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14.11.2016

12:01 Uhr

Wladimir Klitschko

Schlagkräftiger Unternehmer

VonIna Karabasz

Wladimir Klitschko boxt nicht nur. Er ist auch Hotelbetreiber, Berater und Dozent. Nun arbeitet er mit der Deutschen Telekom zusammen – und legt viel Wert darauf, nicht nur deren Aushängeschild zu sein.

Vom Boxer zum Unternehmer: Klitschko will mit der Deutschen Telekom zusammen den Mittelstand digitalisieren. AP

Wladimir Klitschko

Vom Boxer zum Unternehmer: Klitschko will mit der Deutschen Telekom zusammen den Mittelstand digitalisieren.

BerlinOrtstermin über den Dächern von Berlin. Sanfter Händedruck, offenes Gesicht, freundliches Lächeln. Wladimir Klitschko ist kein bulliger Boxer, auch wenn die Bilder seiner Oberarme auf Twitter an Rambo denken lassen. Heute stecken sie im hellgrauen Jackett. Abgesehen von der Größe unterscheidet Klitschko wenig von den Anzugträgern um ihn herum – und das ist auch so gewollt. Der Boxer ist als Unternehmer hier. Gerade hat er mit Hagen Rickmann, bei der Telekom zuständig für die deutschen Geschäftskunden, eine Kooperation vorgestellt. Gemeinsam wollen sie die Digitalisierung im Mittelstand voranbringen.

Die Deutsche Telekom und ein Boxer, Herr Rickmann? „Als wir angefangen haben uns auszutauschen, haben wir beide ganz klar gesagt, wir wollen keine Boxgeschichte. Wir wollen keine nette Geschichte, die wie ein Schokoriegel vermarktet wird. Wir wollen uns auf Inhalte der Digitalisierung und deren Herausforderungen konzentrieren.“

Provozieren? „Was hat eine Boxerkarriere mit einem Telekommunikationsanbieter zu tun? Damit soll man darauf neugierig werden, was dahinter steht.“

Fakten zur Telekom

Spitzenreiter in Europa

Die Deutsche Telekom ist mit einem Jahresumsatz von über 60 Milliarden Euro eines der größten europäische Telekommunikationsunternehmen. Der Konzern beschäftigt rund 220.000 Mitarbeiter. Größte Tochter mit mehr als 22 Milliarden Euro Umsatz ist Telekom Deutschland. Außerdem ist die Deutsche Telekom in 12 weiteren Ländern vertreten.

Ein Erbe der Bundespost

Hervorgegangen ist der Konzern aus der Deutschen Bundespost. Um das Staatsunternehmen wettbewerbsfähig zu machen, wurde es von 1990 an in die Geschäftsbereiche Telekom, Postdienst und Postbank aufgeteilt und schrittweise privatisiert. Seit 1995 ist die Deutsche Telekom eine Aktiengesellschaft.

Ein Global Player ...

Der erste Vorstandsvorsitzende Ron Sommer versuchte, den ehemaligen Staatsbetrieb mit Zukäufen in aller Welt zum „Global Player“ zu machen. Heute ist die Deutsche Telekom in 50 Ländern vertreten und erlöst mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland.

... mit Hoffnung auf die USA

T-Mobile US tat sich gegen die Marktführer AT&T und Verizon lange schwer. Seit dem Zusammenschluss mit dem Wettbewerber MetroPCS und unter der Führung des CEOs John Legere, ist die Kundenzahl wieder deutlich gewachsen, der Umsatz ebenso. Allerdings stehen auch hohe Investitionen an.

AG mit Staatsbeteiligung

Bei mehreren Börsengängen nahm die Telekom Milliarden ein. Dennoch ist der Staat immer noch beteiligt: Die Staatsbank KfW und der Bund halten zusammen 31,7 Prozent der Anteile. Der Anteil der einst hofierten Privatanleger ist auf unter 15 Prozent gefallen, den Rest halten institutionelle Anleger.

Ein Boxer und die Telekom, Herr Klitschko? „Mir ist es wichtig zu sagen, dass ich kein Testimonial für die Telekom bin. Ich arbeite mit meiner Managementfirma mit dem Konzern zusammen. Gemeinsam entwickeln wir Methoden und Wegen, die wir dem Mittelstand an die Hand geben und die diesen in der Digitalisierung voranbringen.“

Wladimir Klitschko ist eigentlich Dr. Wladimir Klitschko. Der heute 40-Jährige hat Sport und Philosophie studiert. 2001 dann die Promotion in Sportwissenschaften an der Universität in Kiew. Er hat als Profiboxer 66 Kämpfe bestritten, davon 64 gewonnen. Er war zuletzt vierfacher Weltmeister im Schwergewichtsboxen. Bis er Ende vergangenen Jahres alle seine Titel an Tyson Fury verlor. Im Oktober hätte er versuchen sollen, sie wieder zurückzugewinnen, doch Fury sagte den Termin ab.

Deutsche Telekom: Auf amerikanischen Schwingen

Deutsche Telekom

Auf amerikanischen Schwingen

Die US-Tochter trägt das Wachstum der Deutschen Telekom - und ihr Wert steigt weiter. Trotzdem will der Konzern sie immer noch verkaufen. Fragt sich nur, wann und an wen. Und wie Donald Trump reagieren würde.

2007 gründete er gemeinsam mit seinem Bruder Vitali und ihrem gemeinsamen Manger Bernd Bönte die Klitschko Management Gruppe. Die Agentur betreut laut eigener Aussage Persönlichkeiten aus Sport und Kultur, kümmert sich um deren Marke und Vermarktung. Gleichzeitig veranstaltet die Gruppe alle Boxkämpfe der Brüder. Seit Anfang des Jahres bietet die Gruppe an der Universität St.Gallen den Weiterbildungsstudiengang „CAS in Change und Innovation Management“. Rund 15.000 Euro kostet er.

Geht es Ihnen darum, Ihren neuen Studiengang zu bewerben, Herr Klitschko? „Ich möchte mit der Skepsis brechen, was ich als Dozent in solch einem Studiengang überhaupt zu suchen habe. Diese Frage konnte ich in den Gesichtern meiner Studenten am ersten Tag meiner Vorlesung ablesen. Doch ich biete Kompetenz und Expertise, ich habe etwas zu vermitteln, das anderen weiterhilft. Natürlich bin ich Boxer. Meine Zukunft liegt jedoch in der Karriere nach der Karriere. Diese baut natürlich darauf auf, was ich vorher gemacht habe und immer noch mache. Sie baut auf den Erfahrungen aus über einem Vierteljahrhundert Leistungssport auf. Es ist vergleichbar mit meinem Bruder Vitali. Wie oft wurde er kritisch gesehen: Was will denn ein Boxer in der Politik? Und heute? Spricht keiner mehr darüber, was er vorher gemacht hat.“

Kommentare (3)

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14.11.2016, 17:45 Uhr

 Wer braucht denn " Online-Dating-Portale " wenn es Muckibuden zum Eisen biegen für uns Männer und für die Ladys den Knack-Po zum trainieren gibt ?

Wenn ich Lust habe auf Spielbank, dann mache ich das ja auch nicht Online am PC. Sondern ziehe mir einen eleganten Smoking an, fahre nach Wiesbaden und verbinde das Ganze mit einem Besuch im Gourmetrestaurant Ente und einer Übernachtung im Nassauer Hof. Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.http://www.handelsblatt.com/netiquette

Account gelöscht!

14.11.2016, 17:49 Uhr

 Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe. Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.http://www.handelsblatt.com/netiquette

Frau Christine Christine

18.11.2016, 15:07 Uhr

Die Gebrüder Klitschko sind sicherlich große allseitige Persönlichkeiten und nicht nur Sportler. Der größere Klitschko Vitaliy ist seit 2014 der Bürgermeister in Kiew und macht viel, um diese osteuropäische Stadt europäisch zu machen, investorenfreundlich und wirtschaftlich stabil.
http://zoll-handelsrecht-ukraine.org/2016/11/18/entwicklung-der-stadt-kiew/
Nächste Woche findet z.B. das zweite Kiewer Investment Forum unter seiner Leitung statt. Sowohl die Stadt selbst als auch die Ukraine können im Moment den deutschen Investoren vieles anbieten.

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