenen Sommer in den Handel gekommene Microsoft-Betriebssystem Windows 10 gewartet und dürften nun zugreifen..

Von

rtr

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