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19.02.2013

14:24 Uhr

Wirtschaftsjournalist

Ulf Brychcy wird neuer Kommunikationschef bei BBDO

VonHans-Peter Siebenhaar

ExklusivDer Wirtschaftsjournalist Ulf Brychcy leitet ab dem ersten März die Pressearbeit bei Deutschlands größter Werbeagentur. Brychy kommt aus dem Medienkonzern Bertelsmann und ist in der Medienwelt gut verdrahtet.

Ulf Brychcy wird neuer Pressechef von BBDO Germany. Bildquelle: Screenshot von BBDO.

Ulf Brychcy wird neuer Pressechef von BBDO Germany.

Bildquelle: Screenshot von BBDO.

DüsseldorfUlf Brychcy wird zum 1. März Kommunikationschef der Werbeagentur BBDO Germany in Düsseldorf. Der 52jährige wird künftig die gesamte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der größten deutschen Agenturgruppe mit rund 7000 Mitarbeitern leiten. Der Diplom-Volkswirt berichtet direkt an Frank Lotze, CEO der BBDO Germany. Das erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen.

Brychy lernte das Handwerkszeug der Public Relations beim Medienkonzern Bertelsmann. In Gütersloh und Berlin war er Pressesprecher der Bertelsmann Direct Group, in der die Endkundengeschäfte gebündelt waren. Bei der BBDO löst er  Dirk Popp, Deutschland-Chef von Ketchum Pleon, ab. Der 42-Jährige hatte die Aufgabe im Oktober 2012 vorübergehend übernommen hatte.

In der Kommunikationsbranche ist der Berliner Medienexperte gut verdrahtet. In den vergangenen sechs Jahren war er Ressort-Teamleiter bei der „Financial Times Deutschland“ in Hamburg. Anfang der Neunziger Jahre arbeitete er als Wirtschaftskorrespondent der „Süddeutschen Zeitung“ in der Hauptstadt und hat immer wieder über Medienthemen berichtet.

Fakten zur Financial Times Deutschland

Mutige Gründung

Der Start der „Financial Times Deutschland“ im Februar 2000 war ein mutiges Projekt: Es war die erste Gründung einer überregionalen Zeitung in Deutschland seit der „taz“. Zunächst teilten sich der Verlag Gruner + Jahr und die britische „Financial Times“-Mutter Pearson die Verantwortung, 2008 übernahmen die Hamburger das Blatt komplett.

Ein britischer Chef

Bei der Gründung half Andrew Gowers vom Mutterblatt „Financial Times“ als Chefredakteur. Ihm folgten im Oktober 2001 Christoph Keese (inzwischen eine Art Cheflobbyist beim Axel-Springer-Verlag) und Wolfgang Münchau (heute Kolumnist für die „Financial Times“). Seit Mitte 2004 steht Steffen Klusmann an der Spitze der Redaktion.

Sinkende Auflage

Die Zeitung auf dem rosa Papier brachte frischen Wind in die deutsche Presselandschaft, hatte aber in den vergangenen Jahren mit Absatzproblemen zu kämpfen. Zwar blieb die Gesamtauflage mit etwas mehr als 100.000 Exemplaren relativ stabil, aber die sogenannte harte Auflage aus Abonnements und Einzelverkauf sank seit 2006 auf zuletzt 46.300.

Tiefrote Zahlen

Das Wirtschaftsblatt hat in seiner gesamten Geschichte keine schwarzen Zahlen geschrieben. Insgesamt sind laut Medienberichten Verluste von 250 Millionen Euro aufgelaufen.

Gemeinsam sparen

Eine erste harte Sparrunde läutete Gruner + Jahr bereits 2008 ein: Der Verlag gründete für seine Wirtschaftsmedien „FTD“, „Börse online“ und „Capital“ eine Gemeinschaftsredaktion in Hamburg. Dort arbeiten 350 Mitarbeiter, davon 250 Redakteure.

Auszeichnungen

Mitarbeiter der G+J Wirtschaftsmedien haben in den vergangenen Tagen eine beeindruckende Liste zusammen gestellt. Darin sind alle Journalisten- und Gestaltungspreise aufgeführt, die in den vergangenen vier Jahren von den Titeln eingeheimst wurden. Dazu zählen etwa die Auszeichnung „Wirtschaftsredaktion des Jahres“ im Jahr 2012, der Herbet Quandt Medienpreis und der Ludwig-Erhard-Förderpreis für Wirtschaftspublizistik.

Die BBDO ist eine Tochter des amerikanischen Werbekonzerns Omnicom. Nach einer Studie „Agentur Images 13“, die das Handelsblatt mit der Fachzeitschrift „Absatzwirtschaft“ und dem Marktforschungsinstitut Innofact vor wenigen Wochen erstellt hatte, konnte sich BBDO in allen Kategorien über bessere Platzierungen freuen: von Platz 16 auf Platz zwei in der Kreativität oder von Platz 21 auf Platz vier in der Effizienz. Frank Lotze führt seit 2010 die Geschäfte in Deutschlands größter Agenturgruppe. Zuletzt hatte das Agenturnetzwerk unter Personalabgängen zu leiden.

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