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24.04.2013

00:28 Uhr

Wo sind die neuen Produkte?

Apples Gewinn fällt um 18 Prozent

VonChristof Kerkmann, Nils Rüdel

Kein Technologiekonzern verdient derart viel Geld wie Apple – trotzdem ist der Aktienkurs des iKonzerns abgestürzt. Jetzt musste das legendäre Unternehmen auch noch den ersten Gewinnrückgang seit fast zehn Jahren melden.

Barmittel für Aktionäre

Apple verbucht Gewinnrückgang

Barmittel für Aktionäre: Apple verbucht Gewinnrückgang

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New YorkDas Problem, das alle umtreibt, ist laut Tim Cook gar keins: Hat Apple zu wenig neue Super-Produkte in der Pipeline? Mitnichten, sagte der Chef des Technologiekonzerns am Dienstag nach Vorlage der Zahlen aus dem vergangenen Quartal. Es gebe „Potenzial für aufregende neue Produktkategorien“, so Cook. Er sprach zudem von „Hardware, Software und Diensten, bei denen wir es nicht erwarten können, sie in diesem Herbst und im Jahr 2014 einzuführen“.

Darauf scheinen Anleger des erfolgsverwöhnten Konzerns sehnlichst zu warten. Seit dem Kurs-Rekord von 702 Dollar im September hatte das Papier zuletzt mehr als 40 Prozent an Wert verloren. Der Liebling der Börse ist zum Buhmann geworden – auch wenn er mehr Geld verdient als alle anderen.

Doch für das legendäre Unternehmen aus Cupertino gelten andere Gesetze. Die Anleger fragen sich, wie der iKonzern nach all den Rekordzahlen der vergangenen Jahre noch wachsen kann. Und ob er in der Lage ist, wie einst unter Steve Jobs „one more thing“ aus dem Hut zu zaubern. Also ein Produkt, das eine ganze Branche umkrempelt, so wie das iPhone vor sechs oder das iPad vor drei Jahren. Und damit Apple über Jahre hohe Gewinne sichert.

Die wichtigsten Akteure bei Apple

Tim Cook

Apple-Gründer Steve Jobs holte den Computermanager Tim Cook 1998 zu Apple und vertraute ihm die Führung des operativen Geschäfts an. Der Südstaatler mit der weichen Stimme ordnete die Produktions- und Vertriebskette radikal neu und machte Apple zu einer effizienten Geldmaschine, die Jobs’ kühne Visionen umsetzen kann. Im August 2011 übernahm der heute 51-jährige Cook permanent die Konzernführung. Er setzte eigene Akzente: Apple ist merklich offener in der Kommunikation geworden, auch was die Arbeitsbedingungen bei seinen chinesischen Zulieferern angeht. Ein revolutionäres Produkt wie das iPhone hat er bislang aber nicht vorstellen können.

Jony Ive

Der britische Designer Jonathan „Jony“ Ive stieß schon Anfang der 90er-Jahre zu Apple. Doch erst als Jobs 1997 wieder die Führung übernahm, blühte Ive voll auf. Seine Abteilung bekam größere Räume in einem Hochsicherheitstrakt des Hauptquartiers und die Lizenz zum Experimentieren. Aus Ives Labor stammen Innovationen wie die aktuellen Notebooks aus einem Stück Aluminium sowie das schlichte Design von iPhone, iPad und Mac. Viele Beobachter sehen am ehesten Ive als Jobs-Nachfolger, was die Zukunftsvisionen angeht. In seiner aktuellen Rolle als Verantwortlicher für das Design von Geräten wie auch der Software kommt er dieser Führungsrolle nahe.

Eddy Cue

Der Manager ist „Feuerwehrmann“ für brenzlige Angelegenheiten. Der Chef der iTunes-Plattform musste bereits den schlecht gestarteten Speicherdienst MobileMe retten – und machte die funktionierende iCloud daraus. Er soll auch die misslungenen Apple-Karten fit machen und den oft kritisierten persönlichen Assistenten Siri verbessern. Schon 2011 bekam Cue die Führung des gesamten Bereichs Internet-Software und Dienste übertragen. Damit ist er Chef über den iTunes Store, den App Store und den Büchershop iBooks. Mit dem Online-Speicher iCloud zeichnet er für einen Schlüsselbereich für die Zukunft von Apple verantwortlich.

Phil Schiller

Der „Senior Vice President“ für Marketing übernimmt stets die Präsentation der neuen Geräte – vom iPhone 5 bis zum iPad mini. Alle neuen erfolgreichen Produkte von Apple sind unter Schillers Regie vermarktet worden. Firmenchef Tim Cook tritt bei Produktvorstellungen meist in den Hintergrund und überlässt die Präsentation Schiller.

Konkreter wurde Cook am Dienstag zwar auch nicht. Die Aktionäre aber konnte er fürs erste beruhigen: Der Kurs kletterte nachbörslich um mehr als fünf Prozent. Grund dafür dürfte unter anderem sein, dass Apple den Forderungen der Investoren nachkommt und die Dividende erhöht, und zwar um 15 Prozent auf 3,05 Dollar. Zudem will er das Aktien-Rückkauf-Programm von 10 auf 60 Milliarden Dollar ausbauen.

Die Zahlen aus dem abgelaufenen zweiten Geschäftsquartal bergen derweil gute und schlechte Nachrichten. Wenig erfreulich dürften es die Anleger finden, dass der Nettogewinn erstmals seit fast zehn Jahren gesunken ist. Er betrug rund 9,5 Milliarden Dollar, das sind 18 Prozent weniger als im starken Vorjahresquartal. Damit traf Apple in etwa die Erwartungen der Wall Street.

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