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29.04.2013

18:02 Uhr

Wurzeln gekappt

Kodak gibt legendäres Fotofilm-Geschäft ab

Die gelben Filmpatronen von Kodak durften früher bei keinem Urlaub fehlen. Seitdem die Digitalfotografie Einzug gehalten hat, sind die Verkäufe von Kleinbild-Filmen aber eingebrochen. Jetzt trennt sich das Unternehmen von dem Geschäft.

Mit dem Fotofilmgeschäft wurde Kodak weltbekannt. Jetzt ist damit endgültig schluss. dapd

Mit dem Fotofilmgeschäft wurde Kodak weltbekannt. Jetzt ist damit endgültig schluss.

Rochester Der insolvente Fotopionier Kodak bricht mit seinem Erbe, um einen Neustart zu ermöglichen. Der US-Konzern überträgt sein traditionsreiches Filmgeschäft sowie weitere Sparten an den Pensionsfonds seiner britischen Mitarbeiter. Im Gegenzug verzichtet der Fonds auf Ansprüche gegenüber Kodak in Höhe von 2,8 Milliarden Dollar (2,1 Mrd Euro), wie Kodak am Montag am Firmensitz in Rochester mitteilte.

Das Geschäft erleichtert Kodaks Wiedergeburt als Druckspezialist für Firmenkunden. An diesem Dienstag soll dazu ein erster Plan beim Insolvenzgericht eingereicht werden. Kodak ist in den vergangenen Monaten unter anderem schon aus der Produktion von Diafilmen, Kameras und Druckern für den Privatgebrauch ausgestiegen. Damit hat das Unternehmen, das einst die Fotografie entscheidend prägte, seine Wurzeln gekappt.

Das Filmgeschäft war früher eine Goldgrube und ließ Kodak zu einem der größten und bekanntesten US-Konzerne aufsteigen. Doch mit dem Vormarsch der Digitalfotografie begann der Niedergang. Anfang 2012 rutschte der Konzern in die Insolvenz. Bei der Sanierung blieben tausende Jobs auf der Strecke. Bis zuletzt fielen hohe Verluste an.

Die Produktion von Fotofilmen für Papierabzüge hatte das Management zusammen mit anderen Sparten schon im August zum Verkauf gestellt, war sie aber bislang nicht losgeworden. Kodak schlage jetzt zwei Fliegen mit einer Klappe, erklärte Firmenchef Antonio Perez. Der britische Pensionsfonds war der größte Gläubiger des Unternehmens.

Der Kameramarkt in Deutschland

Der Absatz sinkt

Es wird zwar so viel fotografiert wie nie, trotzdem sinkt der Absatz von Digitalkameras: 2012 waren es nach Angaben von Statista 7,9 Millionen Stück, rund 700.000 weniger als im Vorjahr. Weil Smartphones passable Bilder liefern, kaufen sich immer weniger Menschen eine Kompaktkamera.

Höhere Preise

Der Durchschnittspreis stieg zuletzt von 206 auf 233 Euro – die Branche verkauft weniger, dafür aber hochwertigere Geräte.

Spiegelreflexkameras sind gefragt

Hochwertige Geräte sind dagegen weiter gefragt. 2012 verkauften die Hersteller nach einer Prognose von Statista 980.000 Spiegelreflex- sowie 180.000 Systemkameras. Der Umsatz mit diesen Geräten stieg von 674 Millionen auf 720 Millionen Euro.

Objektive als Zusatzgeschäft

Mit Wechselobjektiven machen die Kamera- und Zubehörhersteller ein nettes Zusatzgeschäft. Der Absatz stieg auf 1,72 Millionen Stück, der Umsatz legte leicht auf 500 Millionen Euro Umsatz zu.

Fast jeder hat eine Kamera

Digitalkameras sind längst etwas für die Masse: 2011 gab es laut Statista in 71 Prozent aller deutschen Haushalte ein Gerät. Heute dürften es noch mehr sein.

Canon vor Nikon

Unter den Kamerabesitzern in Deutschland ist Canon die beliebteste Marke, 14,4 Prozent nennen den japanischen Hersteller. Auf den Plätzen 2, 3 und 4 folgen Nikon (9,4 Prozent), Sony (8,8 Prozent) und Kodak (8,5 Prozent).

Zusammen mit dem Filmgeschäft wechseln auch die Fotostationen zum Ausdrucken von Bildern sowie die Scanner den Besitzer. Letztere sollten eigentlich an den japanischen Druckerspezialisten Brother verkauft werden, doch Kodak hatte sich von vornherein eine Hintertür offengehalten für den Fall, dass ein besseres Angebot vorliegt. Das Geschäft muss noch vom Insolvenzgericht abgesegnet werden.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

29.04.2013, 17:05 Uhr

Oha und die britischen Volltrottel des Pensionsfonds kaufen den insolventen Schrott?

Kuddel

29.04.2013, 19:46 Uhr

Ich nglaube statesman ist der mgroße Trottel!!! Es gibt auch noch "Kodak-Menshen" die um Ihren Job bangen!!
Sollte man makl düber nachdenken

iPhoneKnipser

30.04.2013, 12:00 Uhr

Pensionäre?
Ist es wirklich schon soweit, das die Fotografie mit Filmen nur noch von alten Leuten betrieben wird?

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