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06.08.2015

14:39 Uhr

Xbox jagt die Playstation

Was Microsoft von Super-Mario lernen will

VonChristof Kerkmann

Lara Croft und PS sollen helfen: Die Xbox One verkauft sich deutlich schlechter als die Playstation 4. Microsoft will die Käufer mit exklusiven Spielen überzeugen – und guckt sich ein Rezept von Nintendo ab.

Microsoft nimmt sich bei seiner Xbox-Strategie den „Super Mario“-Hersteller Nintendo zum Vorbild. Reuters

Spiele-Fans auf der Gamescom in Köln

Microsoft nimmt sich bei seiner Xbox-Strategie den „Super Mario“-Hersteller Nintendo zum Vorbild.

KölnEs ist wohl der Satz, der an diesem Abend am häufigsten durch die Boxen dröhnt: „Xbox exclusive“. Als Microsoft an diesem Dienstag auf der Gamescom in Köln das aktuelle Programm vorstellt, rückt der Software-Konzern seine eigenen Titel in den Vordergrund. Eine neue Folge des futuristischen Kriegsspiels „Halo“, die Fortsetzung des Autorennens „Forza“, ein weiteres Abenteuer mit der Archäologin Lara Croft aus „Tomb Raider“: All das gibt es nur auf der Xbox One. Über Bestseller wie „Call of Duty“ verlieren die Macher dieses Mal dagegen kein Wort.

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Das ist kein Zufall. „Wenn wir Verbraucher fragen, warum sie die eine Konsole der anderen vorziehen, ist der Preis natürlich wichtig“, erklärt Xbox-Chef Phil Spencer dem Handelsblatt, als der Lärm der Spielevideos verklungen ist. „Aber der wichtigste Grund ist das Angebot an exklusiven Spielen.“ Nintendo mache das mit seinen vielen bekannten Marken vor: Super-Mario & Co. helfen dabei, auch die Hardware des japanischen Konzerns zu verkaufen. Die Titel von anderen Entwicklern seien natürlich wichtig, betont Spencer – aber die gebe es auch für die Playstation 4 vom Konkurrenten Sony.

Eine weitere Neuerung richtet sich nicht nur an die Spieler, sondern auch deren Familienangehörige: Die Xbox One wird nach einem bald geplanten, kostenlosen Software-Update zum Videorekorder. Nutzer können im Hintergrund eine Sendung aufnehmen, auch wenn sie einen anderen Kanal anschauen. Microsoft will den Fans möglichst viele Gründe bieten, ihre 350 Euro aufwärts in die Xbox zu investieren.

Bisher läuft es oft andersrum: Seit die neue Konsolengeneration 2013 auf den Markt gekommen ist, hat sich die Mehrzahl der Spieler für das Konkurrenzsystem Playstation 4 entschieden. 25 Millionen Geräte konnte Sony an den Handel absetzen. Microsoft nennt keine aktuellen Zahlen, liegt aber Brancheninformationen zufolge deutlich dahinter – in Deutschland liegt das Verhältnis demnach sogar fast bei 5:1.

Microsoft-Konkurrent Sony verzichtet in diesem Jahr auf eine lautstarke Pressekonferenz. Die amerikanische Spielemesse E3 sei noch nicht lange vorbei, es gebe daher noch nicht so viele Weiterentwicklungen, sagt Uwe Bassendowski, Deutschland-Chef der Playstation-Sparte. Allerdings mietet der japanische Konzern mehr Fläche als je zuvor: Auf 3500 Quadratmetern hat er riesige Stände für Titel wie das Abenteuer „Uncharted“ oder das Musikspiel „Guitar Hero“ aufgebaut.

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